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Eilenburg Rote Karte für den Groitzscher Speicher
Region Eilenburg Rote Karte für den Groitzscher Speicher
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00:17 21.04.2017
Die rote Karte für den Eigentümer des Gebäudes auf der linken Seite zeigen Ortsvorsteher Ralf Kulitzscher, Kareen Fuhrmann, Manfred Grob und Nachbar Holger Böhnstedt (von rechts). Quelle: Heike Liesaus
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Groitzsch

Einwohner des Dorfes Groitzsch zeigen gemeinsam mit Ortsvorsteher Ralf Kulitzscher dem Eigentümer des historischen Kornspeichers die symbolische rote Karte. Denn irgendetwas muss doch helfen gegen den Verfall des Gebäudes, das gleich an der Hauptstraße steht. Es wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet und gehörte einst zum Rittergut auf der anderen Straßenseite. Das ist inzwischen von einem Bauunternehmen restauriert und saniert, das sich besonders der Denkmalpflege verschrieben hat. Die Familie wohnt mittlerweile selbst auf dem Gelände.

Seltenheit: Speicher mit Galerie

So wurde mit den Jahren der Kontrast im Gebäudezustand der einen und der anderen Seite der Muldenstraße immer größer. „Es ist zum Beispiel selten, dass ein solcher Speicher eine innen umlaufende Galerie hat“, erzählt die Groitzscherin Kareen Fuhrmann. In welchem Zustand die sich befinden mag? Das Dach des Speichers ist längst undicht. Auf der einen Seite hat sich mittlerweile eine kleine Baumkolonie etabliert. Zuletzt fielen Steine herab, auch auf den Fußweg. Deshalb steht nun der Bauzaun ringsum. „Der Schandfleck wird damit allerdings noch unterstrichen“, urteilt Manfred Grob, der ebenfalls eine der roten Karten in der Hand hält. Alle befürchten, dass auf lange Sicht an dieser Stelle nicht mehr getan wird. Auch Holger Böhnstedt, der Eigentümer des Grundstücks nebenan. Bei ihm fallen Ziegel in den Garten. Die Enkelkinder dürfen nicht in diese Ecke.

Denkmalschutz

„Ich habe damals kein Denkmal gekauft. Ich habe erst seit vorigem Jahr Kenntnis davon, dass es unter Denkmalschutz steht“, erklärt Thomas Süß vom gleichnamigen Tauchaer Bauunternehmen auf Nachfrage der LVZ. Ihm gehört der alte Speicher. Mit dem Bauzaun sei den Anordnungen des Bauordnungsamtes Genüge getan. Es störe ihn auch nicht, wenn die Groitzscher, wie schon geschehen, eine weitere Unterschriften-Sammlung an ihn richten. „Das waren einmal Stallanlagen der LPG. Wir haben das zum Wohnstandort entwickelt, wir haben dort einiges abgerissen. Nur der Speicher steht noch.“ Ohne den Denkmalschutz-Status hätte auch der Speicher abgerissen und das Gelände verkauft werden können. Aber mit den Auflagen sei das Gebäude auch schwerer zu sanieren und umzunutzen. „Es liegt nicht an mir. Ich bin kein Museumsbetreiber. Ich muss wirtschaftlich denken. Für Verkaufsgespräche bin ich bereit.“

Von Heike Liesaus

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