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Rackwitzer Mediziner Detlef Worlitzer prangert Budgetierung an

Rackwitzer Mediziner Detlef Worlitzer prangert Budgetierung an

Rackwitz. Der Rackwitzer Allgemeinmediziner Detlef Worlitzer steht im Visier der Prüfstelle der Ärzte und Krankenkassen. Sein Vergehen: Er behandelt Patienten und verschreibt Medikamente.

. Und dafür stehen nun 50 000 Euro Überschreitung zu Buche, die er eventuell zurückzahlen muss. Bis Ende August kann sich der 52-Jährige rechtfertigen.

Worlitzer blickt auf sehr stabile Fallzahlen. Er hat ein ständig proppevolles Wartezimmer. „Ich versuche, meinen Patienten längere Wege zu ersparen. Ich will kein Verschiebebahnhof oder keine Überweisungspraxis sein", so Worlitzer. Sein Fehler, er schützt sein Budget nicht, kommt dadurch in die Prüfung und muss eventuell zurückzahlen.

In der Praxis sieht das so aus: Ein Patient kommt zu ihm mit einem roten Auge. Der Arzt untersucht und schreibt ein Medikament auf. Der Patient behandelt damit das Auge, die Beschwerden sind nach kurzer Zeit abgeklungen. Viele andere Kollegen überweisen in solchen Fällen zum Augenarzt. Sie lösen damit zwar eine weitere Honorarabforderung aus, weil ja der Facharzt seine Leistungen auch abrechnet. Aber sie strapazieren das eigene Budget nicht über.

Besonders regt Worlitzer auf, dass kein Verständnis dafür besteht, dass er unter dem Strich Kosten spart und den Patienten des flachen Landes Zeit und Wege erspart.

Für die Prüfer gibt es jedoch keine Landärzte. In Rackwitz wiederum gibt es kein sogenanntes Ärztehaus, wo der Patient mit den Augenbeschwerden beispielsweise eine Etage höher oder tiefer vorstellig werden könnte. Statt dessen müsste er zum nächsten Augenarzt nach Leipzig oder Delitzsch fahren. Um auch dort erst einmal Stunden im Wartezimmer zu verbringen, um sich eventuell die gleiche Salbe abzuholen. Worlitzer betont, dass dies die häufigsten Fälle sind, er nur das behandelt, wozu er fachlich qualifiziert und berechtigt ist. Natürlich müsse jeder Facharzt-Fall auch vom Facharzt versorgt werden.

„Es geht nicht mehr darum, dass Leistungen am Patienten erbracht werden, sondern vielmehr darum, einzusparen. Die Wirtschaftlichkeit rückt immer stärker in den Mittelpunkt. Es geht nicht mehr um Patienten", klagt der Diplom-Mediziner.

Der Rackwitzer soll, weil er sein Budget überschritten hat, 50 000 Euro zurückzahlen. Er habe jedoch die Möglichkeit, sich zu rechtfertigen. Das werde schwer, weil die Prüfer seine Arbeitsweise nicht akzeptieren. Worlitzer sieht sich über den Tisch gezogen, weil er Patienten behandelt und ihnen Mittel verschreibt und jetzt das zu viel Verschriebene aus seiner Tasche ersetzen soll. „Die Rechnung geht nicht auf. Wenn ich meine Praxis öffne, ist das Wartezimmer voll und dann weiß ich jeden Tag, dass ich mit dem Budget nicht hinkomme. Ich weiß aber auch, dass jeder Patient von mir vollumfängliche Versorgung und Behandlung erwartet. Würde ich die nicht garantieren, könnte ich meinen Kittel an den Nagel hängen. Das müssen nun nur noch die Mitarbeiter der Prüfstelle begreifen", so Worlitzer.

Er habe sich inzwischen einen Anwalt genommen, um gegen die Geldforderungen vorzugehen. Für ihn steht fest, dass die Kassen unter dem Strich mehr ausgeben als nötig, weil sie dieses System umsetzen. Dadurch werde das gesamte Gesundheitssystem teurer. Für Worlitzer seien diese Bedingungen unter anderem dafür verantwortlich, dass junge Ärzte das flache Land scheuen wie der Teufel das Weihwasser, dass Landärzte keine Nachfolger finden.

Frank Pfütze

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