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Eilenburg Pehritzscher bekommt Goldenen Meisterbrief zum Geburtstag
Region Eilenburg Pehritzscher bekommt Goldenen Meisterbrief zum Geburtstag
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00:21 27.10.2017
Überraschung: Arno Riegel erhält vom Handwerkskammer-Vize Frank Tollert den Goldenen Meisterbrief. Enkel Sebastian und Ehefrau Ilse freuen sich mit. Quelle: Heike Liesaus
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Pehritzsch

Alle haben Bescheid gewusst, nur das Geburtstagskind nicht. Der Pehritzscher Arno Riegel, der am Dienstag seinen 82. Geburtstag feierte, wurde von Frank Tollert, Vizepräsident der Handwerkskammer (HWK) Leipzig, überrascht. Der überbrachte ihm den Goldenen Meisterbrief. Vor einem halben Jahrhundert hatte Arno Riegel die Meisterprüfung als Fleischer abgelegt.

Würdigung und Dankeschön

Sohn Steffen hatte die Aktion organisiert und seine Mutter Ilse und seinen Sohn Sebastian eingeweiht. Die nahmen den Besuch, der vormittags erwartet wurde, in Empfang. Die Würdigung kommt nicht automatisch. Normalerweise sind die betreffenden Handwerker aufgerufen, sich selbst zu melden. Der Meisterbrief ist als Nachweis bei der HWK einzureichen. In diesem Fall hatte ihn Steffen Riegel in einer unbeobachteten Minute abfotografiert und an die Handwerkerorganisation geschickt. „Wir verleihen die Urkunden dann bei zentralen Feiern“, erklärt Frank Tollert, der selbst Diplomingenieur für Anlagentechnik der Holzindustrie und Glasermeister ist. Aber in einem Fall wie diesen wird auch mal die persönliche Übergabe ermöglicht: Der Geburtstag stand an und der Alt-Meister ist nicht mehr so gut zu Fuß. Umso mehr konnte sich Arno Riegel freuen. „Mit den Meisterbriefen wollen wir Dankeschön sagen für die geleistete Arbeit“, erklärte Tollert. „Ohne Meister wäre zum Beispiel eine duale Ausbildung im Handwerk nicht möglich.“

Hausschlachtungen

Auch Arno Riegel, der damals bei der PGH (Produktionsgenossenschaft des Handwerks) in Taucha arbeitete, bildete viele Lehrlinge aus, begleitete andere Gesellen auf dem Weg zum Meister. Selbst hatte er beim Fleischer Laux in Eilenburg gelernt. Er hätte auch gern als Selbstständiger gearbeitet. Aber als ihm angeboten wurde, eine Leipziger Fleischerei zu übernehmen, hatte er bereits Haus und Hof in Pehritzsch gegenüber seinem Geburtshaus gekauft, aus- und damit die Existenz aufgebaut. Doch er war auch viele Jahre bei Hausschlachtungen in der Umgebung im Nebenerwerb unterwegs, bis er vor 25 Jahren die berufliche Laufbahn aus Gesundheitsgründen aufgeben musste.

Altes Handwerk erfreut die Urenkel

Heute kauft das Ehepaar, das im Sommer Diamanthochzeit feierte, die Wurst am Verkaufswagen der Thallwitzer Fleischerei, der immer freitags in Pehritzsch hält. „Die machen gutes Handwerk“, lobt das Geburtstagskind. Aber den Fleischsalat für Familien-Feiern macht er immer selbst. Er weiß, dass sich die Urenkel besonders darauf freuen.

Von Heike Liesaus

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