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Pehritzscher vollenden Bau ihres plötzlich verstorbenen Nachbarn

Hilfsaktion Pehritzscher vollenden Bau ihres plötzlich verstorbenen Nachbarn

Ein besonderes Hilfsprojekt in Pehritzsch: Sie wollen den Garagenbau eines verstorbenen Nachbarn vollenden und so seiner Familie helfen.

Pehritzscher schicken sich an, den Garagen-Bau ihres verstorbenen Nachbarn zu vollenden.

Quelle: Heike Liesaus

Pehritzsch. So heimlich sieht das nicht aus, was da dieser Tage am Ende der Hauptstraße in Pehritzsch passiert: Mit Maurerkelle, Glättwerkzeug, Mörtelrührer, Wasserwaage, Leitern und Gerüstbrettern, aber auch mit Heckenschere und Harke machen sich Männer und Frauen auf dem Grundstück zu schaffen. Aber es wird hoffentlich eine Überraschung für die Pehritzscherin und ihre beiden Kinder, die am Donnerstag aus dem Urlaub zurückkehren: „Wir bringen den Außenputz an die Garage“, erklärt Gordon Kronfeld, einer der Helfer.

Die Nachbarn wollen die Frau unterstützen, die ihren Ehemann plötzlich verloren hat. Und sie wollen auch zeigen: Sie steht nicht allein da. Es geht weiter. Denn ihr Mann, 44 Jahre alt und Heizungsbauer, sei selbst immer für die Gemeinschaft da gewesen. „Es war für alle ein Schock. Er kam Ende März von einer kurzen Motorrad-Ausfahrt nicht wieder. Ein Herzinfarkt auf einer wenig befahrenen gelegenen Strecke, sodass Hilfe zu spät kam“, erzählt Kronfeld.

Bau- und Basteldomizil

Die Garage hatte sich der Familienvater in den vergangenen anderthalb Jahren hochgezogen, sie sollte sein Bau- und Basteldomizil werden. Nun stand der unvollendete Bau allen vor Augen. „Wir sind eine sehr gute Dorfgemeinschaft. Es gibt viele Zuzügler, die alle mithelfen. Das kenne ich eigentlich nur von hier“, stellt Gordon Kronfeld fest, der selbst in Pehritzsch aufgewachsen ist und nur für einige Jahre in einem der Nachbarorte wohnte. Die Familie des Verstorbenen war auch erst vor vier Jahren in den Jesewitzer Ortsteil gezogen. Doch der 44-Jährige hatte sich vielfältig eingebracht. „Er ist selbst zu Weihnachten rausgefahren, um die Heizung zu reparieren. Oder beim Dorffest, als die Kühlung des Bierwagens ausfiel, hat er sich gekümmert“, erinnert Kronfeld. „Die Garage soll einfach nicht unvollendet stehen bleiben. Ob sie’s noch streichen wollen, können sie dann selbst entscheiden.“

Brauerei-Aktion

Die Idee für die Aktion kam aus den Reihen des Sportvereins. „Die Nachwuchstanzlehrerin brachte sie auf. Ich habe dann erstmal eine Whatsapp-Gruppe gegründet und herumgefragt, was die anderen davon halten. Dazu kam: Die Krostitzer Brauerei hatte für ihre „Wahre Helden bewegen was“-Aktion aufgerufen. Die Pehritzscher konnten 1976 Stimmen für ihr Projekt „Wir helfen Heike“ einheimsen, gehörten so zu den Siegern. 1000 Euro werden ihnen zur Verfügung gestellt. „Wir hätten zwar sicher auch im Dorf Spenden zusammenbekommen, aber das war natürlich wie ein Lotto-Gewinn“, erzählt ein Helfer.

30 Nachbarn

Am Tag, nachdem die Nachbarin mit ihren Kindern und den Eltern in den Urlaub nach Norwegen gestartet war, ging es los. Die ersten Putz- und Sockelschienen wurden an den Mauern montiert. „Der Regen zwischendurch war natürlich blöd“, stellt Kronfeld zum Ablauf fest. Doch am vorigen Wochenende war bei strahlendem Sonnenschein noch einmal ein richtiger Subbotnik angesagt, legten insgesamt 30 Helfer, Nachbarn und auch Freunde aus Nachbardörfern Hand an. Natürlich fanden sich auch einige Bau-Fachleute darunter. Aber nicht allein Kräfte fürs Bauliche wurden gebraucht. Wer nicht mit verputzte, kümmerte sich im Garten.

Nun wird die Familie in Pehritzsch zurückerwartet. Die Nachbarin soll auch noch den Restbetrag des gewonnenen Geldes bekommen, verspricht Gordon Kronfeld. Denn die Einfahrt wird auch noch nötig sein, wenn das Bau- und Basteldomizil künftig als richtige Garage genutzt werden soll.

https://www.ur-krostitzer.de/wahre-helden-bewegen-was/gewinnerprojekte/

Von Heike Liesaus

Pehritzsch 51.39842 12.5903988
Pehritzsch
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