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Eilenburg Pures Glück im Museum: Eilenburgerin zeigt ihre Malfreude in 40 Bildern
Region Eilenburg Pures Glück im Museum: Eilenburgerin zeigt ihre Malfreude in 40 Bildern
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09:21 22.03.2017
Mit Anklängen der Antike und des Jugendstils: Hannelore Lehmann zeigt ein einfühlsames Porträt ihrer Tochter. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Hannelore Lehmann scheut weder große Themen, Namen noch Gefühle. Sie malt alles. Und das ist zurzeit unterm Dach des Eilenburger Museums im Roten Hirsch zu sehen: Ihre Familie ist frei nach dem „Frühstück der Ruderer“ des französischen Impressionisten Renoir in Szene gesetzt. Auch die Adaption von Gustav Klimts „Der Kuss“ ist mit Hilfe einer herzförmigen Kartoffel zu sehen, die ihr der Ehemann in die Küche trug. Und beim Koi-Fisch, der den Betrachter an den reduzierten Stil japanischer Tuschezeichnungen erinnert, kamen Akrylfarben und selbst gefundene Muscheln zum Einsatz. Die Antike spielt ebenfalls eine große Rolle. Sehr wahrscheinlich, dass das an ihrem Mann liegt. Der Handwerksmeister taucht in authentischer Ausrüstung gemeinsam mit Gleichgesinnten immer wieder in die Epoche der Römer ein. Doch da ist immer die persönliche Idee hinter dem Bild, egal ob sich Hannelore Lehmann von anderen Kunstwerken inspirieren lässt oder ob sie sich Motive in der Natur sucht, die sie in spezieller Technik interpretiert, wie beim „Goldenen Apfelbaum“, der der Schau den Namen gab.

Sonntagsmaler bei Volker Pohlenz

Es scheint, als könnte sie einfach alles verwerten. „Ganz so ist es nicht. Mir gefällt zwar, was Neo Rauch macht, aber nah liegt mir die Malweise von Volker Pohlenz.“ Sie fühlt sich also eher von der „alten“ Leipziger Schule angesprochen als von der neuen. Sie habe dem Wöllnauer Künstler viel zu verdanken. Pohlenz war Schüler Werner Tübkes, gehörte zu denjenigen, die am Kyffhäuser-Bauernkriegs-Panorama mitarbeiteten. Mittlerweile seit Jahrzehnten gehört Hannelore Lehmann zu den Sonntagsmalern, die sich jede Woche in seinem Atelier versammeln, um gemeinsam zu malen. „Ohne ihn könnten die Bilder nicht so leuchten. Das alles lernen zu können, ist pures Glück“, erklärt Hannelore Lehmann. Pohlenz entwickelte auch eine ganz spezielle neue Technik. In mehreren Farbschichten wird mit dem Körper gedruckt.

Malen als Ausgleich

Es lag an den Platzverhältnissen und nicht etwa an der nackten Haut der Gestalten aus der antiken Mythologie, dass zwei lebensgroße Bilder separat im schummrigen Abteil neben Vitrinen mit Exponaten der Eilenburger Ur- und Frühgeschichte hängen. „Wir wollten sie einfach unbedingt zeigen“, sind sich Museumspädagogin Franziska Trump und die Hobby-Künstlerin einig. „Ich hatte meine Freue dabei. Das könnt ihr mir glauben“, erklärt die Urheberin unumwunden. Für sie war und ist Malen Ausgleich vom turbulenten Leben als Ehefrau eines Malermeisters mit Römer-Hobby, Mutter dreier Kinder und auch von gesundheitlichen Problemen. In themenbezogenen Ausstellungen waren Werke von ihr in Räumen einer Eilenburger Arztpraxis zu sehen. Nun fand sie es an der Zeit, ihre Bilder der breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Denn noch ist sie 69, aber der runde Geburtstag steht vor der Tür.

Eine Vernissage gab es nicht, aber eine Midissage (Veranstaltung zur Halbzeit einer Kunstausstellung) ist geplant: Am 31. März wird dazu ab 19 Uhr ins Museum eingeladen.

Von Heike Liesaus

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