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Nordsachsens Biergärten: Im Freien schmeckt’s am besten

Freisitze Nordsachsens Biergärten: Im Freien schmeckt’s am besten

Sommerzeit ist Biergartenzeit. Und wer in Nordsachsen ein idyllisches Plätzchen sucht, um ein kühles Blondes zu trinken, wird fündig. Wir haben uns im Landkreis umgeschaut und stellen einige der Orte vor, an denen Durstige auch die Natur genießen können.

Ein Bier in der Heide-Idylle: Im Biergarten der Reudnitzer „Waldschänke“ geht es gemütlich zu.

Quelle: Dirk Hunger

Nordsachsen. Es gibt viele idyllische Biergärten in Nordsachsen: Wir stellen hier fünf der beliebtesten vor.

Reudnitz: Genuss am Waldsee

Wer Ruhe und Wald liebt, kennt Reudnitz mitten in der Dahlener Heide vielleicht genauso gut wie den gleichnamigen Leipziger Stadtteil. Setzt man der Einwohnerzahl die der Ausflügler und Tagungsgäste entgegen, dann ist Reudnitz eine Tourismushochburg: Die Statistik der Gemeinde Cavertitz listet für diesen Ortsteil zehn Einwohner auf. Bekanntestes Gebäude des Ortes ist die Waldschänke. Familie Pelzer, die das Haus betreibt, hat den Biergarten im Jahr 2000 neu errichtet. „Damals haben wir uns vom Konzept eines Kiosks mit ,Futterkrippen’ als Sitzgelegenheit endgültig verabschiedet“, sagt Jürgen Pelzer. Seither werden die Gäste auf der Terrasse am Waldsee, die nur durch eine wenig befahrene Straße von der „Waldschänke“ getrennt ist, direkt von der Gaststätte aus bedient.

Im Biergarten, der bei Einheimischen ebenso beliebt ist wie bei Tages- und Tagungsgästen, werden neben Bier und deftigen Speisen auch Kaffee und Kuchen serviert. Gerne wird der Biergarten in der warmen Jahreszeit für Familienfeiern gebucht. „Es ist kein Problem, dort 90 Gäste samt Live-Band und Buffet unterzubringen“, betont Jürgen Pelzer.

Delitzsch: Alte Kastanien spenden Schatten

Die Elberitzmühle in Delitzsch besitzt einen Biergarten wie aus dem Bilderbuch

Die Elberitzmühle in Delitzsch besitzt einen Biergarten wie aus dem Bilderbuch.

Quelle: Christine Jacob

Man sitzt auf grünen Klappstühlen im Schatten von fünf mächtigen Kastanien und einer Linde. Und schlüpft man aus den Schuhen, kitzelt das Gras die Füße. Es ist die Frischluft gewordene Definition des deutschen Biergartens, den die Gäste der Gaststätte Elberitzmühle in Delitzsch geboten bekommen. Am Biergartenzaun sind Räder abgestellt, der Gast verliert sich zwischen Blattwerk und Bierdeckel. In direkter Nachbarschaft zum heutigen Freibad gelegen, vor mehr als 500 Jahren erstmals als Wassermühle erwähnt und seit 200 Jahren mit Schanklizenz versehen, wird hier bei Wirt Detlef Sparwald die Biergartenkultur in Reinkultur gelebt. Der Biergarten öffnet von Mitte April bis Anfang Oktober, nur Montag und Dienstag ist Ruhetag in der Elberitzmühle.

„Richtig traditionell ist es hier“, betont Detlef Sparwald, „das findet man nicht mehr oft.“ Der Biergarten sei es, der sein Lokal auszeichnet. Die Kastanien hätten bestimmt schon 100 Jahre „auf dem Buckel“, die standen schon als er noch „’n Stift“ war. Als Kind hat der 54-Jährige oft unter den Bäumen im Biergarten gespielt, Fassbrause geschlürft und auf seinen Vater gewartet, um ihn nach Hause zu holen. Zur Jugendweihe hat er sein erstes Bier im Festsaal gezischt. Er ist hier groß geworden, der Kneipersjunge – er verstarb viel zu früh in jungen Jahren – war sein Freund, mehr noch, er war sein Indianerbruder. Selbst schon praktisch Inventar der Elberitzmühle geworden, überlegte Detlef Sparwald nicht lange, als Ende 2000 die Verpachtung des Traditionslokals ausgeschrieben wurde. 15 Jahre führt er nun die Elberitzmühle mit dem Biergarten. Der ist Herzensangelegenheit. Vor ein paar Jahren musste mal eine Kastanie gefällt werden. Als Ersatz wurde eine Platane gepflanzt. Sie macht sich, findet der Wirt. Und wird hoffentlich noch lange bleiben, Kinder werden unter ihr spielen und vielleicht später als Erwachsene die Fassbrause gegen das Pils tauschen in einem Biergarten aus dem Bilderbuch.

Eilenburg: Urlaubsflair für Familien

Simone Brandner, Carmen Dannhauer und Matthias Radke freuen sich besonders auf Familien, die auf ihrem Freisitz entspannen

Simone Brandner, Carmen Dannhauer und Matthias Radke freuen sich besonders auf Familien, die auf ihrem Freisitz entspannen. Darauf stoßen sie mit der sechsjährige Samantha Laurus an.

Quelle: Wolfgang Sens

Wo auf dem Eilenburger Berg die Bergstraße beginnt, fällt eine dunkelrote Mauer ins Auge. Das „Big Schnitzel“ lockt nicht nur die Liebhaber eines ordentlichen Stücks knusprigen Fleischs. Hinter der Mauer verbirgt sich auch ein Stück Urlaubsflair in dem Eckgrundstück zur Brunnerstraße. Hier hat Hausherr Matthias Radke, ebenso handwerklich geschickt, das Areal mit über 40 Plätzen im Freien – die gleiche Anzahl gibt es unterm Dach –, viel Holz, warmen Farben, angenehmer Beleuchtung, viel Grün sowie mit einem Wasser-Spielplatz für die jüngsten Gäste ausstaffiert. „Da spritzen sich gern auch mal die Großen nass“, schmunzelt der Gastwirt, der Hunger und Durst vor oder nach dem „Bade“ wohl zu stillen weiß: Mit Schnitzeln in zig Varianten und neuerdings auch Steaks und Dessert von der Eis-Karte.

Zum Runterspülen wird Bier aus Altenburg oder Franziskaner Hefeweizen, aber auch Wikinger-Met vom Ostsee-Fjord gern genommen. Vor allem am Wochenende sind die Plätze auf dem Freisitz gefragt und eine Reservierung ist zu empfehlen. Mit dem Schnitzel-Mobil tourt die Radke-Crew außerdem zu Volksfesten, hat dann unter anderem Wurst, Leber und natürlich Paniertes auf frischen Brötchen an Bord. Auch dienstags und donnerstags auf dem Eilenburger Wochenmarkt.

Oschatz: Kinder sind sehr willkommen

Leckere Limo und Ferienspiele

Leckere Limo und Ferienspiele: Die Oschatzer „Collmblick“-Grundschüler kehren gern im „Windhuk“ ein.

Quelle: Dirk Hunger

Gleich neben der Oschatzer Gartensparte „Zur Waagenfabrik“ ist die Gaststätte „Zum Windhuk“ zu finden. Hier erwarten die Gäste ein Biergarten und eine Kegelbahn. Die Gastwirte Brigitte und Klaus Naujoks sowie Sohn Jens schwören auf diese Kombination. Denn, so die erfahrenen Betreiber, mit der Gaststätte allein kann man heute keinen Blumentopf mehr gewinnen. Die Kegelbahn ist ein Türöffner für die beiden anderen Angebote. Eine ruhige Kugel schieben und danach ein kühles Blondes im Freien genießen – dafür schätzen die Oschatzer ihr „Windhuk“. In dem vor 19 Jahren eröffneten Biergarten gibt es 30 Plätze – genau richtig für Familienfeiern, große Schulklassen, Horte und Kindertagesstätten. Die Jüngsten kommen nicht nur in den Ferien her, um sich die Zeit zu vertreiben. Als Dankeschön für die Treue bekommen Jungen und Mädchen stets einen Lolli gratis – schließlich sind sie die Kunden von morgen. Wer einmal mit seinen Spiel- und Klassenkameraden zum Kegeln hier war, der kehrt zurück – und bringt seine ganze Familie mit. Für besonders emsige Besucher gibt es dann auch mal Rabatt auf der Kegelbahn.

Die Anlage wird zudem von zahlreichen Freizeitsportlern genutzt. Darauf setzt Familie Naujoks – und auf die Kleingärtner der benachbarten Sparte „Zur Waagenfabrik“. Denn auch die greifen auf den Service zurück, wenn es etwas Größeres zu feiern gibt – oder richten ihr jährliches Sommerfest bei Familie Naujoks aus. Beliebt und legendär ist zudem das Büfett am Himmelfahrtstag. Während der Biergartensaison von März bis Oktober kehren hin und wieder Gäste aus der Nachbarstadt Riesa oder gar Leipzig ein, und bei überregionalen Veranstaltungen wie jüngst zur 2. Kleinen Gartenschau in Oschatz kamen auch mal Hessen zum Essen.

Gruna: Stärkung inmitten der Muldeaue

Zwischen April und Oktober erfreut sich der Biergarten im Grunaer Fährhaus großer Beliebtheit. Denn hier finden nicht nur Busgesellschaften ein breites Angebot von regionalen Spezialitäten, sondern auch Wasserwanderer, Radfahrer und Spaziergänger. Denn der idyllische Biergarten liegt eingebettet inmitten der immergrünen Muldeaue zwischen Laußig und Mörtitz. Hier kreuzen sich eine Vielzahl von Wanderwegen wie der Heidesteig, der Lutherweg, der Mulderadweg oder auch der Radfernweg Berlin–Leipzig. Dazu kommt, dass das Fährhaus am Ufer der Mulde liegt und hier immer wieder Wasserwanderer einen Stopp einlegen, um sich zu stärken.

Im Biergarten vom Grunaer Fährhaus servieren die Mitarbeiter in Kostümen im Landhausstil die regionalen Spezialitäten

Im Biergarten vom Grunaer Fährhaus servieren die Mitarbeiter in Kostümen im Landhausstil die regionalen Spezialitäten.

Quelle: Dirk Hunger

70 Plätze findet der Gast unter Schirmen oder rustikalen Überdächern. Dazu kommen im Selbstbedienbereich noch einmal 30. Ein Hingucker sind die Mitarbeiter, denn die servieren im typischen Landhausstil. Der Biergarten öffnet täglich 11 Uhr seine Pforten. Nach der Mittagszeit serviert das Team selbstgebackenen Kuchen im Biergarten und wenn die Glocke läutet, dann ist das für Muldekapitän Helmut Reiche das Zeichen, sich mit der kleinen Muldefähre zum anderen Ufer des Flusses aufzumachen, um neue Gäste herüberzuholen.

Regelmäßig organisiert Fährhauswirtin Antje Bieligk Veranstaltungen auf der kleinen Bühne im Biergarten. So spielt mal ein Leierkastenmann, es gibt Konzerte auf der Panflöte oder Squeezebox Teddy singt irische, schottische und englische Volkslieder. Dazu hält der Biergarten gleich nebenan einen kleinen Streichelzoo mit Hasen und Ziegen für kleine Gäste bereit. Und wer Gefallen an der Ruhe und Idylle gefunden hat, der kann in einem der drei Gästezimmern mit Blick in die Muldeaue sein müdes Haupt betten.

Von Axel Kaminski, Christina Jacob, Karin Rieck, Christian Kunze und Steffen Brost

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