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Eilenburg Nichts geht mehr bei Stora Enso – Papiermaschine in Eilenburg steht still
Region Eilenburg Nichts geht mehr bei Stora Enso – Papiermaschine in Eilenburg steht still
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00:18 24.01.2016
Wartungsarbeiten an der Papiermaschine bei Stora Enso in Eilenburg. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Die Mitarbeiter an der Pforte der Eilenburger Papierfabrik haben zu tun. Rund 500 Mitarbeiter verschiedener Firmen passieren in diesen Tagen das Eingangstor von Stora Enso. Seit Sonntag steht die Papiermaschine still und wird in Einzelteile zerlegt. Die Jahresinspektion will gut vorbereitet sein. „Rund drei Monate dauert das“, so Thomas Heinrich, Betriebsingenieur für Instandhaltung. Immerhin wurden 360 Aufträge ausgelöst.

Um alle geplanten Arbeiten ausführen zu können, muss die Maschine bis diesen Freitag still stehen. In bestimmten Bereichen herrschen im Arbeitsmodus Temperaturen über 60 bis 70 Grad Celsius. „Die Masse, die zu Papier verarbeitet wird, läuft hier mit Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h durch“, erklärt Heinrich. Undenkbar, dass da im Umfeld zusätzlich gewerkelt wird.

Arbeiten laufen nicht nur an der Papiermaschine, sondern auch im Kraftwerk und in der Deinking-Anlage. Wartungen und Reparaturen machen das Gros aus, einzelne Projekte wie Neuerungen oder Umbauten gibt es ebenso. So gehörte die Errichtung eines neuen Bleichturms dazu. Zwei 400-Tonnen-Kräne setzten das 27 Tonnen schwere silberne Monstrum auf ein Fundament, das auf zehn Meter tiefen Pfählen verankert ist.

So nah wie jetzt lässt die riesige Anlage sonst keinen an sich heran. Motoren werden inspiziert, Teile entrostet, neue Farbe aufgetragen, Bauteile ausgetauscht. Updates für die Steuerung sind aufzuspielen, per Kran schweben Walzen von A nach B. Ein immenser logistischer Aufwand ist allein dafür zu betreiben, solch eine 40 bis 50 Tonnen schwere und meterlange Walze mal einfach so irgendwo in der Halle zwischenzulagern. Jeder Handgriff muss deshalb abgesprochen werden. Bei Dirk Schwarze, Leiter Produktion, und Ralph Wurlitzer, Leiter Instandhaltung, laufen die Fäden zusammen.

Zirka eine Millionen Euro kostet allein diese Inspektion, die notwendig ist, um die 22 Jahre alte Dame noch viele Jahre in Betrieb zu halten. Schließlich macht sie jeden Tag zwischen 800 und 1000 Tonnen Papier.

Von Kathrin Kabelitz

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