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Eilenburg Region ist nur Zwischenstation
Region Eilenburg Region ist nur Zwischenstation
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14:25 19.05.2015
Teilnehmer des Erzählcafés im Gespräch mit Roman Becker (Zweiter von links) von der Ausländerbehörde Quelle: Karin Rieck

Und wohl in nächster Zeit auch nicht bedeutend ansteigen wird. "Denn wenn die Asylanträge durch sind, verlassen die meisten Betroffenen die Region", weiß Roman Becker, Sachbearbeiter in der Ausländerbehörde des Landratsamtes Nordsachsen, die ihren Sitz in Delitzsch hat. Und zwar überwiegend in die bereits genannten Gebiete, "wo sie sich mehr Chancen auf eine Arbeit erhoffen", so Becker.

Auch Delitzscher sind am Mittwoch Nachmittag nach Eilenburg gefahren, um hier mit Muldestädtern, dem 26-Jährigen Verwaltungsangestellten sowie dem Moderator der Reihe Erzählcafé, Andreas Biskupek, freier Autor und Journalist, ins Gespräch zu kommen. Auf der Einladung der Kreisvolkshochschule ins Rinckart-Haus steht diesmal das Thema: Migranten in Deutschland. Das interessiert ein Stammpublikum des Erzählcafés, das vor etwa eineinhalb Jahren ins Leben gerufen wurde. Eigentlich lockt herrlicher Frühsommer eher ins Freie. "Trotzdem ist die Resonanz heute gut", freut sich Biskupek.

Dann hagelt es Fragen. Kundige Antworten folgen, als sich Roman Becker, der seit zwei Jahren im Ausländeramt arbeitet und nebenher noch ein Studium absolviert, kurz vorgestellt hat. Zwei Bereiche seien von den sechs Sachbearbeitern mit Unterstützung eines Helfers über den Bundesfreiwilligendienst zu betreuen, ist zu erfahren: EU-Bürger, die, bis auf Abstufungen bei sozialen Leistungen, rechtlich wie jeder Deutsche gestellt seien "und für die Arbeitssuche in der Regel einen dreimonatigen Aufenthalt beantragen". Dann erläutert der Leipziger verschiedene Varianten, wie mit Asylbewerber-Kontingenten umgegangen wird sowie Details zu syrischen Flüchtlingen. Während ein Großteil mehr oder weniger "illegal" über das Mittelmeer einreisen würde. Das Prüfen der Anträge, nicht selten auch ohne Pass-Dokumente, die aus verschiedensten Gründen nicht vorliegen, würden die Verfahren erschweren und verzögern. So dass es konkrete Aussagen, wie lange ein Asylbewerber in der Region verweilt, nicht gibt. Auch Abschiebungen seien nicht so leicht zu praktizieren. Schon aus gesundheitlichen Gründen. "Zirka 70 Prozent der Asylbewerber werden posttraumatische Störungen bescheinigt", so Becker. Eine Odyssee übers Mittelmeer sei nicht ohne Folgen. Woraus sich schließlich eine Diskussion über Schlepperpraktiken, Drittstaaten-Regelungen, Perspektivlosigkeit oder irreführende Parolen auf NPD-Wahlplakaten ergibt. "Gesetzlich ist geregelt, dass Asylbewerber ein Jahr nicht arbeiten dürfen. Auch danach behandeln die Agenturen Deutsche erfahrungsgemäß vorrangig, zumal Sprachbarrieren vorhanden sind", ist zu hören. Erst anerkannte Flüchtlinge werden in Migrationskurse integriert, Sprachbildung ist davor freiwillig. Zurzeit laufen parallel sieben Sprachkurse in Delitzsch, Eilenburg und Torgau an der Volkshochschule als freiwillige Leistung des Kreises.

Ausgiebig debattiert die Runde außerdem Integrationsprobleme und ob die Betreuer Möglichkeiten haben, EU-weit Erfahrungen zu sammeln. Hier wie anderswo gibt es viel Nachholbedarf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.05.2014
Rieck, Karin

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