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OBM Scheler fordert Rückbau der Schwarzbauten an der Eilenburger Kiesgrube

Debatte im Stadtrat OBM Scheler fordert Rückbau der Schwarzbauten an der Eilenburger Kiesgrube

Die Bungalow-Schwarzbauten am Eilenburger Kiessee sorgen weiter für Zündstoff. Karsten Ittner von der Betreibergesellschaft des Freizeit- und Erholungszentrums, bat den Stadtrat, die Ferienanlage nachträglich zu genehmigen.

Für die Bungalows am Kiessee ist ein Baustopp verhängt.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. An den Bungalow-Schwarzbauten am Rande des Eilenburger Kiessees entzündete sich die Diskussion im Stadtrat am Montagabend. Dabei war der Punkt „städtebaulicher Vertrag zwischen Eilenburg und Doberschütz“ zur Überplanung des Freizeit- und Erholungszentrums (FEZ) von der Tagesordnung abgesetzt und wegen rechtlicher Unklarheiten auf später verschoben worden. Doch Karsten Ittner, vertretungsberechtigter Geschäftsführer der FEZ-GmbH, bat in der Bürgerfragestunde um Entschuldigung für das illegale Vorgehen, aber ebenso um nachträgliche Legalisierung der ungenehmigt entstandenen Bauten und Anlagen. Anhand der Historie versuchte er zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass auf der ehemaligen Spülfläche des Altkieswerks Erschließungsleitungen acht Dauercampingplätze ohne Genehmigung angelegt wurden, auf denen nun feste Bungalows stehen.

FEZ-Chef entschuldigt sich im Stadtrat

Zuerst hätten nach Stürmen immer wieder Bäume gefällt werden müssen. 4800 Quadratmeter Waldrückbau im Lauf der Zeit. 2011 wurde der Eingangsbereich mit Parkplatz und Straße neu gestaltet, im November 2014 die Erschließung in Richtung neuer Plätze in Strandlage fortgeführt, im Februar 2016 wurde mit der Vergabe der Plätze begonnen. Jedoch mit der Maßgabe Dauercamping und Mobilheime dort aufzustellen. Dabei seien sich die Betreiber nicht bewusst gewesen, dass es sich um einen unbeplanten Außenbereich handelt, betonte Ittner. Die FEZ-GmbH habe aber 2016 begonnen, den nötige B-Plan zu erstellen. Zu spät. Im Juli wurde ein Baustopp vom Landratsamt ausgesprochen, das Ordnungswidrigkeitsverfahren im November mit Geldbuße abgeschlossen. Ittner selbst habe eine Abmahnung von der Stadt erhalten. Er räumte Fehler ein: schlechte Kommunikation in Richtung Stadt. Und dass „gewisse Unwissenheit“ vorherrschte, was die Rodungen anging. „Wir haben das nicht so eng gesehen.“ Die Verantwortlichkeit liege klar bei der FEZ. Es bleibe ihm nun nichts weiter, als die Räte zu bitten, zur Entwicklung des Zentrums weiter über die Möglichkeit des Bebauungsplanes nachzudenken. Die Stadt als Eigentümerin der ans FEZ verpachteten Flächen und das Landratsamt könnten zwar den Abriss durchsetzen, doch „unabhängig davon gibt es aus unserer Sicht die Möglichkeit, die Sache zu heilen. Sie nicht als Dauercampingplatz, sondern als Ferienobjekt auszuweisen“.

Hat die Stadt Eilenburg davon gewusst?

Ist solche Unwissenheit glaubhaft bei Gesellschaftern, die mit ihren Firmen allesamt mehr oder weniger mit Baurecht zu tun haben? Daran zweifelt nicht allein Anwohner Christian Sigismund, auch wenn er einräumte, dass ein derartiger Auftritt des geschäftsführenden Gesellschafters vor den versammelten Abgeordneten und Einwohnern Respekt verdiene. Und nach all dem stelle sich die Frage, „ob die Stadt im Vorfeld etwas davon gewusst hat“, brachte es CDU-Stadtrat Hans Polterdorf auf den Punkt. Und: Nach illegaler Rodung und Bebauung „müsste es für den, der sich heute so hinstellt, den Entzug des Pachtvertrages und eine Neuausschreibung geben“, forderte gar der Eilenburger Jürgen Sander. Es hätte nicht passieren dürfen, ohne vorherigen Planungsbeschluss Erschließungen zu beginnen, so Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos). „Die Beteiligten wissen, dass zurückgebaut werden muss. Und es wird zurückgebaut“, präzisierte er gegenüber der LVZ. Der zweite Schritt sei die Nutzung für die Allgemeinheit. Die Gemeinde Doberschütz hat Planungshoheit fürs Gelände auf ihrem Territorium. Mit dem städtebaulichen Vertrag will sich die Stadt Einfluss sichern.

Von Heike Liesaus

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