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Nikolaikirche: Förderverein hat viel vor

Nikolaikirche: Förderverein hat viel vor

Eilenburg. Gestern wurde an der Eilenburger Nikolaikirche Unrat aus den Regenrinnen gefischt. Eine kleine Aktion. Doch der Förderverein zum Wiederaufbau des Gotteshauses arbeitet derzeit an weiteren Projekten.

.Es war eine Aktion in Morgenstunden: Stadtwerke-Monteur Jens Hedrich schwebte mit der Hebebühne hinauf zur Dachrinne am Schiff der Nikolaikirche, sammelte Unrat ein, der sich darin verfangen hatte. „Aufmerksame Beobachter vom Rathaus gegenüber hatten uns Bescheid gegeben, dass die Rinne überläuft", erklärte Ernst Gottlebe, Schatzmeister beim Förderverein Wiederaufbau Nikolaikirche. So wurde schnelle Hilfe organisiert. „Die Stadtwerke gaben dankenswerterweise unkompliziert Unterstützung. Sie sind auch bei uns Mitglied", so Gottlebe. Immerhin konnte so in einer knappen Stunde größeres Unheil von dem historischen Gemäuer abgewendet werden. „Defekte Regenrinnen sind immer wieder Ursache von gravierenden Gebäudeschäden", erläuterte der Eilenburger, der auch viele Jahre als Baubeauftragter im Förderverein wirkte. Vor allem Zweige, Laub und einige Raketenstöcke fanden sich. Dies bleibe nun mal nicht aus, wenn in der Nähe Bäume stehen. Außerdem sei es Angewohnheit der gefiederten Bewohner des Kirchturms, immer wieder Geäst in die luftigen Höhen zu tragen. Immerhin wurden beim Aufsetzen der Turmhaube 1997 nach Auflagen des Naturschutzes 46 Nistplätze eingerichtet, die Dohlen, Turmfalken und Schleiereulen bevölkern.

Aber Gottlebe freut besonders die Nutzung des Gotteshauses selbst. Das fülle sich immer öfter bei Kirchenkonzerten, Gottesdiensten und nun Sonnabend erneut bei der Ausgabe der Abiturzeugnisse. „Zu Pfingsten hatte ja die Chorkirche auch nicht mehr ausgereicht, so dass der Gottesdienst im Hauptschiff abgehalten wurde."

Ebenfalls Grund zur Freude: Die dritte Glockenwartung verlief positiv. Denn das neue Geläut muss regelmäßig überwacht werden. Immerhin schwingen dort oben im Turm zehn Tonnen hin und her. Die neuen Eichenbalken hätten nur geringe Schwindungen aufgewiesen. Es musste kaum etwas nachgestellt werden. Allein der Klöppel der großen Glocke sei zu justieren gewesen. „Leute mit feinem Gehör hatten schon gemerkt, dass er nur einseitig anschlug", erläutert der Schatzmeister.

Inzwischen sei auch der Feinblitzschutz für die Elektronik eingebaut. Wie berichtet, hatten im vorigen Sommer die Glocken nicht läuten können, weil dort genau am Freitag vor dem Stadtfest der Blitz eingeschlagen und die Leiterplatte verschmort hatte. Bis zum Jahresende, so die Hoffnung beim Förderverein, könnte auch ein sogenanntes Schlagwerk installiert sein, mit dem die Klangkörper, in diesem Fall die drei neuen Glocken, nur von außen angeschlagen werden. So ließe sich die Anfangs-Melodie des Rinckart-Liedes „Nun danket alle Gott" zum Beispiel vor dem Abendläuten anspielen. Ein separater Glockenstuhl für eine vorhandene kleine Glocke soll ebenfalls noch aufgebaut werden. Er könnte als Schauobjekt in der Ausstellung Platz finden, die in einem Zwischengeschoss des Turmes zu besichtigen ist.

Doch die Visionen des Vereins reichen weiter. Mittel- und Seitenschiff der vor über 65 Jahren zerstörten Kirche sollen ihr Gewölbe wiederbekommen. „Langsam wird es konkret", sagt Ernst Gottlebe der Kreiszeitung. Projektzeichnung und Kostenvoranschläge seien da. Aber ob der Anfang in fünf Jahren oder früher oder später gemacht wird, ist nicht zu sagen. Jedenfalls ist der Verein dabei, den Eigenanteil anzusparen. Zehn Prozent der Bausumme müssten es werden. Mit Gesamtkosten zwischen 800 000 und zwei Millionen Euro sei zu rechnen. Sie richten sich nach Material und Ausführung. Beim Bau des Erkers an der Fürstenloge habe der Verein zum Beispiel das Glück gehabt, dass die besonderen Steine gerade für den Ostgiebel Schloss Dresden angefordert waren und eine größere und damit preiswertere Partie produziert wurde.

Heike Liesaus

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