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Politik am Open-Air-Stammtisch in Gotha

Serie Unterwegs in ... Politik am Open-Air-Stammtisch in Gotha

In Kossen, Groitzsch und Gotha, die drei Jesewitzer Dörfer, zeigen sich dem Besucher derzeit als Idyll pur. Allerdings: Die letzte verbliebene Gaststätte ist zu. Außerdem fragen sich die Einwohner, warum die Fällaktion der Angler am Gothaer Teich sein musste oder warum Patienten konsequent so parken, dass Kinder auf die Straße ausweichen müssen.

Romantischer Sonnenuntergang am Dorfteich. Doch die Gothaer fragen sich immer noch, warum die Bäume am Teichufer wegmussten.

Quelle: Heike Liesaus

Gotha. Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ- Serie „Unterwegs in ...“ zeigt es.

Der Ortschaftsrat Gotha, Kossen, Groitzsch feierte Premiere: Die erste Versammlung im Freien. Immerhin schützt ein Dach die Bänke am Spielplatzfreisitz in Gotha. Überhaupt präsentieren sich die drei Orte zurzeit als Sommer-Idyll: Romantische Wege in der grünen Aue, Schwalben, die über den Himmel jagen, die ruhigen Teiche und die Mulde. Grund für den Open-Air-Treff: Die Gaststätte neben dem Gothaer Freisitz ist seit einigen Monaten geschlossen. Der neue Eigentümer baut sie zu Wohnzwecken. Anlass zur Ideensuche für einen witterungsfesten Versammlungsort. Der Raum der Gemeinde im Ortsteil Jesewitz wurde als zu weit verworfen. Vielleicht ließen sich andere Räume privater Unternehmen nutzen. Es folgten kritische Punkte im Dorfleben: Patienten der Hautarztpraxis im alten Gothaer Gutshaus parken ihre Autos auf dem Fußweg, sodass Kinder auf die Straße ausweichen müssen. Schwer vorstellbar, dass der Mediziner während der Behandlung darauf hinweist. „Aber vielleicht könnten wir Flyer auslegen“, so der Vorschlag aus der Runde.

Illegale Baumfällung

Die Baumfällung am Ufer des Teiches ist auch noch nach mehr als einem Vierteljahr Aufreger. „Gemeinde und Umweltamt wussten vorher nicht Bescheid“, erklärte Ortsvorsteher Ralf Kulitzscher (WG). „Der Stamm hatte zwei Meter im Durchmesser und wies keine Fäulnis auf. Das hätte nicht sein müssen. Es gab eine Anzeige.“ Die Angler hatten am Teich aufgeräumt. Allerdings räumte die Runde auch ein: Das Schilf musste raus, sonst würde der Teich bald davon gänzlich überwuchert. „Der Anglerverein hat’s entsorgt und das kommt richtig teuer“, befand Bürgermeister Ralf Tauchnitz (WV).

Schicker Spielplatz

 

Der Spielplatzes in Kossen ist nach dem Hochwasser 2013 „schick und neu“ aufgebaut, so eine andere Seite der Bilanz der vergangenen Monate. Das Nass ist aber trotz des inzwischen vollendeten Flügeldeichs nach wie vor Thema. In der Dorfmitte fließt bei Starkregen Oberflächenwasser zusammen. „Irgendwann ist jeweils der Dorfplatz geflutet“, berichtete Ortschaftsrat und Anwohner Urban Trültzsch. Es soll dazu nach den Sommerferien einen Ortstermin mit den Kommunalen Wasserwerken Leipzig geben, so Tauchnitz.

Nutzlose Deichscharte?

 

Kopfschütteln löste im Nachhinein der bauliche Aufwand wegen des Seeadlers bei der Errichtung des Deiches aus: Weil der seltene Vogel von Scheinwerfern der Autos geblendet werden könnte, die auf der Straße den Deich überquert hätten, war extra eine Deichscharte mit Tor errichtet worden, das noch dazu im Notfall nur schwer zu verschließen ist. Jetzt hat sich der Adler seinen Horst an einer anderen Stelle gebaut, erzählte Anwohnerin Gisela Wolther.

Verfallender Speicher

 

Die Groitzscherin Karen Fuhrmann erinnerte daran, dass der historische Speicher an der Dorfstraße weiter verfällt. Es gibt Gefährdungen wegen herabfallender Steine. Hier sollte sich das Ordnungsamt des Landkreises mit dem Eigentümer in Verbindung setzen, so Tauchnitz, der eine gute Nachricht zum Verbindungsweg zwischen Groitzsch und Kossen hatte: Er wird voraussichtlich im Frühjahr gebaut. Das wäre die letzte Schadensbeseitigungsprojekt nach der Flut 2013.

Länger wird wahrscheinlich der Ausbau fürs schnelle Internet dauern. Jesewitz schließt sich dabei einem vom Landkreis forcierten Programm an. „Ich denke, das sind noch zwei bis drei Jahre. Die Bedarfsstudie ist fertig. Die Fördermittel sind beantragt“, so der Bürgermeister. „Auf uns als Gemeinde kommen dann voraussichtlich noch 100 000 bis 150 000 Euro Eigenanteil zu.“

Bereits erschienen: Wölkaus Nachrichten-Zentrale, Kanalbau in Hohenprießnitz,
Lemsel sucht Anschluss

Von Heike Liesaus

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