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Pfeilspitze aus der Bronzezeit – Ausgrabungen auf B-87-Baustelle bei Mockrehna

Archäologie Pfeilspitze aus der Bronzezeit – Ausgrabungen auf B-87-Baustelle bei Mockrehna

Auf der Straßenbaustelle der B 87 bei Mockrehna sind seit einigen Tagen Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie am Werk, um Überreste menschlicher Besiedlungen zu bergen. Eine ca. 4000 Jahre alte Pfeilspitze aus der Bronzezeit gehört zu den zurzeit rund 150 verwertbaren Grabungsfunden.

Archäologin Vera Hubensack zeigt eine bei den Grabungen entdeckte Pfeilspitze.

Quelle: Wolfgang Sens

Mockrehna. Das ist nicht nur für die Archäologin Vera Hubensack Lohn einer mühsamen Arbeit: Eine zirka 4000 Jahre alte Feuerstein-Pfeilspitze aus der Bronzezeit haben sie und weitere fünf Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie Sachsen dieser Tage auf der Baustelle der Bundesstraße 87 bei Mockrehna geborgen. Zu den etwa 150 Fundstücken, vor allem im Bereich des Abzweiges nach Gräfendorf, gehören zudem Keramikscherben, an deren Beschaffenheit und Verzierungen ihr Alter geschätzt werden kann, auch das von Werkzeugen oder Waffen, wie die etwa vier Zentimeter lange Pfeilspitze. „Deren Datierung auf die Bronze- oder Eisenzeit sind aber nur erste Schätzungen. Genauere Untersuchungen finden später im Dresdner Landesamt statt“, so die Grabungsleiterin. Für mehr Informationen in diesem Bereich sei es nach den ersten beiden Wochen Arbeit auf der Straßenbaustelle noch zu früh.

Dübener Heide ist Fundgrube für Archäologen

Auf dem etwa einen Kilometer langen Ausbaustück konzentrieren sich die beiden Archäologen und ihre vier Helfer auf Erdverfärbungen, durch die sich auf Reste ehemaliger menschlicher Siedlungen und deren Alltag schließen lassen. Dringen also Bagger ins Erdreich vor, gilt der aufmerksame Blick der Fachleute quasi den Schatten, die frühere Bodeneingriffe hinterließen, beispielsweise Brunnen oder Abfallgruben. Die Dübener Heide verspricht dort, wo ausgegraben wird, erfolgreiche Forschungen, denn das Areal ist für seine bronzezeitlichen Grabhügel bekannt. Und so war es naheliegend, nach einem Abgleich mit den Archiven des Landesamtes für Archäologie auch auf dieser Straßenbaustelle nachzuschauen, ob Zeugen der Vergangenheit der Nachwelt erhalten werden können. „Es ist vorgeschrieben, dass Bauträger ihre Projekte auch dem Landesamt rechtzeitig anzeigen, damit dort geprüft werden kann, ob archäologische Untersuchungen sinnvoll sind“, so die Fachfrau aus Leipzig. Unter ihrer Regie werden die Funde bei Mockrehna eingegrenzt und markiert, vermessen, fotografiert und in den Unterlagen dokumentiert. Der Ablauf muss laufend mit dem Bauträger abgesprochen und koordiniert werden, damit die Arbeiten auf der Baustelle parallel fortgeführt werden können.

Forscher und Bauleute arbeiten parallel

Noch bis Ende August, ist abzusehen, werden die Altertumsforscher an dieser Stelle beschäftigt sein. Die Funde gehören dem Freistaat Sachsen, werden anschließend in Dresden weiter untersucht und dort archiviert. Der dreispurige Ausbau des vierten Bauabschnitts der Bundesstraße 87 zwischen dem Abzweig Gräfendorf und der „Stern“ -Kreuzung bei Klitzschen, beides Ortsteile der Gemeinde Mockrehna kurz vor Torgau, läuft derweil in Abstimmung mit den archäologischen Grabungen weiter. Während der Vollsperrung wird der alte Fahrbahnaufbau abgetragen und vollständig neu errichtet. Auch ein Rad- und Wirtschaftsweg wird an diesem deutlich verbreiterten Straßenstück entstehen. Bis Ende 2017 soll das Projekt, das der Bund mit Gesamtkosten in Höhe von fast sechs Millionen Euro als zurzeit teuerstes in Nordsachsen finanziert, fertig werden. Für Verkehrsteilnehmer bedeutet die Vollsperrung der B 87 in diesem sensiblen Bereich zunächst bis zum 11. November umfangreiche Umleitungen in beide Richtungen.

Von Karin Rieck und Wolfgang Sens

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