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Eilenburg Note "unzureichend" für Eilenburgs Radwege beim Klimatest
Region Eilenburg Note "unzureichend" für Eilenburgs Radwege beim Klimatest
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14:25 19.05.2015
Tom Niklas (14) fährt mit dem Rad zu Schule. Er würde sich wie hier in der Leipziger Straße über mehr Radwege freuen, zumal die Fußwege breit genug sind. Quelle: Wolfgang Sens

Sieger in diesem Bereich ist die Gemeinde Reken im Münsterland mit einer 1,94. Sachsenweit hat Eilenburg seine Spitzenposition eingebüßt, liegt von 17 Gemeinden hinter Löbau und Markkleeberg auf Platz 3. Bester bei den Großstädten ist erneut Münster.

Nur mit letzter Kraftanstrengung hatte Eilenburg die zweite Test-Teilnahme absichern können. Mit 96 Radlern waren es deutlich weniger, die die Fahrradfreundlichkeit bewerteten. 2012 beteiligten sich 175. Zu beantworten waren per Kreuzchen auf einer Skala von 1 bis 6 genau 27 Fragen in verschiedenen Kategorien. Unterm Strich bekommt Eilenburg die Note 3,66 und ist damit geringfügig besser als beim Vergleichs-Test (3,79). "In der Schule ist man mit 3,7 tendenziell versetzungsgefährdet und hat allen Grund, die Schwachstellen kritisch zu hinterfragen", hakt Grünen-Stadtrat Peter Burck, selbst passionierter Radfahrer, nach. So bekam Eilenburg die Note 4,8 für ein fehlendes öffentliches Radverleihsystem, 4,3 für die Kategorie Winterdienst auf Radwegen und 4,2 für Werbung für das Radfahren. Burck sieht das aber nicht als "die entscheidenden Schwachstellen" an: "Eine bedeutende Verbesserung wäre nur durch eine straßenbauliche Veränderung der Magistrale Leipziger und Torgauer Straße zu Gunsten eines geschützten Radweges zu erreichen, während ich jetzt mit Sorge nach hinten sehe, ob ein schneller Typ angebrettert kommt, während ich mich an parkenden Autos vorbeischlängele."

Der Eilenburger kritisiert zudem, dass die verkehrsrechtlich unanfechtbare Festlegung, dass die beidseitige Nutzung der Radwege über die Muldebrücken nicht mehr geduldet wird, zu einer deutlichen Verschlechterung geführt haben. "Vor allem unsere Kinder, die mit dem Rad nach Ost ins Gymnasium oder in die Stadt zur Oberschule fahren, werden so gezwungen, unnötigerweise die stark befahrene Straße zu queren."

Mit Spannung sehe er der Situation am neu zu bauenden Kreisverkehr auf dem Berg entgegen. Er habe als Radfahrer am Butzbacher Platz nur dank Geistesgegenwart und Routine Unfälle vermeiden können, "weil Kraftfahrer aus dem Kreisverkehr auf die Brücke gefahren sind und mich dabei berührt haben, obwohl ich weiter zum Anger fahren wollte." Burck fordert, dass Landesregierung und Kommune den Radverkehr stärker unterstützen und liberalisieren. Die Landtagsfraktion der Grünen setze sich deshalb dafür ein, dass der Freistaat die Mittel zur Förderung des Radverkehrs deutlich aufstockt. Als Ziel sollte bis 2020 ein Radverkehrsanteil von 20 Prozent erreicht werden: "Dazu braucht es aber weiteres Engagement und finanzielle Mittel."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.03.2015
Kathrin Kabelitz

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