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Eilenburg Pläne für Eilenburger Skater-Anlage sind da – was fehlt, ist das Geld
Region Eilenburg Pläne für Eilenburger Skater-Anlage sind da – was fehlt, ist das Geld
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07:41 04.04.2016
Die Skater-Elemente könnten zwischen den „Straßen“ im Verkehrsgarten platziert werden. Quelle: Repro/Wolfgang Sens LVZ
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Eilenburg

Jugendliche, die Skate-Boards herumtragen, gehören in Eilenburg zum Stadtbild. Doch einen richtigen Ort, an dem sie die Bretter mit Rädern auch nutzen können, gibt es in der Muldestadt bisher nicht. Bereits seit einigen Jahren ist eine Skateranlage im Gespräch. Mit dem Stadtjugendrat wurden die Bemühungen noch einmal forciert. „Mittlerweile sind fast alle Signale auf Grün gestellt. Nur die Polizei, die den Verkehrsgarten betreibt, muss noch zustimmen“, erklärt Ron Bräunig zum Stand der Dinge. Er ist Leiter des Jugendtreffs Falle EB und verantwortlich fürs Jugendhaus VI in der Dr.-Belian-Straße. Der Platz davor ist für den Bau der Anlage ausersehen. Dieser Tage gab es noch einmal ein Gespräch mit Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos). Die Stadt würde demnach die Funktion als Bauträger übernehmen. „Uns würde das überfordern“, so Bräunig. „Wir kümmern uns dann aber um Wartung und Instandhaltung.“ Die Zustimmung der Verkehrspolizei ist noch einzuholen. Denn sie übt mit Grundschülern auf dem Platz vorm Haus VI das richtige Verhalten im Straßenverkehr als Radler. Dafür ist dort ein Parcours markiert. Aber die Elemente sollen so aufgebaut werden, dass sie den Verkehr auf diesen „Straßen“ nicht behindern, zeigen die Entwürfe. Der Verkehrsunterricht und die Skater-Nutzung würden ja zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden.

Auch im Sozialausschuss des Stadtrates ist das Projekt vorgestellt worden. Aber die größte Hürde steht noch bevor: „Geld muss irgendwoher beschafft werden“, so Bräunig. „Wir müssen sehen, dass wir in irgendein Förderprogramm reinpassen.“ Die ins Auge gefasste Anlage ist zwar günstig zu haben, inklusive Transport und Aufbau für 26 000 statt 45 000 Euro. Aber auch das ist viel Geld.

Bis jetzt suchen viele Eilenburger Jugendliche, die sich diesem Sport verschrieben haben, nach einer möglichst glatten Fläche. Oder sie fahren zu den Anlagen nach Taucha oder Leipzig. Ein solcher „Spielplatz“ ist immer auch ein Treffpunkt für Jugendliche. Auch BMX-Fahrer könnten ihn nutzen. Deshalb wird das Ziel weiterverfolgt: „Wir sind einfach optimistisch, dass wir mit Hilfe der Eilenburger die Finanzierung des Eigenmittelanteils hinbekommen“, erklärt Bräunig. Möglicherweise geht das über Crowdfunding, wörtlich: Schwarm-Finanzierung. Dabei wird ein Projekt über eine vielköpfige Spender-Gruppe unterstützt. „Wir waren auch schon mit dem Verein für das Regiocrowd im Gespräch, der uns vorgestellt hat, wie das abläuft.“ Der Naturparkverein Dübener Heide hat dieses Internetportal ins Leben gerufen. Es ist Sachsens erste Plattform für Zeit- und Geld-Engagement. Über diese Form bürgerschaftlicher Initiative könnten nicht allein Umwelt- und Heideprojekte unterstützt werden, sondern auch Soziales und Kulturelles. Wenn eine avisierte Summe nicht zustande kommt, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück. Sie spendieren es auch nicht völlig ohne Gegenleistung. „Geschenke“ werden jeweils gestaffelt für kleinere und größere Fördersummen angeboten. „Wir haben sogar schon überlegt, was wir da machen könnten“, erklärt der Jugendhaus-Leiter. Skater-Kurse vielleicht? Aber die kann nun mal nicht jeder potenzielle Spender wahrnehmen. Doch das Haus VI und das Open-Air-Terrain dahinter haben schließlich auch jede Menge Potenzial für andere Events und Angebote.

Von Heike Liesaus

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