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Pfarrer Eckehart Winde verlässt Eilenburg

Martin-Rinckart-Gemeinde Pfarrer Eckehart Winde verlässt Eilenburg

Jetzt löst er sein Versprechen ein: Eckehart Winde, evangelischer Pfarrer der Martin-Rinckart-Gemeinde, verlässt Eilenburg. Damit kann nach den Querelen im Gemeindekirchenrat ein lang geforderter Schlussstrich gezogen werden. Wie sich die Zukunft um die Eilenburger Pfarrstelle insgesamt gestaltet, ist jedoch weniger klar.

Blick auf die Nikolaikirche in Eilenburg.

Quelle: privat

Eilenburg. Jetzt löst er sein Versprechen ein: Eckehart Winde, evangelischer Pfarrer der Martin-Rinckart-Gemeinde, verlässt Eilenburg. Damit kann nach den Querelen im Gemeindekirchenrat ein lang geforderter Schlussstrich gezogen werden. Winde, der im Februar 2012 seinen Dienst in der Stadt antrat, wird voraussichtlich noch im Frühjahr in die Harz-Stadt Blankenburg wechseln. „Aber zu Ostern bin ich auf alle Fälle noch da“, betont der 38-Jährige, denn er habe dazu schon einige Nachfragen gehabt. Der Umzug der mittlerweile vierköpfigen Familie und damit sein Dienstbeginn im Harz würden nur noch von der Klärung der Wohnungsfrage abhängen.

Für den gebürtigen Magdeburger Winde war die Pfarrstelle in Eilenburg keine einfache. Im Sommer 2014 kam es zum Zerwürfnis zwischen ihm und einem Großteil der Eilenburger Gemeinde. Vorwürfe hagelten, sie betrafen unter anderem Verfügbarkeit, Führungsqualitäten, die Fähigkeit, zu unterscheiden, wo Unterstützung nötig ist und wo nicht. Im Sommer war gar ein Versetzungsantrag gestellt worden, der allerdings aufgrund von Formalien nicht umsetzbar war. Das gipfelte darin, dass damals sechs von zehn Mitgliedern des Gemeindekirchenrats zurücktraten. Winde, der Theologie in Leipzig und Berkeley (Kalifornien) studierte, dann in Ilmenau und Wurzbach tätig war, verwahrte sich gegen die Vorwürfe, sah sich persönlich diskreditiert und eher als Stein des Anstoßes für Konflikte, die es ohnehin in der Gemeinde offenbar gegeben hatte. Aber er wollte sich durch seine Bewerbung andernorts, wie er damals bereits sagte, „aus dem Weg nehmen“.

„Man denkt ja bei Zerwürfnissen gern daran, dass irgendjemand Schuld hätte. In Eilenburg gibt es nach meinem Dafürhalten keine Schuld, die man irgendwie verteilen könnte. Die gegenseitigen Erwartungen sind aber so grundverschieden, dass ich eine mögliche Annäherung aneinander nicht sehen kann“, hatte Superintendent Mathias Imbusch im Interview vor einem Jahr zu den Vorgängen erklärt.

Mittlerweile hat sich das Verhältnis Pfarrer und Gemeinde etwas stabilisiert, ist auch der Posten des Kirchenratsvorsitzenden wieder mit Torsten Pötzsch besetzt: „Wir haben uns in der insgesamt schwierigen Situation zusammengerauft. Er steht nun zu seinem Wort.“ Auf volle Stärke ist der Gemeindekirchenrat aber noch nicht wieder angewachsen, aktuell wirken sechs Mitglieder mit.

Der Gemeinde stehen indes noch weitere Änderungen bevor: Spätestens ab 1. Januar 2017 werden die Pfarrstellen Bad Düben und Eilenburg auf jeweils eine Pfarrstelle reduziert. Dann gibt es also eine halbe Stelle für Bad Düben und Tiefensee sowie eine halbe für Eilenburg. Die neuen Strukturen waren angesichts des demografischen Wandels in der Kreissynode im November vorgestellt worden. Ob die beiden Stellen als eine ganze oder getrennt ausgeschrieben werden, steht noch nicht fest.

Wie kann sich die kirchliche Gemeinschaft in Eilenburg dieser Situation stellen? Auch das dürfte Thema der Gemeindeberatung werden, von der bereits vor einem Jahr die Rede war. Dabei wird von neutraler Seite analysiert, wo Konflikte liegen und was der Gemeinde wichtig ist, welches Leitbild sie sich selbst gibt und welche Kräfte dafür aufgebracht werden können. Der Gemeindekirchenrat hat mittlerweile den dazu nötigen Beschluss gefasst. „Wir stehen zurzeit in den Verhandlungen“, berichtet Superintendent Mathias Imbusch. Denn die Beratung werde von extra dafür ausgebildeten, aber ehrenamtlichen Kräften durchgeführt. Wann genau das Projekt startet, kann Imbusch noch nicht sagen. Er rechnet mit einem Termin nicht vor Pfingsten. Damit wird es nach Windes Weggang sein.

Von Heike Liesaus

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