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Eilenburg Schäfer Neumann verliert 17 Tiere in der Muldenaue bei Eilenburg
Region Eilenburg Schäfer Neumann verliert 17 Tiere in der Muldenaue bei Eilenburg
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09:05 18.10.2017
Schäfer Mario Neumann und Hund Dingo hüten Hunderte Deutsche Schwarzkopfschafe in der Muldenaue. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

War es der Wolf, der die Schafe in der Muldenaue bei Hainichen jagte? Schäfer Mario Neumann, der am vorigen Dienstag tote und verletzte Tiere auf der Weide fand, bezweifelt das. „Insgesamt sind 17 Stück fort“, erklärt der 48-Jährige. „Sechs waren bereits tot, sechs musste ich töten. Die anderen sind vermutlich aus Angst in die Mulde gerannt und ertrunken. Das waren Mast-Lämmer, jeweils 40 Kilo schwer. Die wollte ich eigentlich jetzt, Ende Oktober, verkaufen. Und einer von meinen drei Zuchtböcken ist auch tot.“

Keine Entschädigung

Dieser Tage nun bietet sich an der Schlossaue zwischen Eilenburg und Hainichen das gewohnte idyllische Bild. Das ist bestimmt von grünen Wiesen, auf denen friedlich Hunderte Schafe grasen. Dahinter schimmern mächtige Weidenbäume. Dingo, einer der drei Hütehunde des Schäfers, hält die Herde zusammen. „Das sind 300 Muttertiere und 250 Lämmer. Davon gehen nun noch 200 in den Verkauf“, erzählt Neumann. Die getöteten Tiere grasten an einer anderen Stelle, zirka zwei Kilometer weiter flussabwärts. „Sie waren vorschriftsmäßig nachts eingezäunt. Aber den Zugang zur Mulde lasse ich immer offen. Schließlich müssen die Schafe auch trinken“, erklärt der Schäfer. Schon deshalb würde es keine Entschädigung vom Wolfsmanagement geben. Aber auch der Zscheppliner geht ebenso wie die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes nicht davon aus, dass es ein Wolf war, der den Schaden verursachte.

Das gleiche Bild

Mario Neumann arbeitet seit 1991 selbstständig. Vor 20 Jahren erlebte er einen ähnlichen Vorfall. Damals war ein großer Hund einer Spaziergängerin entkommen und hatte Schafe gerissen. „Damals hatte die Versicherung der jungen Frau, die sich gleich bei mir gemeldet hatte, den Schaden ersetzt.“ Den jetzigen Verlust wird ihn niemand ersetzen.

Seine Schafe sind als Landschaftspfleger unterwegs, sollen das Gras in der Aue und auf den Deichen kurz halten. Aber auch der Verkauf gehört nach wie vor zum Einkommen. Schon der Vater war Schäfer. „Bei ihm ist es mal zu DDR-Zeiten passiert, dass 150 Tiere gerissen wurden. Das waren zwei Hunde, die sich dann gegenseitig in Rage brachten. Das sah damals ähnlich aus“, erzählt er.

Springt der Wolf?

Die Umfriedung diesmal war jedenfalls unbeschädigt. 90 Zentimeter hoch ist der genormte Spezialzaun. Der sollte einen Wolf normalerweise abhalten. Laut der Wolfmanager soll das wilde Raubtier nicht über solche Zäune springen. Anders als die Hunde. „Aber dass ein Wolf dümmer sein sollte als Hunde, kann ich mir nun auch nicht vorstellen“, stellt der 48-Jährige schulterzuckend fest.

Keine DNA-Spur

In jener Nacht hatte es zu stark geregnet, um DNA-Spuren zu sichern und so zweifelsfrei festzustellen, ob nun Hund oder Wolf der Täter war. Und weil keine Schadensersatzansprüche gestellt werden, wird der Vorfall auch vonseiten der Landkreisbehörde nicht weiter verfolgt, so die Auskunft des Landratsamtes. Die Unterlagen sind trotzdem ans Kontaktbüro fürs Wolfsmonitoring weitergeleitet worden. Beim Vorfall bei Bad Düben, ebenfalls in der vorigen Woche, konnten indessen DNA-Proben genommen werden, die über das sächsische Wolfsbüro in der Lausitz untersucht werden. „Die Ergebnisse sollen in zirka sechs bis acht Wochen vorliegen“, berichtet Peter Stracke, Pressesprecher beim Landratsamt.

Sichtungen bei der Jagd

Die Region Eilenburg wird noch nicht als Wolfsland betrachtet. „Das sieht in der Noitzscher Heide schon etwas anders aus“, findet Schäfer Neumann. Genau dort wird er bald mit seinen Schafen hinziehen. Die Region Krippehna, Noitzsch, Badrina wird für vier Monate zur Winterweide. „Und Jäger in Badrina haben schon erzählt, dass sie einen Wolf gesichtet haben, als sie auf Wildschweine ansaßen. Aber so ein Wolf läuft auch mal schnell 30 Kilometer.“

Von Heike Liesaus

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