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Pehritzscher Gutshof-Familie geht in die Offensive

Nach Anwohner-Kritik Pehritzscher Gutshof-Familie geht in die Offensive

10 Hektar Gelände plus anliegende Wiesenflächen und einige Gebäude, Abriss, Entsorgung, Sanierung – Familie Jetting hat sich einiges vorgenommen, um den alten Gutshof zum Reittherapiezentrum umzubauen. Immer wieder kommt Kritik auf, weil auf dem Grundstück angeblich zu wenig passiert.

Das Gelände für die Pferde vor dem Umbau.

Quelle: privat

Pehritzsch. Was passiert eigentlich auf dem Gelände des alten Gutshofes in Pehritzsch? Fragt man Anwohner und Gemeinderat, lautet die Antwort: nichts. Familie Jetting, die das Areal vor zwei Jahren übernommen hat, sagt dagegen: viel. Unterschiedliche Ansichten, die zu Frust führen – und das auf beiden Seiten. Bei Sitzungen der Volksvertreter kocht das Thema regelmäßig hoch. Zuletzt versagte der Rat das gemeindliche Einvernehmen für einen Antrag zur Sanierung und Umnutzung eines Gutsgebäudes von der Schweine- zur Pferde- und Kleintierhaltung. Man wolle ein Signal setzen, hieß es zur Begründung. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass das Landratsamt das Einvernehmen aufgrund des Baurechts ersetzen werde. Dennoch stehen einige Vorwürfe im Raum. Es werde viel begonnen, nichts beendet, am Gebäudekomplex tue sich nichts, herabfallende Ziegel stellten ein Sicherheitsrisiko für Fußgänger dar.

Vorwürfe kommen überraschend

Die Jettings hat dies, wie sie sagen, aus der „Kalten“ erwischt. Sie wähnten sich im guten Austausch mit Ortschaftsrat, Bauordnungs- und Veterinäramt, die sich auf dem Gelände und in den Ställen umgeschaut hätten, sie sahen sich im Ort gut aufgehoben, auch wenn es einen Einspruch eines Anliegers gegen das Vorhaben gäbe. Die massive Kritik habe mittlerweile dazu geführt, dass der Name des Hofes gelitten hat, sagt Sohn Lutz Jetting. Die Betreiber bemühten sich nun redlich, diesen wieder in ein positives Licht zu rücken. 25 Jahre sei hier nichts passiert, seien keine Ansprechpartner vor Ort gewesen, die finanzielle Mittel aufweisen konnten. Und jetzt werde erwartet, dass alles sofort umgesetzt werden könne.

2015 trat die Familie im Jesewitzer Ortsteil an. Entstehen soll hier ein Reittherapiezentrum. „Als wir das Projekt letztes Jahr im Gemeinderat vorgestellt haben, haben wir ganz klar darauf hingewiesen, dass das unsere Planungen für einen Zeitraum von zehn Jahren sind“, betont Lutz Jetting. Bei der riesigen Anlage gehe nun mal alles nur Schritt für Schritt. Für jedes Vorhaben seien Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, die jedes Mal mit neuen Auflagen wie Immissionsschutzauflagen oder Schallgutachten verbunden sind. Hinzu kommen die finanziellen Belastungen, auch die seien nicht mit einem Mal zu stemmen. Deshalb müsse er sich gemeinsam mit seiner Familie, die zusammen mit vier Angestellten auf der zehn Hektar großen Anlage nebst anliegenden Feldern und Koppeln Reiterhof und Landwirtschaft betreiben, um Geld zu verdienen. Ihre bisherige Betriebsstätte in Sehlis sei aufgelöst, Kurse werden angeboten, die gut nachgefragt seien, auch Einheimische würden zu den Kunden zählen.

Gelände ist zehn Hektar groß

Doch es dauert eben. Rund 10 Hektar plus anliegende Wiesen gehören zum Grundstück. Das alte Gutshaus soll wieder zum Wohnhaus werden. Die Baugenehmigung, so Lutz Jetting, liege vor. „Wir sind noch mit dem Denkmalamt im Gespräch. Das will natürlich möglichst eine zu 100 Prozent denkmalgerechte Sanierung. Wir wollen ja auch, dass alles erhalten bleibt, aber es muss natürlich bezahlbar bleiben.“ Im früheren Amtshaus entstehen Sanitäranlagen: „Bisher gab es keine.“ Dazu sind Unterkunftsräume geplant. Auch für die neue Reithalle liege die Baugenehmigung vor, einige Gutachten fehlen noch. Passiert sei schon einiges, sagt Lutz Jetting. Eine alte Scheune wurde abgerissen, eine Mauer blieb auf Anraten der Denkmalbehörde stehen. Der Hof wurde gereinigt, 20 Zentimeter dick sei die Schicht gewesen, die Tiere mit ihren Verunreinigungen hinterlassen hätten, Altbestände der Vorbesitzer wurden entsorgt. Möglichst bald sollen die Schuttberge vom Hof verschwinden. Eine Koppel für Pferde wurde gebaut. Dazu mussten großflächig zugewachsene Areale freigeräumt werden. „Unser Tor steht immer offen und jeder, der Fragen hat, kann sich an uns wenden“, sagen die Jettings und bauen auf Verständnis. Dass Interesse bestehe, sei zum Tag der offenen Tür spürbar gewesen, als sich rund 250 Besucher umsahen.

Von Kathrin Kabelitz

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