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Eilenburg Ralf Scheler: "Die CDU hat sich selber rausgekickt"
Region Eilenburg Ralf Scheler: "Die CDU hat sich selber rausgekickt"
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00:29 11.06.2015
Ralf Scheler will Eilenburg mit einer Art Marketing-Offensive als Standort für Wirtschaft und Zuwanderung attraktiv machen. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Im LVZ-Interview spricht er über den Wahlausgang, die Niederlage der CDU und was er als erstes als Rathaus-Chef machen will.

Herr Scheler, Glückwunsch zur Wahl. Haben Sie den Party-Rausch schon ausgeschlafen?

Naja, ich bin früh halb drei ins Bett und halb sieben war ich schon wieder bei der Arbeit. Da war ehrlich gesagt nicht viel mit Ausschlafen.

Wo und wie haben Sie das Wahlergebnis erfahren?

Mein Wahlkampfteam und ich waren beim Griechen in Eilenburg. Per What's App erreichte mich dann von einem unserer Helfer die Nachricht, dass ich bei 70 Prozent liege. Da waren aber noch nicht alle Wahlbezirke ausgezählt. So nach und nach ging es dann um Zahlen zwischen 65 und 70 Prozent. In dem Augenblick war ich sprachlos. Ich hätte nie im Leben gewagt, von so einem Ergebnis zu träumen.

Haben Sie Hans Poltersdorf vom CDU-Stadtverband schon gedankt für das tolle Ergebnis?

Die CDU hat sich selber rausgekickt mit ihrem Verhalten. Wir haben unseren Wahlkampf mit dem der CDU mal verglichen und festgestellt, dass wir immer eine Länge voraus waren. Das hat eben den Erfolg letztlich ausgemacht.

Die CDU hatte statt Sie Steffi Schober nominiert. Das war in den Reihen der Eilenburger Christdemokraten nicht unumstritten. Was glauben Sie: Wie viele CDU-Anhänger haben bei Ihnen das Kreuz gemacht?

Die Nominierung war völlig in Ordnung. Das Ergebnis zeigt aber, dass mich auch CDU-Anhänger gewählt haben müssen. Aber ich hatte vor allem ein tolles Wahlkampfteam. Das war echte Teamarbeit. Diesen Leuten und den Wählern gebührt mein Dank.

Werden Sie, wie geplant, am 1. August Ihre Arbeit aufnehmen oder später?

Ja, der Termin steht. Mit OBM Wacker habe ich heute besprochen, dass wir in den 14 Tagen davor die Übergabe machen. Das soll ganz präzise und perfekt ablaufen, sodass ich gut starten kann. Zuvor regele ich auch die Nachfolge für meinen Betrieb und übergebe an meinen Schwager Ralph Schernekau. Und vorher will ich drei bis fünf Tage an einen Ort verreisen, den niemand kennt und wo ich nicht ans Telefon gehen werde. Einfach Ruhe haben, um alles sacken zu lassen.

Was wollen Sie als neuer OBM als erstes angehen?

Ich will das Rathaus in kurzer Zeit kennenlernen, wer was macht und welche Qualifikation derjenige hat. Zwei Dinge sind mir wichtig: Der Mensch steht immer im Vordergrund. Und ich will motivierte Leute, die für eine bürgernahe Verwaltung stehen. Und dann werde ich ebenso zügig die parteiübergreifende Arbeit mit dem Stadtrat beginnen. Interview: Nico Fliegner

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.06.2015
Nico Fliegner

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