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Eilenburg Paschwitzer stolz: Seht her, das ist mein Gartenparadies!
Region Eilenburg Paschwitzer stolz: Seht her, das ist mein Gartenparadies!
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10:56 20.07.2017
Bei Bernd Stein in Paschwitz sind jetzt jede Menge Lilienblüten zu besichtigen. Quelle: Heike Liesaus
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Paschwitz

Das fällt auf am Ortsrand von Paschwitz: Eine Altneubau, der von besonders vielen Blumen umgeben ist. Wer das Areal erkundet, erlebt immer wieder Überraschungen.

Bernd Stein hat sich sein Gartenreich geschaffen. Mag sein, dass nicht alle Dekostücke jedermanns Geschmack treffen, aber es ist zu spüren: Hier hat jemand mit Eigen- und Familiensinn sein Reich geschaffen. „Als ich 1995 hier ankam, gab es gar nichts“, erzählt Bernd Stein. „Sogar die Bäume habe ich selbst gepflanzt“, weist er auf den Ginkgo, die Lärche, die Weide, an der inzwischen der Blauregen emporklettert. „Es ist einfach klasse, dass er das macht“, sagt eine Nachbarin, die gerade ihren Schuppen abschließt.

Farbenfrohes Blütenmeer

Tausende Lilienblüten fallen besonders auf: Gelb, Organe, Weiß, Rosa, Lila, Rot. „Es sind zirka zehn Sorten“, erzählt der 63-Jährige stolz. Früher hat er als Maurer gearbeitet, jetzt ist er in Frührente. Sein Gang zeigt, dass er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. „Da ist Mehreres“, winkt er ab. Er ist aber trotzdem jeden Morgen ab halb sechs im Garten. Seine Frau verlässt die Wohnung eine Viertelstunde früher, um zur Arbeit nach Leipzig zu fahren. Dann ist für ihn erstmal zwei Stunden lang Gießen angesagt. „Die beste Zeit, später wird’s im Sommer oft zu heiß zum Arbeiten. Aber auch im Winter, wenn es dunkel ist, ist es früh schön, dann kann ich schon mal Schnee schippen.“

Frührentner Bernd Stein hat im Doberschützer Ortsteil Paschwitz einen Garten rings ums dem Altneubau angelegt. Da wohnt er mit seiner Frau, aber auch die Tochter mit den Enkeln sowie weitere Familien und ringsherum blühen Lilien, wächst vieles mehr.

Seine Ideen spiegeln sich überall wieder, etwa in der Freiluft-Werkstatt, am Mini-Goldfischteich und an den Vogelvolieren. Gerade sind aus den Wachteleiern, die er in den Brutkasten gelegt hat, winzige Küken geschlüpft. Kaninchen mümmeln im Stall, irgendwo sollen auch Meerschweinchen sein. Überall im Areal ist Spielzeug seiner Enkel verteilt. Baumhaus, Schaukel, Klettergerüst.

Kleine und größere Sitzgruppen. Bänke und Gartensessel, um immer mal in die Landschaft und über den Garten zu gucken. Dann wieder ein kleines Beet, auf dem die beiden Mädchen Paprika, Petersilie und Blumen gepflanzt haben, oder die Sammlung bunter Gießkannen, die für sie bereitsteht. Die hängenden Erdbeeren, die um diese Zeit reif werden, hat er auch für sie gedacht. Die Tochter wohnt mit den Kindern gleich mit im Haus. „Gut, dass ich unter der Woche Zeit habe, alles zu bearbeiten, denn wenn sie am Wochenende dabei sind, wird nicht so viel“, erklärt Bernd Stein schmunzelnd.

Besuch in Paschwitz willkommen

Er freut sich, wenn immer mal Besuch kommt. Leute aus dem Dorf, die nachsehen, was bei ihm wächst. Aber manche kommen auch weiter her. „Die meisten Pflanzen habe ich durchs Gaubeln und Gucken“, sagt er. Eine Gartenführung sei eigentlich immer drin. Ebenso begeistert ist er, wenn ihm jemand Ableger schenkt von Pflanzen, die er noch nicht hat. So ist inzwischen eine Funkiensammlung zustande gekommen. Ihren großen Aufritt haben diese breitblättrigen Pflanzen, die seine Frau so mag, demnächst, wenn die Lilien verblüht und abgeschnitten sind.

Einige seiner Agavenableger sind sogar schon in den Westen Deutschlands gegangen. „Dabei hatte ich meine erste selbst von dort.“ Er hat halt immer etwas abzugeben. Kleine und größere Exemplare der Rosettenpflanzen mit den lanzenförmigen Blättern hat er auf dem Gemäuer platziert, das Mülltonnen und Teppichklopfstange umschließt. Auch die Lilien bilden immer wieder neue Knollen. Selbst die einstige Seuchenwanne, die auf dem Weg, der mal zum Genossenschaftskuhstall führte, eine Vertiefung bildet, ist begrünt: Töpfe mit Ableger von Kakteen, Engelstrompeten und Palmen stehen dort auf der Betoneinfassung und auf Paletten in der Mitte.

Dass alles so gut gedeiht mag vielleicht auch daran liegen, dass er den Rasenschnitt zwischen die Pflanzen streut. „Das düngt wahrscheinlich. Auf alle Fälle hält es Feuchtigkeit.“ Stein verfügt nicht von ungefähr über den grünen Daumen. „Schon als Kind hatte ich Kakteen in meinem Zimmer gezogen und draußen Ziergeflügel gehalten.“ Auch sein Haus bei Dahlen hatte er später üppig umpflanzt. Das musste damals wegen Scheidung verkauft werden. Und er zog nach Paschwitz. Von einigen seiner Pflanzenschätze hatte er aber Teile abgestochen und mitgenommen. „Ich wollte nie in so einen Wohnblock“, sagt er lachend. „Aber jetzt finde ich’s richtig schön.“

Von Heike Liesaus

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