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Nikolaikirche: Neues Großprojekt für zwei Millionen Euro im Fokus

Nikolaikirche: Neues Großprojekt für zwei Millionen Euro im Fokus

Die barocke Turmhaube, die Sanierung des Turms, die Fürstenloge mit Ziergiebel und Dächern - seit 1994 hat der Förderverein zum Wiederaufbau der Nikolaikirche in Eilenburg das Bild des Gotteshauses und damit auch der Stadt verändert.

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Festgottesdienst in der Nikolaikirche: Propst Reinhard Werneburg hält die Predigt zum Reformationstag und würdigt das Engagement der Eilenburger.

Quelle: Thomas Jentzsch

Eilenburg. Auch der Klang ist heute anders: In den Jahren 2003 bis 2009 wurden Glockenstube und -geläut saniert und vervollständigt. Diese Arbeiten und das Wirken des Vereins sind gestern mit einem Festgottesdienst begangen worden, bei dem Probst Reinhard Werneburg, Beauftragter der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands für Kirchenbauvereine, die Festpredigt hielt. Am Nachmittag gab es eine Feier im Gemeindehaus.

Äußerlich steht die Kirche bereits seit 2006 so da wie vor der Zerstörung. Im April 1945 hatte ein Artilleriebeschuss das Gotteshaus bis auf Reste der Außenmauern in Schutt und Asche gelegt. Das anspruchsvolle Ziel, sie in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, ist aber noch längst nicht erreicht. Dabei lief der Aufbau seit Kriegsende: 1947 eine neue Glocke, 1952 das Notdach. 1954 Weihe der Sakristei zur Rinckart-Kapelle, 1955 der Dachstuhl aus Stahlträgern, 1956 die Mauer zwischen Chor und Kirchenschiff. "Doch die provisorische Zwischendecke 1977 war das letzte, was der Planwirtschaft abgerungen werden konnte", stellte Ernst Gottlebe, Mitbegründer des Fördervereins und heutiger Schatzmeister fest. "Wir hatten sogar schon die Genehmigung von der staatlichen Bauaufsicht für den Gewölbeeinbau. Aber dann wurden die Kapazitäten nach Berlin abgezogen."

Es folgte ein langer Stillstand am Bau, nur der Verschleiß ging weiter: Steine fielen aus der Fassade, Dachziegel lösten sich. Dem Verfall musste Einhalt geboten werden. 1994 hatten sich deshalb 14 Eilenburger zusammengetan, am 31. Oktober war Gründungstag des Fördervereins, der gestern mit dem Landtagsabgeordneten Jörg Kiesewetter (CDU) sein 50. Mitglied begrüßte. Allein zwischen 1990 und 2010 wurden reichlich drei Millionen Euro verbaut.

Bevor sich etwas sichtbar an der Kirche tun kann, muss Geld für Planungen locker gemacht werden. Generell sei langer Atem nötig: Von den ersten Schritten bis zum Aufhub der Turmhaube dauerte es zehn Jahre, beim Glockengeläut 20 Jahre. "Und anfangs glaubte mancher nicht, dass drei neue Glocken gegossen werden können", erinnert Gottlebe. Die Eilenburger stehen mit diesen Problemen nicht allein. "Wir haben viele Kontakte zu Fördervereinen, auch in anderen Bundesländern." Alle engagieren sich für den Wiederaufbau ihrer Kirchen, einige davon waren gestern in Eilenburg zu Gast.

Der nächste Bauabschnitt soll nun der Gewölbeeinbau im Kirchenschiff sein. Zwei Millionen Euro werden dafür gebraucht. "Wir sind auf einem guten Weg", so Gottlebe weiter. "Aber wir brauchen nach wie vor Spenden, Spenden, Spenden." Dies sei aber schon immer so gewesen. Im 17. Jahrhundert waren es mildtätige Förster, die neue Dachschindeln für die abgebrannte Nikolaikirche spendierten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.11.2014
Von Heike Liesaus

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