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Eilenburg Ritter Haudrauf begeistert Kinder in Hohenprießnitz
Region Eilenburg Ritter Haudrauf begeistert Kinder in Hohenprießnitz
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15:00 11.02.2018
Frau Märchen und Ritter Haudrauf erklären den Kindern das russische Märchen „Das Rübchen“. Quelle: Matthias Klöppel
Hohenprießnitz

Prinzen, Ritter, mutige Männer – die sind dem bösen Zauberer ein Graus. Sein Plan: Das magische Buch vernichten, in dem alle Märchen der Welt gesammelt sind. Dann würden alle Kinder die fantasievollen Erzählungen und ihre Helden vergessen. Doch wie gut, dass es Frau Märchen und Ritter Haudrauf mit dem verschlagenen Magier aufnehmen.

Unterstützung erhalten sie von den Jungen und Mädchen der Grundschule Zschepplin. Die sitzen bei der Premiere des Theaterstücks „Das magische Buch“ in der Turnhalle der Schule vor der Bühne, klatschen und singen, erraten Märchen, ahmen mit Freude Bewegungen nach – und helfen so, das titelgebende Druckwerk schließlich vor den Fängen des Zauberers zu retten. „Wer schüttelt die Betten ganz Dolle?“ – „Frau Holle“, ertönt es zum Beispiel in einer Sequenz von dem gebannt dreinblickenden Publikum.

„Etliche traditionelle Märchen sind Kindern inzwischen unbekannt“, hebt Ellen Heimrath hervor, Leiterin des gleichnamigen Großpösnaer Kindermusiktheaters und Darstellerin der Frau Märchen. Mit dem selbst verfassten, pädagogisch konzipierten Stück will sie unter anderem zeigen, dass Lesen Spaß und schlau macht, dass sich aus Sagen und Fabeln Lehren für die Gegenwart ziehen lassen. „Wir machen kein Halligalli, sondern immer was fürs Köpfchen“, sagt die studierte Musikpädagogin mit einem Lächeln.

Zahlreiche Lacher erntet der etwas tollpatschig wirkende Ritter Haudrauf, verkörpert von René Lubinski. Wenn er etwa eine Wegekarte nicht lesen kann, weil er sie falsch herum hält. Auch der plüschige Lesedrache Flämmchen, der das magische Buch vor dem Zauberer versteckt, kommt beim jungen Publikum an. „Der hat mir am besten gefallen“, jubelt Lenny aus der zweiten Klasse. Mitschülerin Lucia pflichtet ihm bei: „Der war lustig. Außerdem hat mir das Ende sehr gefallen.“ Timo und Fabio durften sogar mit auf die Bühne, um beim heiteren Märchenraten zu helfen.

„Eine ganz tolle Vorstellung“, findet Doreen Zimmermann, Klassenlehrerin in der dritten Jahrgangsstufe. Sie sei liebevoll gestaltet, zudem direkt auf die Grundschüler abgestimmt. „Die Schauspieler haben alle Verhaltensweisen rübergebracht, die wir auch selbst an die Kinder weitergeben“, sagt die Lehrkraft. Sie weist darauf hin, dass die interaktive Darbietung im Rahmen der Lesewoche stattfand, die die Schule jedes Jahr unmittelbar vor den Winterferien veranstaltet.

Ellen Heimrath, René Lubinski und Co. sind im gesamten mitteldeutschen Raum aktiv, geben mehr als 200 Vorstellungen im Jahr. Für ihre Stücke lassen sie sich von Interessen aus der eigenen Kindheit und Hinweisen von Schulen inspirieren. „Wir wollen einfach“, so Heimrath, „dass die Kinder eine Stunde lang Spaß haben und danach schlauer sind.“

Von Matthias Klöppel

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