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Eilenburg Parkbankdrama mit – nu, nu – Happy-End
Region Eilenburg Parkbankdrama mit – nu, nu – Happy-End
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20:00 25.07.2010
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„Überall!", antwortet sie mürrisch. Was für ein Duo. Unterschiedlicher könnte es nicht sein, denkt der Besucher und wird im Laufe des Abends eines Besseren belehrt.

Die Dame und der betrunkene Sachse sitzen auf einer Bank. Sie kennen sich nicht, sind auf Annäherungskurs. Sie sagt, sie strickt. Er sagt, sie häkelt. Sie war im Zikus inklusive Liaison mit einem Clown und hat Struppi, den Hund, in der Handtasche. Er hat „Muddi" den Laufpass gegeben. Oder besser sie ihm. Die Dame hat einen verschollen geglaubten Bubi, ihren Sohn. Er, der „In...genieur", den „Langen", „de Große" und noch einen – alle außer Haus.

So ist das eben im Leben, wenn man ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Da hat man sich was zu erzählen. Mit der „Muddi" ging‘s nicht mehr, „besser man trennt das Bett vom Tisch". Der letzte gemeinsame Urlaub in Portugal – eine Farce. „Muddi" zur Kur – das waren „vier Wochen wie in einem Sauerstoffzelt mit Aloe Vera". Und überhaupt: Die „Muddi" wollte er gar nicht heiraten, sondern „de Christine", die hat ihm aber der Paul bei der Doppelhochzeit ausgespannt. Dann hatte er seine Alte an der Backe. „Ich hab sie 20 Jahre vergeblich über die Bettdecke gerollt."

Was für Erkenntnisse. Und was für menschliche Abgründe, die sich da bei ihm und später ihr auftun. Insgesamt ein Drama, das viele kleine Dramen hervorbringt. Und dann diese Mimik und Gestik der zwei Protagonisten – köstlich, sie beobachten zu dürfen. Er, der coole, verschmitzte, leicht schlitzohrige, aber eben auch besoffene, beinahe schon Draufgänger-Typ. Sie, die feine Dame, etwas unscheinbar, die nicht so richtig aus sich rauskommen will oder kann, dann aber doch mal brüllt, als es um ihre Arbeit in einer Näherei ging und ihr Chef, „das blöde Schwein", ihr bei einer Erfindung einen Strich durch die Rechnung machte. „Ganz ruhig, ganz ruhig", wirkt er auf sie ein, um selbst Ruhe zu haben.

Dann kurze Pause, weiter geht‘s: „Die grunzt, die Alte", Böhme gibt solo Kalauer zum Besten. Sie picknicken schließlich, werden zutraulicher und erkennen viele Gemeinsamkeiten. Sie schwärmt von einen Abend mit ihm an der Seite, „bei Wein und Knabberzeug", sich an seine Schulter sanft lehnend. Er macht den Eindruck, in diesem Augenblick die Flucht ergreifen zu müssen. Beide steuern schließlich auf den Höhepunkt des Abends zu. Kriegen sie sich? Diese Frage bleibt offen. Ja, sie wollen sich wiedersehen, eine Firma aufmachen, ihre Idee von einst umsetzen. „Ganz bestimmt!" Er geht, lässt sie fragend und umherirrend zurück. Musik erklingt, das Licht geht aus. Was bleibt: Ein Parkbankdrama mit – nu, nu – Happy-End. Irgendwie jedenfalls. Bitte mehr davon, das Publikum will weiter jubeln!

Nico Fliegner

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