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Eilenburg Sabine Krause erklärt die Welt der Kräuter
Region Eilenburg Sabine Krause erklärt die Welt der Kräuter
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19:33 24.05.2010
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. Die Landfrau hatte zu einer Kräuterwanderung durch den Hohenprießnitzer Schlosspark eingeladen. „Ich kann nicht mit einer Oma aufwarten, die mir die Kräuterkunde beibrachte", erzählt die Naturfreundin, die sich ihr Wissen selbst erarbeitete. Das gibt sie regelmäßig bei Wanderungen in der Dübener Heide und in der Muldeaue sowie bei Spaziergängen in Parks und Landschaftsgärten preis.

Die Gruppe war erst wenige Schritte gegangen, als sich Krause bückte und auf eine Pflanze zeigte. „Wiesenbärenklau kann man essen", sagte sie und reichte einige Blätter weiter. Knoblauchrauke hat, wie der Name sagt, eine dezente Knoblauchnote und macht sich gut im Salat. „Löwenzahn ist das beste Leberentgiftungsmittel und gut für Niere und Blase", erklärte die Landfrau weiter. Dabei gab sie den Rat, die Blätter möglichst vor der Blüte zu ernten. Als die Wanderer an Girschblättern knabberten, waren sie sich einig, dass der Geschmack dieser Pflanze stark an Petersilie erinnere. Die Blüten der Taubnessel hingegen schmecken leicht süßlich und „machen sich hervorragend als essbare Dekoration auf einem Büfett". Auch die fein gefiederten Blätter der Schafgarbe sind essbar „und deren Tee für allerlei Wehwehchen gut".

 

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Hohenprießnitz. Die Sonne blinzelte durch das maigrüne Laub der hohen Linden, als Sabine Krause am Sonnabendnachmittag die Gäste an der Grunaer Fähre begrüßte. Die Landfrau hatte zu einer Kräuterwanderung durch den Hohenprießnitzer Schlosspark eingeladen.

 

Nach einer halben Stunde lief die Gruppe einen Steg zum Lusthausberg hinauf. Am Wegesrand wuchs Vogelmiere, die niemand gern in seinem Garten sieht. „Essen Sie es einfach auf", scherzte die Kräuterfrau. Für die meisten Gartenfreunde ist es ein lästiges Unkraut und so landen Tonnen von Vitamin C jährlich auf dem Komposthaufen. Geschmacklich erinnert das Wildgemüse an Mais. „Auch Bäume sind Heilpflanzen", bemerkte die Wanderführerin. Viele wussten bereits, dass Rosskastanie gut gegen Venenleiden sei und dass Lindenblütentee bei Erkältungskrankheiten getrunken wird. Aber dass man die Blätter vieler Bäume essen kann, war eher unbekannt.

Die häufig vorkommende Brennnessel ist eine bedeutende Heilpflanzen. Früher als Armeleuteessen verpönt, ist sie heute in der gehobenen Gastronomie angelangt. Krause wusste auch zu berichten, dass die Samen, die sogenannten Nüsschen essbar sind und zur Stärkung der Manneskraft beitragen sollen. Auf dem Weg durch den Park kosteten die Teilnehmer Wiesenschaumkraut, Spitz- und Breitwegerich, Rotklee und Wiesenlabkraut, ehe sie sich zum Picknick niederließen. Edeltraud Böhm aus Glaucha hatte ein Vesper vorbereitet, um zu zeigen, was man für wohlschmeckende Gerichte aus wildwachsenden Pflanzen zaubern kann, so knusprige Brennnesselschnitzel, Fliederblütenlimo, Kräuterbowle und Salat.

Allmuth und Janine Liebmann aus Delitzsch gerieten ins Schwärmen. „Wir wussten nicht, dass sich in 20 Autominuten von Delitzsch entfernt ein so schöner Schlosspark befindet". Walter Hörig hat mit seiner Frau eine sechswöchige Brennnesselkur zur Entschlackung hinter sich. Der Eilenburger war mit seinen Enkeln Luise und Jonas gekommen und fand den Spaziergang unterhaltsam und lehrreich. Heike Nyari

Heike Nyari

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