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Eilenburg Rohrbrüche halten Wasserversorger auf Trab
Region Eilenburg Rohrbrüche halten Wasserversorger auf Trab
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18:24 07.01.2010

Das ist bitter nötig, denn die aktuellen Minusgrade und Dezember-Wetterkapriolen zwischen kalt und mild stellen das 1025 Kilometer umfassende Netz in den Regionen Eilenburg und Wurzen stellenweise auf eine Bewährungsprobe. Im Raum Eilenburg mussten und müssen nach wie vor externe Auftragnehmer des Verbandes seit Ende Dezember fast täglich ausrücken, um Rohrbrüche zu reparieren. Die ersten Hauptleitungen spuckten in dieser Wintersaison am 25. Dezember in der Eilenburger Mittel- und Ferdinandstraße sowie in der Grenzstraße auf dem Berg ihr kostbares Nass aus. Dann barsten einen Tag später in der Hohenprießnitzer Südallee sowie auf dem Eilenburger Schlossberg je ein Hauptrohr. Außerdem gaben mehrfach Hausanschlüsse ihren Geist auf, froren Wasseruhren ein. Was in den Tagen, an denen das Ablesen von 25000 Zählern für die Jahresrechnung 2009 im Verbandsgebiet anstand, nicht gerade günstig war. Ein Ende ist nicht abzusehen. Auch mit Tauwetter, welches in diesem Bereich erfahrungsgemäß zusätzlich Probleme bringt, ist eine Entlastung nicht in Sicht. Als Hauptursache nannte Seifert, die fast auf den Tag genau vor einem Jahr den Geschäftsführerposten übernahm, nicht nur das Alter der Leitungen, sondern auch den extremen Wechsel von Frost- und Tauwetter im Dezember, als der Boden einfror, wieder auftaute und dann wieder einfror. Ein Hin und Her, das vor allem älteren Netzteilen arg zusetzt. „Da ist es eine Frage der Zeit, dass Leitungen kaputt gehen“, so die Geschäftsführerin und Diplom-Wasserwirtschaftlerin. Sie empfahl Eigentümern, die vorbeugend gegen Frostschäden etwas tun wollen, Kellerfenster und -türen geschlossen zu halten und abzudichten, Wasseruhren mit Isoliermaterial einzupacken und von Zeit zu Zeit das Nass durch die Leitungen laufen und nicht zu lange stehen zu lassen, damit gerade in weniger tief eingebauten Hausanschlussleitungen Bewegung herrscht und das Wasser nicht einfriert. Insgesamt schätzte Seifert ein, sei der Reparaturanfall aber nicht höher als im vergangenen Winter, aber durchaus ein Kostenfaktor. Zumal rückwirkend ab Anfang 2009 den Kunden des Versorgungsverbandes Eilenburg-Wurzen für einen durchschnittlichen Anschluss höhere Grundgebühren von zehn Euro monatlich berechnet werden müssen (wir berichteten). Bisher waren es 7,66 Euro brutto. Jeder durchschnittliche Haushalt muss damit rund 28 Euro im Jahr mehr bezahlen, auch wenn der Kubikmeter-Mengenpreis bei 1,87 Euro stabil bleibt. Die Bescheide werden im Februar verschickt. Der Versorgungsverband, der seinen Sitz in der Eilenburger Winkelstraße 1 hat, umfasst 15 Städte und Gemeinden aus den Altkreisen Wurzen und Eilenburg. Er liefert Trinkwasser an etwa 100000 Einwohner und erwirbt neben der Eigenförderung in den Wasserwerken Wedelwitz und Bad Düben zusätzlich Trinkwasser von den Kommunalen Wasserwerken Leipzig sowie über die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz. Diese ziehen ihre Preise 2010 ebenfalls an. Dazu kommen steigende Material- und Energiekosten. Rund zwei Millionen Euro bisher, in diesem Jahr zirka eine Million Euro, werden jährlich in die Ertüchtigung des Leitungsnetzes investiert. Da dürfe man keine Abstriche zulassen, so Seifert.

Karin Rieck

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