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Nordsachsens Pflegeeltern tauschen Erfahrungen aus

Treffen in Glaucha Nordsachsens Pflegeeltern tauschen Erfahrungen aus

Zum ersten Mal hat der Pflegeelternverein Nordsachsen gemeinsam mit dem Pflegekinderdienst des Landkreises den Pflegekindertag 2016 ausgerichtet. Im Landhaus Böhm in Glaucha und auf dem nahen Sportplatz war beim Familienfest auch viel Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

Die Traditionstruppe der Alten Schweden aus Delitzsch eröffnen auf dem Glauchaer Sportplatz den Pflegekindertag.

Quelle: Karin Rieck

Glaucha. Sommer, Sonne, viel Abwechslung für Kinder, aber auch kreative Angebote für die Erwachsenen. Auf dem Sportplatz und im Landhaus Böhm, gleich um die Ecke in Glaucha, Gemeinde Zschepplin, haben am Sonnabend alle Beteiligten beim Pflegekindertag 2016 für einen angenehmen Rahmen für den Erfahrungsaustausch und die Kontaktpflege gesorgt. Erstmals richtete der im vergangenen Jahr gegründete Pflegeelternverein Nordsachsen gemeinsam mit dem Pflegekinderdienst des Jugendamtes der Kreisverwaltung diesen jährlichen Höhepunkt aus. Den gibt es unter Regie der Kreisverwaltung seit 2011. Denn „Pflegeeltern wollen gepflegt werden“, brachte es Vereinssprecher Jörg Krause auf den Punkt.

Unkompliziert Hilfe finden

Gemeinsam mit seiner Frau Jana kümmert sich der Sozialpädagoge auf einem geräumigen Hof in Beuden bei Krostitz neben der leiblichen 16-jährigen Tochter um vier Pflegekinder im Alter von ein, drei, fünf und neun Jahren. „Da gibt es schon einmal Momente, in denen man nicht weiter weiß und froh ist, unkompliziert Kontakt und Hilfe zu finden“, beschrieb der junge Mann die Absichten für die Vereinsgründung. Rund 20 Familien sind zurzeit dabei, für zwölf Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr. 160 Familien bieten derzeit landkreisweit 180 Pflegekindern ein intaktes Heim auf Dauer oder auf Zeit, ist von Annett Jörke, Sachgebietsleiterin beim Allgemeinen Sozialen Dienst zu erfahren.

„Es gibt schon mal Differenzen mit dem Amt, ob es finanzielle oder rechtliche Probleme sind, die sich mit einem Verein im Hintergrund als Interessenvertreter besser klären lassen“, erzählte Jörg Krause. Auch für die Vernetzung, Weiterbildung und -entwicklung des Pflegekinderwesens sieht der Pflegevater anhand seiner praktischen Erfahrungen steigenden Bedarf. „Wir arbeiten gut mit dem Jugendamt zusammen, betätigen uns außerdem als Mediatoren, sehen, dass sozialer und medizinischer Beratungsbedarf steigen.“ Denn immer mehr Kinder und Jugendliche müssten in Obhut genommen werden, bestätigte auch Annett Jörke und ergänzte: „Zurzeit sind weitere Bewerber im Prüfungsverfahren.“ Potenzielle Pflegefamilien benötigen ein lupenreines Führungszeugnis, ein sozial intaktes Umfeld, eine gute schulische Bildung, soziales Engagement und natürlich die Liebe zum Kind. „Altersmäßig sollte die Pflegefamilie natürlich auch zusammenpassen.“ In der Regel seien Pflegeltern zwischen 30 und 55 Jahre alt.

Auch Lilly hatte Spaß

Wie beispielsweise Stephanie Schmidt (35) und Karsten Blei (48) aus Delitzsch. Das Paar bestritt beim Pflegekindertag als Mitglied im Traditionsverein der Alten Schweden vom Loberstrand nicht nur Darbietungen der historisch kostümierten Truppe mit. Auch ihr Pflegekind, die kleine Lilly, hatte viel Spaß. „Die Kleine hat sich gut bei uns eingelebt. Es dauerte nur sechs Monate, bis sie bei uns einziehen durfte. Mit ihrem leiblichen Vater gibt es noch Kontakt“, berichteten die neuen Eltern auf Dauer, die Lilly offensichtlich sehr in ihr Herz geschlossen hat.

Etwa 50 Kinder, dazu 80 Pflegeeltern und Offizielle aus dem Jugendamt, dem Sozialdezernat sowie der Regional- und Landespolitik erlebten einen ungezwungenen Samstag. Auch für Heike Schmidt, die neue nordsächsische Sozialdezernentin, ein Premiere. „Bleiben sie uns erhalten“, bat die Oschatzerin. Es sei nicht einfach für sie, die passenden Worte „für diese tolle Leistung“ zu finden. Es sei schön, auch einmal ein öffentliches Lob zu hören“, so Pflegevater Jörg Krause.

Von Karin Rieck

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