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Rastplatz Dübener Heide: Tausende Kraniche legen Zwischenstopp ein

Vogelzug Rastplatz Dübener Heide: Tausende Kraniche legen Zwischenstopp ein

Das Interesse an den Vögeln mit der roten Kopfplatte und der majestätischen Schleppe wächst. Auch im Raum Eilenburg-Bad Düben. Hier findet der Graukranich (Grus grus) zurzeit auf seiner Reise von Nord nach Süd, quer durch Europa zu den Überwinterungsgebieten im Südwesten Frankreichs und der Iberischen Halbinsel bis hin nach Nordafrika ebenfalls Rastplätze.

Rastende Kraniche vor Wöllnau in der Gemeinde Doberschütz. Beobachter sollten die Fluchtdistanz von mindestens 300 Metern beachten.

Quelle: Andreas Selbmann

Eilenburg/Bad Düben. "Die eleganten und geheimnisvollen Tänze, ihre weithin hörbaren trompetenartigen Rufe bewirken bei den Menschen eine besondere Beziehung zu diesen Vögeln als Inbegriff für Glück, Freiheit und unberührte Natur", schwärmt Andreas Selbmann.

Dem Eilenburger ist 2006 vom Kranichschutz Deutschland die Landeskoordination des Kranichzuges übertragen worden. "Damit landen alle Zugmeldungen in Sachsen auf meinem Computer. Mir fällt nunmehr die Aufgabe zu, Ordnung in die Zugbeobachtungen zu bringen, deren Glaubwürdigkeit zu prüfen und Doppelzählungen zu erkennen", erklärt der Naturfreund. Die Länderkoordinatoren melden die Daten dem Bundeskoordinator weiter, um das Bild, wie viele Kraniche bei ihrem Herbstzug Deutschland überqueren, zu vervollständigen. "Und so ganz nebenbei erfährt man, wie sich die Gesamtpopulation der Kraniche eines Jahres in Europa entwickelt", so Selbmann. Damit sei inzwischen bekannt geworden, dass zirka 100.000 Kraniche allein aus Skandinavien über Deutschland ziehen und zirka 150.000 aus Russland, dem Baltikum und Osteuropa sowie Polen kommen. Deutschland gilt somit wegen seiner zentralen Lage in Europa als Hauptdurchzugsland.

Neben den großen Rastplätzen in der Rügen-Region, dem nordwestlich von Berlin gelegenen Havelländischen Rhinluch, oder zunehmend auch am Helmestausee am Kyffhäuser/Harz ist die Dübener Heide, vor allen das Presseler Heidewald- und Moorgebiet, zwar eher ein kleines Refugium. Ab Mitte Oktober, wissen Kranichfreunde, treffen hier die ersten Durchzügler vornehmlich aus Polen und Westrussland ein. Selbmann: "Tagsüber suchen die Vögel auf Äckern um Authausen, Wöllnau sowie im nördlichen Teil bei Falkenberg und Trossin nach Nahrung, um für den mehrere tausend Kilometer langen Zug in die Winterquartiere Fettdepots anzulegen. Die Kraniche fliegen vom Schlafplatz im Wildenhainer Bruch aus bis zu 30 Kilometer ins Umland des Moorgebietes, um Mais und Getreidestoppelfelder zu finden."

2014 überflogen den Landkreis Nordsachsen zirka 16.000 Kraniche, 2013 waren es 9000. Warum diese Zahlen so unterschiedlich sind, könne man nach so kurzer Zeit - die Erfassung steht in Sachsen noch am Anfang - keine endgültigen Aussagen treffen, so Selbmann. Den Ergebnissen für dieses Jahr wolle er nicht vorgreifen, da der Kranichzug gewöhnlich erst im Dezember endet. "Ohne die Zuarbeit der Arbeitsgemeinschaft Kranichschutz Dübener Heide wäre meine Arbeit allerdings nutzlos", betont Selbmann. Deren Beobachtungen und das Engagement seien für den Bericht über den Kranichzug im Landkreis Nordsachsen unabdingbar. Aber auch alle anderen eifrigen Beobachter im hiesigen, im Leipziger Raum sowie an anderen Orten Sachsens würdigt der Landeskoordinator. Nur so sei ein repräsentativer, allumfassender Bericht des Kranichzuges für ganz Sachsen möglich.

Zugmeldungen und andere Beobachtungen von Rast- und Brutplätzen gehen an Ekkehard Vollbach, Vorsitzender der AG Kranichschutz Dübener Heide, Telefon 0341 9456646, E.Vollbach@web.de. Mehr auch unter www.ornitho.de.

Karin Rieck

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