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Ruderer kämpfen mit Flut-Schäden

Ruderer kämpfen mit Flut-Schäden

Diesmal hat die Hochwasserschutzmauer am Mühlgraben die Überflutung des Bootshauses des Eilenburger Ruderclubs von oben zwar verhindert. Doch der Verein hat trotzdem mit Schäden zu kämpfen: Druckwasser drang in die unteren Räume des Domizils ein.

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Wilfried Dippmann (links) zeigt seinen Besuchern einen der beschädigten Nachtspeicheröfen im Vereinszimmer.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Das Rudertraining findet zwar seit Jahren auf der Kiesgrube statt, aber hier ist die Heimat des RC. Das Gelände ist Eigentum des Vereins. Die Fußballer halfen jetzt mit einer Spende.

"Ich hätte zuerst nicht gedacht, dass Ihr etwas abbekommen habt", erzählt Ellen Häußler, Vizepräsidentin des FC Eilenburg, beim Besuch im Bootshaus des Ruderclubs am Mühlgraben. Aber die Website des Vereins habe andere Bilder gezeigt. "Wir hatten ja auch angenommen, dass es uns diesmal verschonte, schließlich hatte die Schutzmauer gerade so gereicht", bestätigte Wilfried Dippmann, Vorsitzender des Ruderclubs. "Als wir dann hierher kamen, stand das Wasser im Untergeschoss." Mit Hilfe von Pumpen sei das zwar schnell aus dem Haus gewesen, doch es strömte auch ständig wieder nach. Immerhin, diesmal sei das Nass klar und nicht schlammig gewesen, diesmal blieb das Ruderbecken verschont, weil das Wasser von unten kam. 2002 schoss es von oben durch berstende Fenster ein. Auch im Außenbereich war damals viel mehr Schaden entstanden. Trotzdem: "Die Elektrik ist Schrott. Was wir in Sachen Heizung machen, steht in den Sternen", stellt Dippmann. Bisher sorgten Nachtspeicheröfen für Wärme. Aber die Vorgaben zur Förderung für Vereine fordern nachhaltige Sanierung und die Nachtspeicheröfen gelten mittlerweile als Energieverschwendung, Heizöl in diesem Bereich geht nicht und die Gasleitung, die mal bis hierher führte, ist Schrott. Ein Neuanschluss würde 38 000 Euro kosten, erklärt Dippmann. Mittlerweile haben die Trockner ihre Arbeit fast getan. Die Werkstatt ist nun aus dem Keller ausgelagert, dafür müssen oben Wände versetzt werden. Aber auch die Steckdosen im Vereinsraum müssen zum Beispiel weiter hoch versetzt werden. Auch wenn der Verein derzeit an einer Lösung arbeitet, bei der das Objekt mit Hilfe von Pumpenschächten, künftig in solchen Fällen trocken gehalten werden soll.

Jeder Euro werde also gebraucht, die Hilfe vom FCE ist somit sehr willkommen. Die Idee, anderen vom Hochwasser betroffenen Sportlern zu helfen, sei dort spontan in der Hochwasserzeit geboren worden. Das Turnier der C-Jugend bot sich an. "Wir haben bei Bundesligavereinen angefragt, ob wir Sachspenden bekommen können", berichtet Turnier-Organisator Sebastian Tänzer. Die Versteigerung der Souvenirs wurde dann auch ein voller Erfolg. Auf dem Scheck, den die FCler Wilfrid Dippmann überreichten, standen 1237,90 Euro. "Außerdem bekommt einer unserer Schiedsrichter, der ebenfalls vom Hochwasser betroffen ist, 150 Euro", erklärte Ellen Häußler.

Mittlerweile haben andere Ereignisse das Hochwasser auf der RC-Internetseite schon etwas weiter nach hinten rücken lassen. Da stehen nun zum Beispiel die Nachrichten, dass Eilenburger am Bundeswettbewerb der Ruderjugend in Hamburg teilnahmen und dass Anne Dietrich bei den U-23-Weltmeisterschaften mit dem Achter die Bronzemedaille mit nach Hause holte, weiter vorn. Die 19-Jährige war bei der Spendenübergabe im Bootshaus dabei. Sie trainiert sonst in den Ferien auch im Athletikraum. Doch der ist vorerst von den Möbeln aus dem Vereinssaal, die vor der Flut in Sicherheit gebracht werden konnten, blockiert. Flutfolgen hatte die Sportlerin auch bei der Weltmeisterschaft im österreichischen Linz erlebt. Dort mussten die Organisatoren ebenfalls dafür sorgen, dass die Regattastrecke am Nebenarm der Donau nach den Überschwemmungen genutzt werden konnte. Und auch Dippmann weiß von seinen Dienstreisen nach Bayern: "Dort ist viel passiert, die Nachrichten waren wie hier."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.08.2013

lis

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