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Nordsachsens Mühlensaison startet am 3. April in Niederglaucha

Mühlenregion Nordsachsens Mühlensaison startet am 3. April in Niederglaucha

Nordsachsens Mühlen drehen wieder kräftig mit am Veranstaltungsrad des Landkreises. Am 3. April, traditionell an einem Sonntag, wird um 13.30 Uhr die Saison 2016 offiziell eröffnet. Gastgeber ist diesmal Familie von Frank Voigt, in deren Eigentum die Bockwindmühle in Niederglaucha (Gemeinde Zschepplin) ist.

Die Mühle in Niederglaucha – hier wird die Mühlensaison am 3. April eröffnet.

Quelle: Verein Mühlenregion

Niederglaucha. Nordsachsens Mühlen drehen wieder kräftig mit am Veranstaltungsrad des Landkreises. Am 3. April, traditionell an einem Sonntag, wird um 13.30 Uhr die Saison 2016 offiziell eröffnet. Gastgeber ist diesmal die Familie von Frank Voigt, in deren Eigentum die Bockwindmühle in Niederglaucha (Gemeinde Zschepplin) ist. Tradition hat ebenso, dass an solch einem Tag die vom Tiefenseer Bäcker Fred Sommerfeld frisch gebackenen Brot-Laibe verteilt werden. Eine Geste mit Symbol-Charakter. Denn den Mühlen-Schmaus bekommen die als Dank überreicht, die mit dem Mühlenwesen in der Region in engem Zusammenhang stehen.

Offizielle Vertreter werden auch diesmal vor Ort sein, so Zschepplins Bürgermeisterin Roswitha Berkes (parteilos), Nordsachsens Wirtschaftsförderin Uta Schladitz aber auch Heidrun Kräger, Vorsitzende des Vereins Mühlenregion Nordsachsen.

Mühle wurde 1748/49 gebaut

Die Orte für die Eröffnungsveranstaltung wie auch für den Mühlentag am Pfingstmontag wechseln jedes Jahr. Aber egal wo – für Heidrun Kräger sind solche Anlässe immer wieder Gelegenheit, zu zeigen, wie „,mühlenlastig unsere Region ist, wie viele verschiedene Bauwerke es gibt.“ Und vor allem welch geschichtsträchtige. So wie im Zscheppliner Ortsteil Glaucha. 1748/49 ließ der Niederglauchaer Rittergutsbesitzer Koch diese Mühle errichten. Einige Jahre verpachtet, erwarb sie später Christian Friedrich Wolkwitz. 1927 erhielt das Bauwerk unter Oswald Wolkwitz einen elektrischen Antrieb. Seit ihrer Errichtung war die Mühle bis 1961 – mehr als 200 Jahre – voll funktionstüchtig, bis die Flügel fast 22 Jahre still standen. Müller Alfred Wolkwitz ließ die durch Sturm geschädigten Ruten jedoch 1983 erneuern. Mehl wurde bis 1950 gemahlen, bis heute dient die Mühle zum Futterschroten in Nachbarschaftshilfe. Die Bockwindmühle ist heute in sechster Generation in Familienbesitz.

Die Mühle in Niederglaucha

Die Mühle in Niederglaucha.

Quelle: Wolfgang Sens

„Wir sind immer glücklich, dass sich jemand findet, eine solche Veranstaltung auszurichten“, sagt Heidrun Kräger. Schließlich stecke ein enormer Aufwand in der Organisation. Umso positiver nehmen die Initiatoren die Resonanz auf. „Es ist schön zu sehen, wenn Familien mit Kindern kommen, um sich die Mühlen anzuschauen.“ Ein Fakt, mit dem der Verein Mühlenregion Nordsachsen auch ein klein wenig die Hoffnung verbindet, dass sich dabei der eine oder andere von der Faszination der technischen Denkmale anstecken lässt. „Wir suchen dringend junge Leute, die die Mühlen auch in der nächsten Generation weiterführen können“, so Heidrun Kräger. Noch seien die erfahrenen Müller da, die ihr Wissen und ihre Kenntnisse weitergeben können. Natürlich, so die Laußigerin, könne man sich auch vieles im Internet erlesen und aneignen: „Aber es geht nicht nur um Ablesewissen sondern auch um erlebbares Wissen.“

Der Audenhainer Reinhard Ebbecke gehört zu diesen alten Hasen. Zum Mühlentag am Pfingstmontag sind seine Familie und er Gastgeber für die Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Mühlentages in Nordsachsen. Erst im vergangenen Jahr hatte Ebbecke mit hohem finanziellen Aufwand die vom Sturm zerstörten Ruten seiner Paltrockwindmühle erneuern lassen und sich dafür professionelle Hilfe vom holländischen Mühlenbauer John de Jong, der mit der Region Nordsachsen enge Verbindungen pflegt geholt. Der 80-jährige Müller, der mit seiner Enkelin jemanden in der Familie weiß, die sein Lebenswerk fortführen wird, hat damit in der Region eine der wenigen Mühlen, deren Ruten sich ab und an noch im Wind drehen.

Umfangreiche Angebote für Besucher

Insgesamt 20 Mühlenstandorte im Landkreis werden am Mühlentag umfangreiche Angebote für die Besucher bereithalten. Geschäftsführerin Andrea Heyn und ihr Team vom Verein Mühlenregion arbeiten derzeit am Programm. 26 Mühlen verzeichnet der Verein mit seinen 46 Mitgliedern – die Gemeinde Löbnitz ist das jüngste – für den Bereich Nordsachsen derzeit. Die technischen Denkmale ziehen Jahr für Jahr Tausende in ihren Bann, die sich von der Kombination Romantik, Technik und Flair begeistern lassen. Menschenmassen strömen gerade per Rad oder per Auto am Pfingstmontag hin zu den Mühlen, die von ihren Besitzern oder Betreibern so instandgesetzt oder gepflegt werden, dass sie für die Nachwelt erhalten bleiben.

Der Start in die Mühlensaison 2016 am 3. April heißt nun: Bis zum Oktober werden an ausgewählten Mühlenstandorten des Kreises jeweils am ersten Wochenende der Monate April bis Oktober Führungen und Besichtigungen angeboten. Eröffnungsveranstaltungen haben sich zu einer guten Tradition entwickelt. In diesem Jahr wird es eine solche bereits zum 17. Mal geben.

Von Kathrin Kabelitz

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Glaucha Zschepplin
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