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Eilenburg Rettung in letzter Minute
Region Eilenburg Rettung in letzter Minute
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09:40 22.01.2010
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Eilenburg

Es wurden mehrere tote Exemplare der Flossentiere gesichtet.Neun Männer und zwei Frauen vom Sportfischereiverein Petri Heil starteten deshalb mit Schneeschieber und Axt bewaffnet einen kurzfristigen Hilfseinsatz. Sie wollten vor allem die weiße Decke vom Eis räumen. Denn diese lässt kein Licht ins Wasser. Dann können die Pflanzen nicht atmen, der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt. Doch als die Angler einen Teil der Eisoberfläche geräumt und freie Stellen an der Uferzone kontrolliert hatten, waren sie schockiert: Da trieben Hunderte kleine Weißfische und auch einige große Exemplare wie Karpfen, Hecht, Zander und Bleie tot im Wasser. Das Fischsterben war viel umfangreicher als erwartet. Der Vereinsvorsitzende, René Wagner, erfuhr von alledem per Telefon, weil er krank das Haus hüten musste. „Solch eine Situation gab es seit Jahrzehnten nicht. Sonst lag offenbar der Schnee nicht so lange und so dicht auf dem Eis. Ich habe daraufhin sofort versucht, meine Angelfreunde, die eine Kettensäge haben, zu erreichen. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Kein Wunder, zum Sonntagmittag“, berichtete er. Aber das Gewässer drohte umzukippen. Sollten alle Fische sterben? Die Angler wendeten sich ans Technische Hilfswerk (THW) und hatten Gelegenheit, die Schnelligkeit der Truppe in Blau zu bewundern: Halb eins erfolgte der Anruf. 30 Minuten später standen der Eilenburger THW-Chef Hans-Jörg Kamprath, sein Stellvertreter Sven Müller, Gruppenführer Jan Dimmroth und die Kameraden Enrico Schipke und Maik Berger mit der nötigen Ausrüstung am Einsatzort. Auch Mitglieder anderer Angelvereine fanden sich ein. Selbst Nachwuchskräfte, die künftigen Angler Ricky und Sascha Zschau, halfen mit. Die Helfer vom THW schnitten nun mit der Kettensäge etwa 40 Löcher ins Eis. 80 bis 100 Quadratmeter Wasserfläche wurden auf diese Weise freigelegt. „Nun wollen unsere Sportfreunde bei Frost täglich dafür sorgen, dass die Löcher auch offen bleiben“, erklärte Wagner. Und er bedankte sich noch einmal „für die unkomplizierte selbstlose Hilfe in der Not. Allein hätten wir das nie geschafft. Es war einfach eine super Sache.“ Die Fische selbst können nichts sagen, aber dass sich die Mühe lohnte, zeigten sie gleich nach der Aktion. Die Angler konnten beobachten, wie sie heranschwammen, um an der Oberfläche gierig nach Luft zu schnappen. Auf diese Weise atmen Fische, die ja sonst ihren Sauerstoff über die Kiemen aus dem Wasser filtern, nur im Notfall, weil das sonst zu viel Kraft kostet, so die Erklärung der Experten. „Es war also Rettung in letzter Minute“, stellte Wagner fest.

Heike Liesaus

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