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Platte wird platt gemacht - aber was wird aus dem Gelände?

Platte wird platt gemacht - aber was wird aus dem Gelände?

Bis Dienstag wird's. So die Prognose von Kafril-Bauleiter David Kloppe. Er behielt Recht: Seit gestern ist der Plattenbau neben dem ehemaligen Bennewitz-Stadion Geschichte.

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Routiniert trägt der Bagger die Platten des WPS-70-Blocks neben dem früheren Bennewitz-Stadion ab.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Nur ein Haufen Betonplatten ist vom Fünfgeschosser übrig. Seit Freitag hatte sich der Spezial-Bagger durch die Wände gebissen, fast liebevoll an Bauteilen gerüttelt, hier und dort ein Blechstück vom Abluftschacht herausgezupft und gezielt in Richtung Metallhaufen abgeworfen.

Vor diesen weit sichtbaren Aktionen waren bereits Fenster demontiert und schadstoffhaltige Baustoffe entfernt worden. So die teerhaltige Abdeckung auf dem Dach, Mineralwolle und Fugenabdichtungen. Der Block wurde Ende der 1980er-Jahre als Lehrlingswohnheim errichtet. Nach der Wiedervereinigung diente das Objekt als Asylbewerberheim, das 2010 geschlossen wurde, als die Zahl der Flüchtlinge weit zurückgegangen war. Die Stadt hat den leer stehenden Block, der sich immer mehr zum Schandfleck entwickelte, Anfang des Jahres zum symbolischen Preis von einem Euro von der Betreiberfirma gekauft, um ihn abzureißen. Mittlerweile wurden in Eilenburg zwar erneut fast 100 Flüchtlinge aufgenommen, aber nun wird die dezentrale Unterbringung favorisiert.

Die Architektur der Hauses war zwar schmucklos, aber geschichtsträchtig: WPS 70 ist ein typischer Vertreter der DDR-Plattenbauweise. Unter den rund 1,52 Millionen auf diese Art errichteten Wohnungen war er mit 645 000 vertreten. Baggerführer und Abriss-Routinier Mario Ufert traf in Eilenburg somit auf Bekanntes: "An etwa 20 bis 30 der WPS- 70-Häuser hatte ich schon zu tun. Das ist recht simpel, lässt sich leicht auseinandernehmen. Die Platten sind jeweils nur an zwei Eisen festgemacht. Aber diese Aufträge sind mittlerweile selten." Denn was nicht mehr gebraucht wird, sei nahezu verschwunden. Viele dieser Wohnblöcke wurden aber auch saniert.

An der Eilenburger Ziegelstraße werden sich in den nächsten Tagen zwei kleinere Bagger mit dem Rest des Bauwerks befassen. Es gehört ja auch noch ein Keller dazu. Die Platten werden zerkleinert und abtransportiert, die Grube dann mit Erde aufgefüllt. Aber was wird mit dem Areal? Im Flächennutzungsplan ist das Gelände des ehemaligen Asylbewerberheims als Grünfläche dargestellt. "Aus derzeitiger Sicht ist sie also nicht wieder bebaubar", erklärt Heiko Leihe, in der Stadtverwaltung verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Gleiches treffe auf Anlagen zu, die auf dem ehemaligen Bennewitz-Stadion entstanden, das wegen ständiger Überflutungen aufgegeben ist: der Dirt-Park der BMX-Fahrer und der Parcours der Auto-Modellbauer.

Der Abriss des Wohnblocks rückt auch das Areal nebenan in den Fokus, auf dem noch vor knapp zehn Jahren die Ruine des ECW-Kraftwerkes stand. Dieses ist als Mischgebiet ausgewiesen. Dort gab es zwischendurch die Idee, ein Open-Air-Theater-Projekt anzusiedeln. Auch eine Supermarkt-Kette hatte Interesse. Aber konkret ist noch nichts geworden. "Im Moment gibt es keine ernsthaften Ansiedlungs-Absichten", berichtet Leihe. "Das würde dann auch einer kompletten Überplanung bedürfen." Ein Prozedere mit Bebauungsplanaufstellung und Verkaufsbeschlüssen, wie es für die Fläche im Stadtteil Berg gegenüber der Tankstelle in Gang gesetzt wurde, auf der Aldi eine neue Filiale errichten will und ein Kreisverkehr angelegt werden soll.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.10.2014
Von Heike Liesaus

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