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Eilenburg Premiere im Eilenburger Wohlfühl-Café: Geschichten einer Twitter-Oma
Region Eilenburg Premiere im Eilenburger Wohlfühl-Café: Geschichten einer Twitter-Oma
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09:00 16.04.2016
Kultur im Wohlfühl-Café: Kristin Hennig liest in gemütlicher Runde aus „Ich bin nicht süß, ich hab nur Zucker“. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Man nehme ein Café, eine ambitionierte Inhaberin, eine nette Nachbarin, ein unterhaltsames Buch und lade zur Lesung ein. Fertig ist der gemütliche Nachmittag. So geschehen im Wohlfühl-Café, das Kerstin Nickl in der ehemaligen Drogerie Klemm eingerichtet hat. „Ich bin nicht süß, ich hab nur Zucker“, so der Titel der Lektüre, die Kristin Hennig, die einige Häuser weiter ihre Buchhandlung betreibt, für die erste Kulturveranstaltung im Café ausgewählt hatte.

Es war um Anmeldungen gebeten worden und die Liste war bereits gut gefüllt, aber es kamen sogar noch mehr Gäste, als verzeichnet waren. Keiner musste weggeschickt werden. Die Sofas, Sessel und Stühle im Café reichten kaum. „Irgendwie fehlt sowas in Eilenburg“, befand Ilka Zänker, eine der Besucherinnen, und sprach damit wohl für die meisten der Frauen und zwei Männer, die gekommen waren. „Es gibt ja auch ähnliche Angebote in der Bibliothek. Aber in so einem Café ist das nun mal ein anderer Rahmen.“ Sie war natürlich auch wegen des kurzweiligen Buches gekommen, das vorgestellt werden sollte. Sie kannte schon einiges aus der Renate-Bergmann-Reihe. Es geht um eine 82-Jährige, die mit trockenem Humor über ihr Leben samt Pflege der Gräber der vier verstorbenen Männer twittert.

Bevor Kristin Hennig aber das Buch mit der Geschichte der Berliner Seniorin aufschlagen konnte, die mit dank des vom Neffen „geerbten“ Smartphones, mit Internet, Ebay, Facebook & Co. in Berührung kommt, musste selbstverständlich vor allen erstmal das gewünschte Getränk und Gebäck bereitgestellt werden. Kurzerhand half sie gleich selbst beim Service mit. Nun waren die meisten der Besucherinnen noch einiges von der Vollendung des 80. Lebensjahrs entfernt und die Vortragende erst recht. Aber amüsiert haben sie sich dann doch über die Twitter-Oma. Die ist nach vier Verblichenen nur noch bereit, ihr eigenes Zipperlein zu pflegen, will ansonsten ihr Leben auskosten und wenn’s damit mal zu Ende geht, mag sie „am liebsten zu Walther“, weil der „so gut liegt“ und pflegeleicht ist: Nur ein paar Kannen Wasser braucht er.

„Ich war angenehm überrascht“, freute sich Kerstin Nickl über den Ansturm zur Premiere. „Wir haben viel gelacht.“ Als nächstes steht nun am 27. April der Vortrag „Heilpflanzen sinnvoll einsetzen“ im Programm. „Einige haben sich direkt eintragen lassen“, erzählt sie. Weitere Themen wie der Reisevortrag über Indonesien sind in Vorbereitung, aber die Termine müssen erst noch festgelegt werden.

Von Heike Liesaus

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