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Radweg-Poller zwischen Eilenburg und Wölpern bringt Gefahren mit sich

Unfallquelle Radweg-Poller zwischen Eilenburg und Wölpern bringt Gefahren mit sich

Ein Poller auf dem Radweg zwischen Eilenburg und Wölpern sollte für Autofahrer die Überquerung der Brücke verhindern. Vor allem aber verursachte er schon mehrfach Unfälle mit schweren Verletzungen bei Radlern. Am Donnerstagfrüh hat die Stadt die Poller demontiert. Doch nun zeichnen sich andere Probleme ab.

Hier ist der mittlerweile beschädigte Poller noch da. Wenig später ist er vom Bauhof abgebaut worden.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Es war ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit und es war ein Poller auf der Fußgänger- und Radfahrerbrücke zwischen Eilenburg und Wölpern, der das Leben von Frank Reinhardt grundlegend veränderte. Am Himmelfahrtstag 2014 war er mit einer Radlergruppe auf der Strecke, die er eigentlich gut kennt, unterwegs. „Einer rief von hinten. Ich habe mich umgedreht. Dann wusste ich nichts mehr“, erzählt der 56-Jährige. Er war gegen den Poller geprallt, der Autofahrer davon abhalten soll, die Brücke zu überqueren. Schädelhirntrauma. Vier Monate lag er im Koma, acht Monate im Krankenhaus. Seinen Beruf kann er bis heute nicht ausüben. Er hatte eine Produktionsabteilung in der Kfz-Fertigung geleitet.

Schuld will der Wölperner niemandem zuweisen. Doch es hatte ihn einfach geärgert, als er in den vergangenen Wochen feststellen musste, dass genau der Poller, der ihm damals im Weg stand, noch gefährlicher geworden ist: Aus Richtung Wölpern muss ein Auto mit solcher Wucht an den Poller gefahren sein, dass es sogar darüber weg geschossen ist, wie Scherben und Blechteile zeigten, die später noch einige Meter dahinter lagen. Gemeldet wurde der Unfall, der sich bereits im September ereignet hatte, nicht, erfuhr Reinhardt bei der Polizei. Denn an die hatte er sich dann im November gewendet und berichtet, dass der Poller flacher liegt. „Die haben mir nur gesagt, dass sie nicht zuständig sind und ich mich ans Straßenbauamt wenden soll.“

Mittlerweile hat er erfahren, dass es an dieser Stelle noch mehr Unfälle gab: Ein Bekannter von ihm kam ebenfalls am Poller zu Fall. Der war zumindest einige Tage krank geschrieben. Bei einem Fahrradhändler hörte er, dass ein Kunde ein neues Rad brauchte. Das alte hatte Totalschaden erlitten, ebenfalls am besagten Brücken-Poller. Des Weiteren kursieren Berichte über einen Mopedfahrer, der sich schwerste Verletzungen an einem der Poller zuzog, weil sich seine Gruppe, allerdings in unerlaubter Weise, auf der Strecke bewegte: Wegen der vor ihm Fahrenden sah er das Hindernis erst im letzten Moment und prallte dagegen.

Die Brücke auf der Bahn-Strecke Halle-Guben gibt es seit dem Sommer 2012. Sie wurde im Zuge der Fortführung der Eilenburger B-87-Umgehung gebaut. Im vorigen Jahr ging sie von der Verwaltung des Straßenbauamtes in die der Stadt über, die auch den nördlichen Teil des Radwegs in ihrer Obhut hat. Ein Anruf bei der Stadtverwaltung am Mittwochnachmittag ergibt, dass das Problem dort bisher nicht bekannt war. Am Donnerstagmorgen, wenige Minuten nachdem Frank Reinhard noch einmal vor Ort die Situation schilderte, war schon der Bauhof zur Stelle, um die Poller zu demontieren.

Doch nun wird es andere Probleme geben, wie sich gleich beim Gang von der Brücke zum abgestellten Auto andeutet: Am dem eigentlich gesperrten Weg, der teilweise abgetragenen B 87, kommt eine Limousine mit Harburger Kennzeichen entgegen. Der typische Außendienstler sitzt drin: „Ich fahre immer nach Navi“, deutet er auf den Bildschirm. Die blaue Linie leitet ihn exakt über die Route der alten Bundesstraße, die seit 2010 nicht mehr Bundesstraße ist. Er musste noch wenden. Nun sind die Poller weg. Er käme sicher irgendwie durch. Die Poller waren montiert worden, um solche Falschfahrer und notorischen Abkürzer vom schmalen Radweg wegzuhalten.

Von Heike Liesaus

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