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Radler-Herberge und Lauschberg: So soll Eilenburgs Schlossberg mal aussehen

Große Pläne Radler-Herberge und Lauschberg: So soll Eilenburgs Schlossberg mal aussehen

Während die Arbeiten in der künftigen Radlerherberge fortschreiten, sagt Petra Zimmermann vom Baubereich der Eilenburger Stadtverwaltung zur Freiflächengestaltung des Burgberges: "Die Untersuchungen der Archäologen auf dem Areal mit dem ehemaligen Schloss sind so weit abgeschlossen, dass die Planungen für die Außengestaltung in Übereinstimmung mit den Befunden gebracht werden konnten."

Dieser Lageplan zeigt die Freiflächengestaltung auf dem Burgberg. Mit anthrazitfarbenen Platten soll der Grundriss des ehemaligen Schlosses nachempfunden werden. Mit ziegelrotem Kies wird der Umriss des früheren Bergfriedes künftig aufgefüllt. Rings um den bereits vorhandenen Ahornbaum wird mit hellem Naturstein gepflastert.

Quelle: Grafik: LVZ/Patrick Moye; Plan: Giersdorf Architekten

Eilenburg. Bekanntlich haben Fachleute vom Landesamt für Archäologie in den vergangenen Monaten unterirdische Mauerbereiche des Schlossberges vermessen und dokumentiert. Mit anthrazitfarbenen Granitplatten soll der Schlossgrundriss in der Front der Herberge, entlang der Burgbergmauer sowie im Umfeld des neuen Zweckbaus, dessen Rohfassung gegenüber der Herberge bereits steht, nachempfunden werden. "Die Grabungsergebnisse brachten eine leichte Vergrößerung des grauen Plattenverlaufs fast bis an die Stelle heran, wo einst der zweite Bergfried stand", erläuterte Zimmermann Details der künftigen Freifläche. Der Turm stürzte in den 1970er Jahren ein. Die Mauern wurden abgetragen. Die Umrisse sollen nunmehr mit ziegelrotem Split dokumentiert werden. "Sollte künftig die Möglichkeit bestehen, hier noch einmal Hand anzulegen, erreichen wir damit einen leichteren Zugang zu den Fundamenten", erklärte die Fachfrau.

Mit der Form einer "dritten Dimension" begründete sie schließlich die Funktion der beleuchteten Pergola. Damit soll die frühere Schlossfront zusätzlich hervorgehoben werden. Um dem Besucher des neugestalteten Areals einmal diese optischen Intensionen zu erläutern - dafür werde sich im Bereich der geplanten Lauschberg-Kunstinstallation, die gestern Abend im Stadtausschuss ein Thema war, ebenfalls ein Weg finden. An der dafür vorgesehenen Stelle sahen übrigens frühere Planungen einen Brunnen vor. "Dafür haben die Grabungen aber keine Nachweise ergeben", so Petra Zimmermann.

Sie rechnet Ende des Monats, Anfang November mit dem Beginn der Ausschreibung für etwa zwei Drittel der Platzgestaltung rund um die Radlerherberge. Zirka 300 000 Euro nimmt der Bauherr, die Stadt, dank Fördermöglichkeiten dafür in die Hand. Weitere 200 000 Euro, um auch den anderen Teil, beispielsweise einen Kräutergarten, umsetzen zu können, seien beantragt. Ob es aus dem EU-Topf Unterstützung gibt, entscheide sich frühestens am Jahresende.

Auch Sitzmöbel auf der Freifläche überschreiten vorerst den Kostenplan. Ein Stück Mauer, das unweit des Zweckbaus mit Radgaragen ins Areal hineinragt, soll, genauso wie der Mauerzug dahinter, saniert werden und als Raumteiler dienen. "Das vordere Stück wollen wir etwas abtragen, um dort einen Sitzplatz zu schaffen", so Zimmermann. Auch die Lüftungsschächte vor der Herberge böten sich an, diese nicht mit Metall, sondern mit Holzelementen abzudecken, auf denen man verweilen kann.

Wie vom Stadtrat abgesegnet, mit Denkmalschützern und Archäologen abgestimmt, vollzieht sich das Projekt Radlerherberge samt Umfeldgestaltung im Wesentlichen wie geplant. Um eine Petition, die Anwohner mit über 500 Unterstützerunterschriften im Frühjahr anstrengten, ist es ebenfalls ruhig geworden. Moderne Architekturanteile (unter anderem Pergola und Zweckbau) hatten für Proteste gesorgt.

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