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Eilenburg Personalwegfall stellt Sparkassenkunden in Eilenburg vor Probleme
Region Eilenburg Personalwegfall stellt Sparkassenkunden in Eilenburg vor Probleme
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00:34 04.03.2018
In der Sparkassen-Filiale Eilenburg-Berg stehen seit Anfang des Jahrs nur noch Automaten. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Bargeldverkehr am Schalter – damit ist seit Jahresanfang in der Sparkassen-Filiale Eilenburg-Berg Schluss. Der Standort hat sich zu einem reinen Selbstbedienungscenter gewandelt. Nur noch ein Geldautomat, ein Kontoauszugsdrucker und ein Automat für Überweisungen stehen zur Verfügung. Mitarbeiter grüßen keine mehr. Für Bankgeschäfte am Schalter wie für eine Beratung müssen Kunden in die City kommen. Wie kommen sie damit klar?

Keine Hilfe bei technischen Problemen

Michael Kopsch (58). Quelle: Heike Liesaus

Der Personalwegfall stößt insbesondere älteren Bürgern sauer auf. „Wir finden das nicht gut“, sagen etwa Jutta (78) und Eberhard Kunze (80). Bei Problemen mit der Technik sei niemand mehr da, der Hilfe leisten könnte. Manchmal sei ein Automat defekt, manchmal werde eine Überweisung nicht angenommen. „In solchen Fällen wissen wir oft nicht weiter.“ Das Ehepaar ist einmal pro Woche in der Filiale, unter anderem um Rechnungen zu bezahlen, hat zudem mehrere Sparkassen-Verträge, die hin und wieder ein persönliches Gespräch erfordern. Doch bis in die Innenstadt ist es ein weiter Weg für die beiden Senioren. „Und wo ist eigentlich der Einspareffekt?“, fragt Eberhard Kunze. Er verweist darauf, dass die Mitarbeiter nur versetzt, nicht aber gekündigt wurden, die Räume zudem weiterhin beheizt und die Automaten gepflegt werden müssten.

Auch Anwohnerin Waltraud Treff (75) zeigt sich verärgert. „Auf dem Berg leben viele ältere Menschen“, sagt sie. „Die kommen häufig mit den Automaten nicht klar.“ Der Weg bis in die Mitte sei für viele beschwerlich. Eine 55-jährige Kundin pflichtet ihr bei. Sie kann den Rückzug nicht nachvollziehen. „Der Zulauf war doch immer ziemlich groß.“

Jüngere Kunden vertrauen auf Online-Banking

Anja (36) und Anjali Wackernagel (9). Quelle: Heike Liesaus

Beim Vor-Ort-Besuch an einem späten Werktagnachmittag herrscht reger Verkehr in der Zweigstelle. „Es ist Monatsende. Da wird Rente ausgezahlt“, geben Gerlinde (68) und Werner Lange (82) zu bedenken. Sie nehmen die Situation hin, wie sie ist. Ändern könne man sie sowieso nicht. Und ein Wechsel komme nicht in Frage. Werner Lange mit einem Lächeln: „Wenn es sein muss, fahren wir mit dem Auto in die Innenstadt.“ Dort gibt es allerdings keinen Parkplatz direkt vor der Tür, wie Anja Wackernagel aus Kospa nur zu gut weiß. Sie bevorzugt deshalb die Sparkasse auf dem Berg. Dass diese nur noch Selbstbedienungsfunktionen bietet, stört sie nicht. „Wir machen viel Online-Banking“, so die 36-Jährige.

Bankgeschäfte digital erledigen – darauf vertraut auch Michael Kopsch (58). Der Anwohner ist allein, um Geld abzuheben, auf die Niederlassung am Berg angewiesen. Ihn freut es aber, dass die Mitarbeiter nicht entlassen wurden.

Hans-Jürgen Erlebach (70) Quelle: Heike Liesaus

Eine Filiale ohne Personal kann sich Hans-Jürgen Erlebach auf Dauer nicht vorstellen. „Ich brauche die Beratung“, sagt der 70-Jährige, der die Sparkasse-Berg höchst selten aufsucht. Normalerweise geht er in die Filiale in Ost. Die hat noch einen Schalterbetrieb. „Und mit dem bin ich sehr zufrieden“, betont er.

Von Matthias Klöppel

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