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Eilenburg Paar wird bei Mulde-Spaziergang in Groitzsch angegriffen
Region Eilenburg Paar wird bei Mulde-Spaziergang in Groitzsch angegriffen
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00:20 07.08.2017
Die Muldeaue bei Groitzsch. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Groitzsch

Eigentlich wollte der 51-jährige Familienvater mit seiner Frau (41) und der fünfjährigen Tochter sowie den drei Hunden an jenem Juli-Abend in der Muldeaue bei Groitzsch nur spazieren gehen. So, wie es die Familie regelmäßig tut. Diesmal aber endete der Ausflug in einer handfesten Auseinandersetzung mit einer Gruppe von Kasachen und Ukrainern, die am Ufer zeltete. Die Folge: Der Ehemann und Vater wurde verletzt und musste in der Klinik behandelt werden, seine Frau trug ebenfalls Verletzungen davon. Zu Schaden kam zudem ein Hund der Familie. Jetzt ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung.

Zeugin wählt den Notruf

Ereignet hat sich das Ganze, wie die Polizeidirektion Leipzig jetzt auf Nachfrage der LVZ anonyme Hinweise von Lesern bestätigte, bereits am 20. Juli. Gegen 18.15 Uhr habe an jenem Donnerstag, so Polizeisprecher Uwe Voigt, eine Zeugin über Notruf mitgeteilt, dass es nahe der Muldenstraße zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen sei. Als Beamte des Eilenburger Polizeireviers eintrafen, wurden sie von der 41-jährigen Ehefrau erwartet. Sie seien mit ihren drei Hunden spazieren gewesen, erzählte sie den Polizisten. Den kleinen Hund hätten sie wie gewohnt frei laufen lassen. Sein Ziel seien immer Angler am Ufer, weil er dort kleine Leckerlis bekam. Also rannte der Vierbeiner los, kehrte aber nicht zurück. Statt der Petrijünger hatte sich dort eine Gruppe mit sechs Erwachsenen und zwei Kindern, allesamt Ukrainer und Kasachen, die in Leipzig wohnen, niedergelassen. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Aus der Gruppe heraus sei der Hund getreten und geschlagen und wie ein Sack auf den Boden geworfen worden. Als Grund gaben die Tatverdächtigen später an, das Tier habe eine 17-Jährige in den Arm gebissen. Deshalb sei der jungen Frau deren Vater zu Hilfe geeilt, die Wut habe sich nun voll gegen den Hund gerichtet.

Die Muldenstraße endet in Groitzsch in der Muldenaue. In diesem Bereich kam es am 20. Juli zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen. Quelle: Wolfgang Sens

Ehefrau muss aus der Ferne alles ansehen

Als der 51-jährige Hundehalter die gewaltsamen Handlungen bemerkte, wollte er eingreifen, wurde aber aus der Gruppe heraus angegriffen. Seine Frau gab an, sie habe aus der Ferne ansehen müssen, wie sich mehrere Personen auf ihren Mann gestürzt, ihn beschimpft und brutal geschlagen hätten. Sie hätten mit Füßen nach seinem Kopf und seinem Körper getreten, auch als er schon am Boden lag. Aus der Gruppe heraus hatte ihm dann offenbar ein Mann geholfen, der ihm zurief, er solle abhauen. Das gelang dem 51-Jährigen, der sich mit letzter Kraft zu seiner Frau schleppen konnte. Er musste verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Auch die Ehefrau, die die beiden großen Hunde an der Leine hatte, wurde angegriffen und angepöbelt und hat, so die Polizei, dabei Prellungen und einen Bluterguss am rechten Oberschenkel erlitten.

Hund soll 17-Jährige gebissen haben – Polizei stellt keine Verletzungen fest

Nun ist es an der Polizei, den Fall zu klären. Bei der 17-Jährigen, so Uwe Voigt, hätten die Beamten keine Verletzungen feststellen können. Mindestens zwei hätten die Geschädigten als Akteure erkannt. Offenbar einer der beiden, nämlich der Vater der 17-Jährigen, sei zudem alkoholisiert gewesen. Ein Alkoholtest habe bei ihm einen Wert von 1,26 Promille ergeben, so Voigt. Die Kollegen hätten die Personalien aller betreffenden Personen festgestellt. Für Unmut in den sozialen Netzen hatte der Fakt geführt, dass die Öffentlichkeit zunächst nicht informiert wurde. Der Sachverhalt sei der Pressestelle bekannt gewesen. „Wir wollen keine Halbwahrheiten herausgeben. Bevor nicht alle Beteiligten und Geschädigten gehört wurden, äußern wir uns nicht“, so Uwe Voigt.

Von Kathrin Kabelitz

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