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Eilenburg Nordsachsen sparen mit Wasser
Region Eilenburg Nordsachsen sparen mit Wasser
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17:50 19.05.2015
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Kreisgebiet

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, rangieren die Sachsen im bundesweiten Vergleich damit weit unter dem Durchschnitt von 121 Litern je Bundesbürger. Die Sachsen seien die Schwaben des Ostens, erklärt sich Hartmut Schütz, technischer Leiter des Versorgungsverbandes Eilenburg-Wurzen, die statistische Erhebung, die alle drei Jahre durchgeführt wird. Er bestätigte für seinen Verband den bundesweiten Trend abnehmender Wasserverbräuche. Der Zweckverband, dem 15 Kommunen angehören und der auch die Regionen Eilenburg und Bad Düben versorgt, verkaufte 2011 (die Abrechnung für 2012 liegt noch nicht vor) 3,14 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Damit wurden 88900 Einwohner versorgt. Das entspricht 96 Liter Verbrauch je Einwohner und Tag. 2010 lag dieser Wert noch bei 98 Litern. Im Verbandsgebiet ist der Anschlussgrad an die öffentliche Wasserversorgung 100 Prozent.

Der Zweckverband Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa) versorgte 2011 49000 Einwohner und öffentliche Einrichtungen. Er ist Aufgabenträger für die öffentliche Wasserversorgung von acht Kommunen. 2011 lieferte er an seine Kunden rund zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser, woraus ein täglicher Pro-Popf-Verbrauch von 85,6 Litern resultiert. "In den vergangenen Jahren ist der Absatz trotz sinkender Einwohnerzahl aber annähernd konstant geblieben", sagt Derawa-Geschäftsführerin Wiete Deutschländer und verweist auf das Jahr 2007, als der Verbrauch im Verbandsgebiet bei 85 Litern je Einwohner und Tag lag und 1,98 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verkauft wurden. Damals lebten im Verbandsgebiet noch rund 51000 Menschen. Für 2012 rechnet die Geschäftsführerin mit ähnlichen Absatzzahlen wie im Jahr 2011.

Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet für die überwiegende Mehrheit der Kunden im Eilenburger Verband 1,87Euro (Brutto) und monatlich 10 Euro Grundgebühr. Der Derawa-Preis für den Kubikmeter beträgt seit 1996 1,90 Euro plus monatlich 7,38 Euro Grundgebühr.

Die vergleichsweise geringen Verbräuche können den Versorgern, vor allem dort, wo Rohrleitungen überdimensioniert sind, Mehraufwand bescheren. Diese Leitungen müssten zusätzlich gespült werden, um die Wasserqualität zu sichern, sagt Hartmut Schütz. "Deshalb sind wir bestrebt, die Nennweiten der Leitungen auf heutige Erfordernisse anzupassen."

Diese Probleme hat die Derawa nicht. "Unser Netz ist relativ neu, deshalb haben wir kaum überdimensionierte Leitungen. Wegen der Braunkohle sind viele Gemeinden erst spät an die zentrale Versorgung angeschlossen worden", so Deutschländer. In Krostitz und Glesien geschah dies 1990, in Brinnis 1992 und als letzte Kommune kam 1993 Wölkau hinzu. Zudem habe man nach der Wende viele Leitungen erneuert. "In Löbnitz ist das Netz fast komplett neu und auch in der Altstadt sowie in vielen Hauptstraßen von Delitzsch", so, Herbert Claßnitz, technischer Leiter der Derawa.

Über die Gründe der geringen Verbräuche in Sachsen können die Versorger auch nur mutmaßen. Es sei sicher eine Summe vieler Faktoren, so Schütz. Die vergleichsweise hohen Investitionen für Abwasseranlagen, die zu hohen Abwassergebühren führten, spielen sicherlich eine Rolle, denn das Abwasser ist am Trinkwasserverbrauch gekoppelt. Ebenso beeinflusst die Eigenversorgung für Haus und Garten aus Brunnen die Trinkwasserabnahme.

Diesbezüglich weist Herbert Claßnitz darauf hin, dass "direkte Verbindungen von Trinkwasseranlagen mit Brunnen- oder Regenwasseranlagen unzulässig sind. Wird das nicht beachtet, kann beispielsweise bei reparaturbedingtem Druckabfall, Brunnen- oder Regenwasser ins Trinkwasser gelangen. Die Gefahr von Verunreinigungen ist dann groß".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.02.2013

Thomas Steingen

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