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Eilenburg Polizei sucht Brandstifter im Eilenburger Garagenkomplex Fischerweg
Region Eilenburg Polizei sucht Brandstifter im Eilenburger Garagenkomplex Fischerweg
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15:14 28.05.2018
Blick auf einen Teilbereich im Garagenkomplex Fischerweg. Hier hat es bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr gebrannt. Die Polizei sucht Zeugen. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Der jüngste Brand in der Fischeraue in Eilenburg lenkt einmal mehr den Blick auf den Garagenkomplex. Nach Mitte April standen hier in der Nacht zum Sonnabend erneut zwei Garagen voll in Flammen. Von der Rettungsleitstelle war der Brand um 2.43 Uhr als mittelgroßer Brand (es gibt die Kategorien klein, mittel und groß) angezeigt worden. Eilenburgs Wehrleiter André Zimmermann, der bei dem Brand selbst mit ausrückte: „Das Problem für uns ist, dass wir nicht wissen, was dort lagert. Wir sind daher mit 20 Leuten und fünf Fahrzeugen raus.“ Das Feuer hätte, im Gegensatz zum April, dieses Mal auf der rechten südlichen Seite gelodert. „Nach etwa zwei Stunden“, so André Zimmermann, „war der Brand gelöscht, das Löschteam wieder im Depot.“

Polizei geht von Brandstiftung aus

Bei der Polizeidirektion Leipzig geht man inzwischen von Brandstiftung aus. Michael Fengler, Pressesprecher der Polizeidirektion Leipzig: „Wir suchen Zeugen für das Ereignis am Wochenende, aber auch für das im April.“ Alle, die diesbezüglich Hinweise geben können, werden gebeten, sich persönlich im Polizeirevier Eilenburg am Dr.-Külz-.Ring 17 oder bei diesem telefonisch unter 03423 664100 melden.

Da der Garagenkomplex relativ abgelegen von Wohnbebauungen liege, sei es allerdings relativ einfach, unbeobachtet Feuer zu legen. Das weiß auch Andreas Steudel, Erster Polizeihauptkommissar im Polizeirevier Eilenburg: „Es gibt dort unwahrscheinlich viele offene Garagen, in denen oft auch nur Müll gelagert wird. Exorbitant häufig ist der Garagenkomplex aber bisher nicht aufgefallen.“

Großer Komplex mit großen Problemen

Prinzipiell stellen diese Art von Garagenkomplexen eine DDR-Besonderheit dar. Schließlich wollte jeder seinen Trabi gut überdacht abgestellt wissen. Mit 1143 Garagen war der Komplex im Fischerweg aber selbst für DDR-Verhältnisse überdurchschnittlich groß, was nach der Wende überdurchschnittlich große Probleme mit sich brachte, die bis heute anhalten. Immer wieder gibt es unter anderem wegen der Vermüllung Beschwerden.

Derzeit stehen auf dem Gelände noch 973 Garagen. Davon gehören 387 Privatleuten und 586 der Stadt. Etwa 150 sind davon noch vermietet. Viele der aktuellen Eigentümer und auch der Pächter haben die Auto-Domizile zu DDR-Zeiten oft in Eigenleistung selbst mit hochgezogen und wollen sie auch nicht missen. Im südlichen Teil, bei Blickrichtung vom Fischerweg Richtung Mühlgraben rechts und damit dort, wo es jetzt gebrannt hat, wurde deshalb seit 2013, wenn auch im geringen Maße, in Instandsetzung investiert.

Nördlicher Teil soll Grünfläche werden

Im nördlichen Teil aber wird wegen des nach und nach geplanten Abrisses weder neu vermietet noch repariert. Der Eilenburger Flächennutzungsplan sieht für die Fischeraue mittel- und langfristig die Umnutzung als Park- und Erholungsfläche vor. Das Areal wird zudem als Ausgleichsfläche für die neue Wohnbebauung Am Grünen Fink in Eilenburg-Ost benötigt, weil dort Flächen versiegelt werden. Kosten für den Abbruch müssen die Nutzer nicht übernehmen. Die Garagen sollten lediglich beräumt übergeben werden. Allerdings ist es auch für die Stadt nicht einfach, die zur Entsiegelung der Flächen notwendigen Gelder aufzubringen. „2017 haben wir den Abriss wegen der derzeit überteuerten Angebote nicht fortgesetzt“, so Heiko Leihe vom OBM-Bereich. 2018 werde es aber einen neuen Anlauf geben.

Von Ilka Fischer

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