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Eilenburg Orgelrestauration in Krippehna auf Zielgeraden
Region Eilenburg Orgelrestauration in Krippehna auf Zielgeraden
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06:00 14.08.2018
Wolfgang Engel (links) vom Förderverein der Krippehnaer Sankt-Lukas-Kirche und weitere Mitglieder lauschen den Orgelklängen von Norbert Britze. Quelle: Foto. Steffen Brost
Krippehna

Die Johann-Ernst-Hähnel-Orgel in der Krippehnaer Sankt-Lukas-Kirche ist nach elf Jahren wieder ertönt. Das Kircheninstrument anno 1771 wurde in den vergangenen Monaten restauriert und erstrahlt jetzt wieder in voller Schönheit. Hinter den Initiatoren um Norbert Britze, Vorsitzender des Fördervereins der Krippehnaer Kirche, liegen über drei Jahre intensive Arbeit. Eine der Hauptaufgaben war die Geldbeschaffung. Aus den anfänglich geplanten 150 000 Euro Restaurationskosten wurden 280 000 Euro.

Die Kosten stiegen, weil die äußerst anspruchsvollen Arbeiten zum allergrößten Teil von Hand und meist in Einzelanfertigungen ausgeführt werden mussten. „Trotz des ehemals schlechten Zustandes der Krippehnaer Orgel muss man sich im klaren sein, dass es sich bei dem Instrument um ein äußerst wertvolles handelt. Es soll für die Nachwelt erhalten werden“, sagte Britze. Der Förderverein sammelte bei allen Gelegenheiten Spenden. Geld gab es unter anderem vom Denkmalschutz, vom Bundesministerium für Kultur und Medien, vom Landkreis sowie von zahlreichen Sponsoren und Einzelspendern. Die Sanierung der Orgel begann vor drei Jahren. Im ersten Bauabschnitt wurde das Instrument von der Dresdner Orgelbaufirma Wegscheider komplett demontiert, um Schäden zu erfassen. Gleichzeitig wurde die Balganlage erneuert. Im zweiten Bauabschnitt wurden neue Pfeifen und ein neuer Spieltisch eingebaut. Am Ende wurde das Gehäuse überarbeitet. „Die Orgel befand sich vor der Restauration in einem schrecklichen Zustand. Man brauchte viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass das Instrument irgendwann wieder ertönt. Viele Teile waren vom Holzwurm zerfressen und mussten ausgewechselt werden. Dennoch konnten viele alte Teile wieder mit verarbeitet werden“, sagte Orgelbauer Raymund Herzog.

Orgelbauer Raymund Herzog aus Dresden beim Einbau der letzten Orgelpfeifen in der Krippehnaer Johann-Ernst-Hähnel-Orgel Quelle: Steffen Brost

Auch für Wolfgang Engel aus Krippehna endet mit der Restauration eine große Etappe. „Wenn wir schon vorher gewusst hätte, welche Kosten letztlich auf uns zukommen werden, dann wären wir diese Restauration nicht angegangen. Aber dank vieler Unterstützer konnten wir nun endlich unsere Orgel wieder ertönen lassen“, so Engel vom Förderverein.

Für Norbert Britze ist es eine „Lieblingsorgel in der Region“. Bereits in den vergangenen Tagen saß der Bad Dübener, immer wenn es die Zeit erlaubte, an der Orgel und spielte. Sogar zu nächtlicher Schlafenszeit. Das hätte vergangene Woche fast die Polizei auf dem Plan gerufen. Denn mitten in der Nacht wachte ein Nachbar auf, weil er Töne aus der Kirche hörte. Doch er sah kein Licht. Letztlich legte er sich wieder schlafen und rief nicht die Polizei. „Ich war wach und habe halt mal nachts gespielt. Da stört mich niemand. Die Orgel ist fantastisch geworden“, freute sich Britze. Jetzt will der begnadete Orgelspieler das Instrument zu Gottesdiensten und Konzerten erklingen lassen. Auch die Einbindung in die Orgelstraße Leipziger Land und in die Mitteldeutsche Kirchenstraße ist geplant.

Einweihung mit Programm

Besucher und Freunde von Orgelmusik müssen sich jetzt noch bis zum 2. September gedulden. An diesem Tag ist ab 10 Uhr ein Gottesdienst zur Einweihung geplant. Um 13.30 gibt es zudem Szenen aus Goethes Faust mit Orgel und einer Laienspielgruppe aus Zeesen und ab 16.30 Uhr findet ein Orgelkonzert mit Florian Zschucke, Konzertorganist und Kirchenmusiker in Dessau, statt. Doch auch nach dieser umfangreichen Orgelrestauration wollen Britze und die Mitglieder des Fördervereins die Hände nicht in den Schoß legen. „Zum Teil erfolgten parallel Sanierungsarbeiten am Dach und Dachstuhl der Kirche. Diese sind auch nahezu beendet. Jetzt gehen wir die nächste Aktion an. Geplant ist, dass die Kirche eine neuen schicken Anstrich bekommt“, sagte Wolfgang Engel.

Von Steffen Brost

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