Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg San Francisco - Krippehna: Straßenkünstler Willy Wonder wird heimisch
Region Eilenburg San Francisco - Krippehna: Straßenkünstler Willy Wonder wird heimisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:27 19.05.2015
Peter Schewando ist Willy Wonder. Der Straßenkünstler hat nach vielen Reisen um den Erdball seine Zelte jetzt in der ehemaligen Molkerei in Krippehna aufgeschlagen. Quelle: Steffen Brost

Der 46-Jährige ist Straßenkünstler, Jongleur und Komiker in einem. Bei seinen Auftritten verwandelt er sich in Willy Wonder, einen charismatischen und amüsanten Komiker, der sein Publikum begeistert.

Seit über 15 Jahren reist er mit seiner Ein-Mann-Comedy-Show durch Europa, Südamerika und die USA. Vor einigen Monaten kaufte er die ehemalige Molkerei in Krippehna und will diese jetzt zu seinem festen Wohnsitz umbauen. "Krippehna liegt strategisch sehr gut. Fast ganz Deutschland ist von hier aus in wenigen Stunden erreichbar", sagte der Straßenkünstler.

An diesem Tag arbeitet der Neu- Krippehnaer in seinem Garten. Hüfthoch steht das Unkraut. Mit einer Sense bringt Schewando einen ersten ordnenden Schliff in die Grünfläche. Dass dabei das halbe Haus sperrangelweit offen steht, stört den Mann nicht. "Wer soll hier denn reinkommen? Ich bin in Krippehna herzlich aufgenommen worden. Und zu klauen gibt es bei mir nichts", zuckt der Künstler mit seinen Schultern. Schewando ist gelernter Kunststoff-Formgeber. Doch in seinem Beruf hat er nicht lange gearbeitet. Stattdessen fand er Interesse am Jonglieren. "Ich habe gemerkt, dass man das tun und dabei herrlich reisen kann. Ich habe meinen Rucksack genommen und bin in die weite Welt gezogen", erzählt er weiter. Das war in den späten 1990er- Jahren.

Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in einem Baumhaus in England und nach der Teilnahme an seinem ersten Jonglierkurs in Frankreich und England wollte er die Welt aus der Sicht eines Straßenkünstlers bereisen. Es begann eine Reise, die ihn bis ins amerikanische San Francisco brachte, wo er vier Jahre lebte und als Straßenkomiker arbeitete. Zurück in Europa gründete er die Gruppe "Starlight und Willy Wonder", mit der er ausgiebig in Europa und den USA tourte. "Am längsten war ich in Italien. Ich bin den Stiefel rauf und runter. Später, in Mazedonien, habe ich meine heutige Frau Sandra kennengelernt. Auch sie ist ständig als Künstlerin auf Achse", so Schewando.

Mit seinen Auftritten will der 46-Jährige Lebensfreude versprühen, Spaß machen und einfach die Menschen zum Lachen bringen. "Ich habe zwar einen roten Faden, der mich durch meine Shows leitet. Vieles ergibt sich aber von allein. Je nach Situation. Die zuschauenden Passanten gestalten die Show immer mit. Keine gleicht der nächsten", weiß er.

Nach über 20 Jahren auf Tour hatte der aus dem Bergischen Land stammende Mittvierziger Lust auf ein neues Projekt. Er kaufte in Krippehna die ehemalige Molkerei. "Ich wollte ursprünglich etwas in Italien erwerben. Doch da war es zu teuer. So bin ich hier gelandet. Das leerstehende Haus fand ich im Internet und wurde schnell mit dem Besitzer einig." Doch lange hielt es ihn zunächst nicht an diesem Ort. Erst nach weiteren drei Monaten auf Tour ist er erst vor wenigen Wochen zurückgekehrt und hat begonnen, sein Domizil zu sanieren. "Der Winter kommt. Ich muss vorher alles dicht kriegen", so Schewando.

Der frischgebackene Hausbesitzer hat konkrete Pläne. In die ehemalige Butterei im Keller soll ein Kleines Theater rein. Auch in seiner Wohnung will der 46-Jährige seine Kunst vorführen. Im Ort ist er bereits bekannt wie ein bunter Hund. "Alle kennen ihn nur als Peter. Er scheint in die Dorfgemeinschaft zu passen", sagt Anwohnerin Susanne Rother. Mit seinen Kunststückchen begeisterte er bereits die Steppkes im Kindergarten im Nachbarort und er spielte beim Dorffest. "Die Leute sind nett und hilfsbereit", stellt Schewando fest.

Und er hat hier in Krippehna noch einiges vor. So will er vielleicht nächstes Jahr ein Straßenkunstfestival auf die Beine stellen, wozu er jede Menge Künstler aus seiner Branche einladen will: "Ich will hier nicht nur wohnen, sondern auch leben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.10.2014
Steffen Brost

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das war der Mehrheit der Eilenburger Stadträte doch zu unsicher: Es gibt zwar jemanden, der das Verwaltungsgebäude des Eilenburger Chemiewerks kaufen will. Sagen kann er aber noch nicht, wann, wie und wofür er dort genau investieren will.

19.05.2015

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_36451]Zschepplin. Die 20 Projekte, die in der Gemeinde Zschepplin in den Orten Glaucha, Hohenprießnitz und Zschepplin nach dem Hochwasser im Juni vergangenen Jahres als Flutschäden anerkannt wurden, sind inzwischen ein fester Punkt in den monatlichen Gemeinderatssitzungen.

19.05.2015

Mit lautem Gebell begrüßten Charly, Bello und Co. am Wochenende Hunderte Tierliebhaber zum Tag der offenen Tür im Eilenburger Tierschutzzentrum. Es war die zweite große Veranstaltung in diesem Jahr. Denn vor den Sommerferien feierten die Mitarbeiter das zehnjährige Jubiläum am Standort Färberwerder 14. Seit 2004 steht die Anlage im Stadtteil Ost.

19.05.2015
Anzeige