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Eilenburg Noitzscher Ruheforst: Viele Details noch offen
Region Eilenburg Noitzscher Ruheforst: Viele Details noch offen
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10:26 27.09.2018
Auf der kleinen Lichtung mitten im Wald soll die Andachtstelle mit Holzkreuz und Sitzgelegenheiten entstehen. Ruhenbiotope nennt man die Bäume oder auch Steine und alle anderen Stellen, an denen die Urnen beigesetzt werden. Quelle: Wolfgang Sens
Zschepplin

Der Teufel liegt im Detail. So lässt sich die Diskussion um den Vertragsentwurf zur Betreibung eines Ruheforstes im Ortsteil Noitzsch bei der Zscheppliner Gemeinderatssitzung am Dienstagabend zusammenfassen. Dem Vorhaben selbst stehen die Gemeinderäte aber weiterhin durchweg positiv gegenüber.

Bedenken der Kirche abgewogen

Waldbesitzer Marcel Aé möchte auf 2,5 bis 3 Hektar zwischen Noitzsch und Hohenprießnitz einen Bestattungswald anlegen. Gegen diesen hatte allerdings das Kirchspiel Krippehna Bedenken geäußert. Konkret rechnet es dann mit einem Rückgang der Bestattungen auf den fünf Friedhöfen, was befürchten lasse, dass die Gebühren steigen müssten.

Jeder soll selbst über letzte Ruhe entscheiden

Zschepplins Ortsvorsteher Ullrich Pertzsch: „Wir haben uns im Ortschaftsrat auch mit den Bedenken der Kirche beschäftigt.“ Der Ruheforst sei dennoch positiv gesehen worden. Wo sich jemand bestatten lasse, so der Tenor, solle jeder selbst entscheiden können.

Gemeinderat Thomas Hartmann bekräftigte dies: „Ich bin zwar selbst in der Kirche, aber wenn es die gesetzlichen Grundlagen hergeben, sollten wir es machen.“ Er meinte zudem: „Wenn zwei Firmen ein Produkt anbieten, verbiete man das ja auch nicht einer der beiden Firmen.“ Jutta Burkhardt sah den Ruheforst gar nicht als Konkurrenz zur Kirche: „Wer den Ruheforst wolle, der habe sich bisher eben einen solchen nur weiter weg und bis Oranienbaum gesucht.“

Vertrag wird genau geprüft

Dennoch sahen die Gemeinderäte noch einigen Klärungsbedarf. Steffen Rother fragte beispielsweise nach Sicherheiten, wenn Marcel Aé, oder bei dem 99-jährigen Vertrag später seine Erben, als Betreiber ausfallen sollten. Mirko Held bat darum, noch mal bei der Kirche anzufragen, ob sie nicht doch anstelle der Gemeinde die Trägerschaft übernehmen will.

Letztendlich folgten die Gemeinderäte diesem Vorschlag. Die Gemeinde schreibt die Kirche, von der bei der Gemeinderatssitzung kein Vertreter anwesend war, noch einmal offiziell an. Parallel dazu wird die Gemeinde aber den Vertragsentwurf mit dem Betreiber des Ruheforstes von einem Rechtsanwalt und der Kommunalaufsicht prüfen lassen. Verwaltungsverbandsvorsitzender Michael König: „Zur nächsten Gemeinderatssitzung am 23. Oktober haben wir dann einen beschlussfähigen Vertrag oder zumindest einen neuen Arbeitsstand.“

Von Ilka Fischer

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