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Sanierung der Eilenburger Marienkirche kostet 1,3 Millionen Euro

Sanierung der Eilenburger Marienkirche kostet 1,3 Millionen Euro

Die Marienkirche auf dem Eilenburger Burgberg: Hier hatte einst Luther gepredigt, hier steht die schönste Orgel der Stadt und sie hatte vor rund 30 Jahren ihre Wiedererweckung erlebt.

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Die Türmchen überm Portal bröckeln. Die Reparatur ist geplant.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Doch nun braucht sie erneut Hilfe. Denn Verfall zeigt sich an vielen Stellen. Dieser Tage hatte sich deshalb erstmals der Freundeskreis Marienkirche getroffen.

"1,365 Millionen Euro wären für Instandsetzungen insgesamt nötig", berichtete Hans-Jürgen Stock. Der 74-Jährige hatte einst seitens der Kirchgemeinde auch die Sanierung des Gemeindehauses am Nikolaiplatz betreut, in dem sich die Interessierten nun versammelt hatten. "Mit dieser Summe wäre aber erst der Zustand erreicht, in dem alles in Ordnung ist. Das heißt: Damit ist noch nichts Neues geschaffen, wie eine neue Heizung oder Fußboden." Immerhin aber sei der Untergrund sicher. Denn vor einigen Jahren musste das Gemeindehaus neben der Marienkirche abgerissen werden, bevor mit Millionen Euro-Beträgen die Stützmauern an Berg- und Marienstraße saniert werden konnten.

Die ehemalige Pfarrerin Maria Krien gab Einblicke in die Historie: Als sie 1980 ihren Dienst im Eilenburger Stadtteil antrat, war das Gotteshaus bereits seit zehn Jahren unbenutzbar. Steine lösten sich aus den Mauern, das Dach war undicht. Doch in Zeiten, in denen kaum Kupfernägel, kaum Zement zu bekommen waren, gelang es der Gemeinde mit viel eigenhändigem Zupacken, zuerst die Sakristei und schließlich die gesamte Kirche zu beleben.

Nun ist der Putz marode, ebenso die Natursteingesimse, Mauern sind feucht. Die Sparrenfüße des Dachstuhls sind zu tauschen und sein genereller Zustand ist noch zu prüfen. Im Turm müssen die Zuganker wiederhergestellt werden. Die Glocke, die derzeit nicht mehr läutet, müsste repariert, der Glockenstuhl erneuert werden. Und das ist nur ein Teil der Projekte, die der Baubeauftragte Stock aufzählte. "Aber der Fall, dass wir plötzlich die 1,3 Millionen auf dem Konto haben, wird nicht eintreten", stellte er fest. "Wir brauchen einen langen Atem." Aber einen ersten Schritt wird es dieses Jahr geben: Für die Reparatur des Portals, an dem die Türmchen bröckeln, sei noch Geld da.

Ein Verein Freundeskreis Marienkirche soll nicht extra gegründet werden, letztlich würde das nur mehr Bürokratie bedeuten. Organisiert wurde stattdessen gleich der Frühjahrsputz in der Kirche. Weitere Aufgaben: Das Freischneiden der Fenster im Außenbereich. Und es müsste sich jemand finden, der sich um das regelmäßige Lüften des Gebäudes kümmern kann, erklärte Angelika Glas vom Kirchenvorstand. Das würde helfen, die Mauern etwas zu trocknen.

Auch die Nutzung des Gebäudes kam ins Gespräch: Könnten zum Beispiel mehr Konzerte stattfinden? Generell könne die Kirche auch für Veranstaltungen genutzt werden, so Angelika Glas weiter. Die Festveranstaltung 20 Jahre Burgverein im vorigen Sommer sei da ein gutes Beispiel gewesen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.03.2015
Von Heike Liesaus

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