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Eilenburg Nordflanke Hainichen wird ab Herbst gebaut
Region Eilenburg Nordflanke Hainichen wird ab Herbst gebaut
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21:00 06.06.2017
Deichläufer bei Hainichen im Jahr 2015: Mit dem Bau der Nordflanke Hainichen entspannt sich die Situation im Eilenburger Süden. Quelle: Nico Fliegner
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Eilenburg.

Am Ende geht es nun doch etwas schneller als gedacht. Für die Nordflanke Hainichen rücken im August die Archäologen an. Ab 18. September werden in einem halben Jahr die knapp 400 Meter Deich gebaut. Damit verfügt Eilenburg ab Frühjahr 2018 über einen kompletten Hochwasserschutz. Axel Bobbe, Betriebsteilleiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV), gegenüber der LVZ: „Erfahrungsgemäß dauert es neun Monate von der Baugenehmigung, die im April vorlag, bis zum eigentlichen Baubeginn.“ Damit, so erklärt er, wäre der Baubeginn in Hainichen wegen naturschutzrechtlicher Belange erst im September 2018 möglich gewesen. „Doch wir haben es in diesem Fall schneller geschafft.“

Stadt hat massiv unterstützt

Sein ausdrücklicher Dank geht dabei an die Stadtverwaltung Eilenburg, die die LTV bei Grundstücksfragen massiv unterstützt habe. „Dass wir einem entscheidenden Einwand abhelfen konnten, ist insbesondere auch dem Einsatz von Oberbürgermeister Ralf Scheler zu danken“, sagt Axel Bobbe. Seit einer Woche läuft daher nun bereits das bundesweite Ausschreibungsverfahren. Im August erfolgt die Vergabe des Deichneubaus, der bis Ende März 2018 abgeschlossen sein soll. Für den Neubaudeich, der quer über den Acker zum Hauptdeich errichtet wird, investiert die LTV noch einmal rund eine Million Euro. Sie kommt noch zu den 37 Millionen Euro hinzu, die seit 2002 an Bundes- und Landesmitteln in das Eilenburger Schutzsystem investiert worden sind und das sich bei der Juniflut 2013 weitgehend bewährt hat.

Seit 2002 insgesamt 37 Millionen Euro investiert

Eilenburg, das bereits 2012 und damit ein Jahrzehnt nach dem Augusthochwasser 2002 mit der Ausnahme von Hainichen als hochwassersicher gilt, spielt damit über Sachsen hinaus eine Vorreiterrolle. Das ist vor allem den Umstand zu danken, dass die Stadtoberen schon seit der Wende bei den Behörden auf die kritischen Zustände aufmerksam gemacht haben. 1997 erfolgten erste Planungen, 2000 wurde der erste Deichabschnitt zwischen Röhrenbrücke und Ilburg-Stadion gebaut. Nach 2002 nahm der Bau dann richtig Fahrt auf. Es wurden 6,5 Kilometer Hochwasserschutzwände mit Höhen zwischen 0,6 und 4,1 Metern und noch einmal 6,5 Kilometer Hochwasserschutzdeiche errichtet. Im muldennahen Stadtgebiet wurde zudem ein Teil des Industrie- und Gewerbegebietes ECW für die Verbreiterung der Überflutungsflächen geopfert. Außerdem fand in Eilenburg die erste größere Deichverlegung an der Mulde in Sachsen zwischen dem Ilburg-Stadion und der Ortslage Hainichen statt.

Trotzdem sind noch Wünsche offen

Dennoch sind auch in Eilenburg selbst nach Fertigstellung der Nordflanke noch Wünsche offen. Denn das schnelle Bauen war teilweise auch ein Nachteil, da inzwischen der HQ-100-Schutz, der eine Flut, wie sie statistisch einmal im Jahrhundert auftritt, zum Maßstab hat, anders definiert wird. So hatte sich im Juni 2013 herausgestellt, dass die Mauer in der Mühlstraße auf einer Länge von 700 Meter erhöht werden muss. „Das sei in der Planung, komme aber weder in diesem noch im nächsten Jahr“, so OBM Ralf Scheler (parteilos). Auch das Projekt Röhrenbrücke, für das die Stadt rund 600 00 Euro einplanen muss, hakt. An dieser sammelt sich im Hochwasserfall das Treibgut des Mühlgrabens. Die Fördermittel für die Beseitigung der Schäden 2013 wurden nicht abgerufen, weil klar war, dass die Brücke eigentlich erneuert werden muss. Eine hundertprozentige Förderung werde es nicht geben, das Vorhaben sei so lange aufgehoben, bis „wir eine Fördermöglichkeit gefunden haben, nach der wir so wenig wie möglich Eigenmittel aufbringen müssen“.

Von Ilka Fischer und Kathrin Kabelitz

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