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Eilenburg Problem-Biber und Schwarzbach-Niederung: Naturschützer gehen strittige Themen an
Region Eilenburg Problem-Biber und Schwarzbach-Niederung: Naturschützer gehen strittige Themen an
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00:29 17.01.2016
Naturschützer sehen sich eine Biberburg an. Quelle: privat
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Eilenburg

Am Wochenende steigt die Eilenburger Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) gleich mit zwei Events ins neue Jahr ein: Ist das Treffen am Freitag noch im Vereinsraum des „Strandhotels“ angesagt, wo die „Perlen sächsischer Natur“ Thema sind, geht es am Sonntag auf Wanderung entlang der Mulde zur internationalen Wasservogelzählung.

Eilenburgs Naturschützer beschäftigt unabhängig davon aber auch die Ausweisung des Naturschutzgebietes Schwarzbach-Niederung, wovon die Gemeinden Laußig und Doberschütz betroffen sind. „Der Landkreis erfüllt damit eine Pflichtaufgabe, die schon seit 20 Jahren ansteht“, erläuterte Thomas Krönert, Vorsitzender des Eilenburger Vereins, bei einem Treffen der Mitglieder. „Die Moore sollen wieder mit Grundwasser stabilisiert werden.“ Doch es werde nicht einfach. Wegen des erhöhten Grundwasserstandes gebe es große Bedenken im Umkreis. Das Gebiet gehöre dem Verband Presseler Heidewald- und Moorgebiet. Das Projekt werde auch von einem Grundwasser-Monitoring begleitet. Prognosen besagen, dass die umliegenden Grundstücke keine Vernässung erleiden werden. Doch die Anlieger laufen weiterhin Sturm. „Es ist schwierig zu diskutieren, wenn kein Vertrauen möglich ist“, stellte Krönert fest. „Die Ausweisung wird noch dauern. Es wird zwei Durchläufe im Genehmigungsverfahren geben. Es werden so viele Bedenken vorgetragen, dass die Rechtsverordnung ein weiteres Mal angepasst werden muss.“

Verständnis für Natur und deren Schutz wecken, das sollen die Exkursionen und Vorträge generell. Deshalb stehen auch kontroverse Themen im Jahresprogramm: Im Februar mit den „Holzschädigenden Käferarten mit europäischem Schutzstatus“ und im März mit „Problembiber im Landkreis Nordsachsen – wie wird damit umgegangen?“. Exkursionen führen auch mal etwas weiter weg wie in die Oranienbaumer Heide, wo aus einem einstigen Truppenübungsplatz ein Naturjuwel wurde, oder ins Binnendünengebiet bei Döbrichau. In der Nähe wird das Rotmilanland an der Mulde erkundet, gibt es Vogelstimmen und -beobachtungswanderungen.

Zum Ende des Sommers wollen die Naturschützer die ehemalige Kiesgrube bei Bad Düben unter die Lupe nehmen. Dort zeigte sich die Urgewalt der Mulde: Sie hatte beim Hochwasser 2013 das Areal vereinnahmt. Da habe das Nabu-Urgestein Werner Sykora Recht behalten, als er das Terrain bereits in der Ausweisung des Naturschutzgebiets Vereinigte Mulde mit einbezogen haben wollte, erklärte der Vereinsvorsitzende. „Er hatte prophezeit, dass die Mulde in den nächsten zehn Jahren dort durchgeht. Es gibt nun einen Ein- und einen Auslauf. Der Durchfluss im früheren Muldebett ist inzwischen deutlich geringer.“

Von Heike Liesaus

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