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Eilenburg Reformationsjahr 2017: Nordsachsen hat Stempelstellen für den Luther-Pass
Region Eilenburg Reformationsjahr 2017: Nordsachsen hat Stempelstellen für den Luther-Pass
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10:32 27.04.2017
Luther-Pässe kann man in der Zentrale des Landratsamtes Torgau im Schloss Hartenfels bei Cordula Jahn erhalten. Sie sind kostenlos. Für jede besuchte Lutherstätte bekommt die entsprechende Seite im Pass einen Stempel.  Quelle: Wolfgang Sens LVZ
Nordsachsen

 Im Reformationsjahr 2017 kommt man an dem Reformator Martin Luther nicht vorbei: neue Luther-Bibel, Luther als Playmobil-Figur, Luther-Bier und so weiter. Die Liste ist freilich viel länger. In die reiht sich seit einigen Wochen auch der Landkreis Nordsachsen mit einem Angebot ein – mit dem kostenlosen Luther-Pass.

Torgau eine Anlaufstelle

Wer den hat, kann sich auf die Spuren des Reformators in drei Bundesländern und acht Städten begeben. Dabei sind Torgau, Wittenberg, Herzberg, Mühlberg, Jüterbog, Doberlug-Kirchhain, Bad Liebenwerda und Finsterwalde. Alles kleinere Städte, die meisten liegen im Süden Brandenburgs. In allen (und auch weiteren) gibt es den Luther-Pass und Reformationsgeschichte zu erleben. Denn sie sind eng mit dem Zeitalter der Reformation verwoben, auch wenn sie – bis auf Wittenberg und Torgau – nicht so populär sind. Aber vielleicht macht ja das gerade ihren Reiz aus.

So sieht der Luther-Pass aus. Quelle: Wolfgang Sens

In den Städten im „Dreiländereck“ soll der kulturgeschichtlich interessierte Gast auf die Spuren Luthers und zu 500 Jahren Reformation gehen. Der Pass mit dem Konterfei des Reformators hilft dabei. Darin sind Kurzbeschreibungen zu den einzelnen Städten und die wichtigsten Veranstaltungen aufgeführt, ebenso eine Postkarte zum Heraustrennen. Der Gast kann sich außerdem Notizen machen – alles in allem ist der Luther-Pass ein „Reisepass“, ein Reiseführer und Tagebuch zugleich.

Die meisten Luther-Pässe, rund 200, sind seit Dezember in Wittenberg verteilt worden. „Die Nachfrage ist sehr gut, es bedarf noch einiges an Werbung und Hinweise an den Gast, aber wenn er einmal davon weiß, findet er es super toll. Zumal die Qualität des Passes top und die Neugier für die Lutherorte schnell geweckt ist“, sagt Kristin Ruske, Leiterin der Tourist-Information in Lutherstadt Wittenberg. Im Landkreis Nordsachsen ist das pinkfarbene Dokument ausschließlich in Torgau erhältlich, und zwar im Schloss Hartenfels, im Evangelischen Jugendbildungsprojekt Wintergrüne, im Stadt- und Kulturgeschichtlichen Museum, im Torgau-Informations-Center sowie im Restaurant „Herr Käthe“. „Der Pass wird nachgefragt, wenn auch noch verhalten. Wir haben bisher 20 ausgegeben“, sagt Peter Stracke, Sprecher des Landratsamtes Nordsachsen, für die Ausgabestelle Schloss. Es seien aber auch schon Leute dagewesen, die nach der Besichtigung der Schlosskirche oder der Katharina-Luther-Stube einen Stempel wollten. Denn wer acht zusammen hat, kann einen Preis gewinnen. Ähnlich verhalten ist die Nachfrage im Torgauer Stadtmuseum, „aber die Saison und das schöne Wetter, um auf Luthers Spuren zu wandeln, kommen ja auch erst noch“, sagt Leiterin Cornelia König. Drei Pässe hat sie Anfang Dezember an Schüler des Johann-Walter-Gymnasiums weitergegeben.

Luther-Pass bekommt zweite Auflage

Anders im Torgauer Informations-Center: Dort gingen bereits 120 Luther-Pässe über den Tresen. „Der Lutherpass ist auf sehr große Resonanz gestoßen, gerade zwischen Weihnachten und Neujahr haben wir sehr viele Nachfragen verzeichnet. Die Leute kamen gezielt zu uns, um den Pass zu erhalten. Viele Gäste wollten ihn auch gern verschenken“, sagt Centermanagerin Anja Bauermeister. Die Leute kamen vor allem aus Torgau und der Region.

Mit 12 000 Exemplaren ging das Luther-Pass-Projekt Anfang Dezember an den Start, erfunden hat ihn Janine Kauk aus dem Landkreis Elbe-Elster. Dieser ist auch Träger des Projektes und Janine Kauk die Marketingbeauftragte. „Ich wollte ein einfaches, eingängiges touristisches Produkt schaffen, das unser ,Zweistromland der Reformation’, in dem ja Luthers Lehre zuallererst auf fruchtbaren Boden gefallen ist, in den Fokus rückt“, erzählt sie.

Alles in allem sind die Projekt-Akteure zufrieden, wie es bisher läuft: „Anfragen haben wir aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark, Norwegen und den Niederlanden, wobei der Großteil aus Deutschland kommt“, sagt Sprecherin Jana Wieduwilt. „Am Tag erhalten wir etwa 40 bis 50 Bestellungen über das Internet.“ Geplant sei bereits eine zweite Auflage mit 20 000 Exemplaren. „Offenbar war die Zeit reif, so ein Projekt über Ländergrenzen und Kreisgrenzen anzuschieben. Für den Gast spielt es keine Rolle, ob er in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg auf Luthers Spuren wandelt.“

www.lutherpass.de

Von Nico Fliegner

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