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Eilenburg Nordsachsens Mühlen erwarten Tausende Gäste am Pfingstmontag
Region Eilenburg Nordsachsens Mühlen erwarten Tausende Gäste am Pfingstmontag
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15:00 03.06.2017
Der seit zehn Jahren bestehende Zwochauer Mühlenverein ist Gastgeber der Eröffnungsveranstaltung in Nordsachsen und freut sich auf die Gäste: Müller Günther Lorenz (v.l.n.r.) Gerhard Alexander, Michael Lorenz, Petra Alexander und Rudolf Ryll freuen sich auf die Besucher. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Nordsachsen

Die Mühlen von heute mahlen anders – viele auch gar nicht mehr. Dennoch haben die technischen Bauwerke im Laufe der Jahrzehnte von ihrem Reiz nichts verloren, wie es der Ansturm Jahr für Jahr zeigt. Insbesondere am Pfingstmontag, dem Deutschen Mühlentag, wenn Tausende per Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs sind. Bundesweit beteiligen sich mehr als 1000 Mühlen an der Aktion – viele davon sind noch in Betrieb. Die Zentrale Eröffnungsfeier ist in Thüringen im Altenburger Land an der Bockwindmühle in Lumpzig. Nordsachsen startet offiziell in Zwochau bei Delitzsch. Von den 26 Mühlen, die zum Verein Mühlenregion Nordsachsen gehören, öffnen 19. Zudem laden auch Mühlen in der Oschatzer Region ein, so in Schmannewitz, Liebschützberg, Zeuckritz und Luppa. Überall gibt es Führungen und ein buntes Rahmenprogramm.

Mühlen-Hochburg Nordsachsen

Zum 24. Mal ist die Mühlenregion zwischen Leipzig, Torgau und Wittenberg dabei. Ein Gebiet, das durch verschiedene Mühlen-Typen geprägt und zu den Hochburgen des Mühlen-Wesens bundesweit zählt. Die dominanten Bockwind- werden hier ergänzt durch Paltrockwindmühlen, die Sächsische Turmwindmühle, die Motor-, die Wasser- und die historische Bergschiffmühle – die im Übrigen die einzige original erhaltene in Deutschland ist. Letztere steht in Bad Düben auf dem Burgberg und ist eine von fünf in der Kurstadt, die damit zu den mühlen-reichsten Kommunen in der Bundesrepublik zählen dürfte.

Technik steht im Fokus

Geht es um die Technik, hat die Region wahrlich einiges zu bieten: Die Paltrockwindmühle in Audenhain beispielsweise ist voll mit technischen Raffinessen und vor allem – noch immer voll funktionstüchtig. Die Bockwindmühle in Zwochau stand einst in Schkeuditz, wurde in den Jahren 2007 bis 2009 wegen der Flughafen-Erweiterung umgesetzt. Die windgängige und mahlfähige Mühle ist mit einer technischen Finesse ausgestattet, einem Schrägstockgetriebe. Diese und viele weitere Besonderheiten sind es, die Andrea Heyn, Geschäftsführerin des Vereins Mühlenregion Nordsachsen, verstärkt in den Fokus rücken möchten: „Das sollte auch das wichtigste bleiben.“ 2000 Jahre lang war das Technikwunder Mühle schließlich die wichtigste Maschine der Menschheit, die dereinst die bahnbrechende Erkenntnis gewann, Muskelkraft durch natürliche Energien, Wasser und Wind zu ersetzen.

Vorsichtiger Optimismus in Sachen Nachwuchs

Dass das Interesse in absehbarer Zeit abflaut, befürchtet Heyn eher weniger. Viel mehr treibt sie die Sorge um, dass fortgeführt und bewahrt werden kann, was Generationen zuvor aufgebaut wurde. Etwa die Hälfte der Mühlen in Nordsachsen ist in privater, die andere in Vereins- oder Gemeinde-Hand. Andrea Heyn ist zumindest erstmals seit Jahren „vorsichtig optimistisch“, dass sich auch künftig Enthusiasten finden, die Zeitzeugnisse eines historischen Handwerks bewahren. Beispiele wie in Eilenburg, wo mit Doreen Selent jetzt die Enkelin des einstigen Müllers die letzte Mühle der Muldestadt nach vielen Jahren wieder öffnet. Auch wenn die zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind, bekennt sich die 34-Jährige gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard zur Mühle auf ihrem Grundstück: „Verfallen lassen, so was macht man doch nicht“. Im weiter östlich gelegenen Audenhain ist Reinhard Ebbecke einer der ganz wenigen aktiven Müller, der sein Handwerk trotz der über 80 Lebensjahre „im Rentner-Maßstab“ in seiner windgängigen Patrockwindmühle noch immer betreibt. Auch hier steht mit der Enkelin die nächste Generation bereit. In Löbnitz hat eine Interessengruppe um Bodo Wohlschläger das Werk vom einstigen Mühlen-Besitzer Werner Döbler übernommen. Viele Jahre konnte er die 1760 erbaute Bockwindmühle aus Krankheitsgründen nicht mehr öffnen – in diesem Jahr machen es die Mühlenfreunde möglich. „Das sind Beispiele, die Mut machen“, sagt Heyn. Auch denen, die viel Mühe, Zeit und Geld in ihre Besitztümer stecken.

www.muehlen-nordsachsen.de

Von Kathrin Kabelitz

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