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Schärfere Kameras: Schutz vor Waldbränden in Nordsachsen wird verbessert

Kameratürme Schärfere Kameras: Schutz vor Waldbränden in Nordsachsen wird verbessert

Die Waldbrandüberwachung im Landkreis Nordsachsen wird mit Geld von der Europäischen Union und dem Land verbessert. Unter anderem solle noch in diesem Jahr ein neuer Feuerwachturm in der Nähe von Roitzsch errichtet werden. Mit fünf Kameras wird in Nordsachsen eine Waldfläche von 43 000 Hektar überwacht.

Der Schutz vor Waldbränden wird verbessert.

Quelle: Dirk Hunger

Nordsachsen. Die Technik des Waldbrand-Überwachungssystems im Landkreis Nordsachsen ist in die Jahre gekommen – und soll deshalb verbessert werden. Das teilte jetzt das Landratsamt mit. Im Landkreis werden derzeit mit insgesamt fünf installierten Kameras 26 600 Hektar Waldfläche der Waldbrandgefahrenklasse A, 10 400 Hektar der Waldbrandgefahrenklasse B und 5800 Hektar der Waldbrandgefahrenklasse C überwacht. Das System ist jedoch mittlerweile zehn Jahre alt und muss mit fortschreitendem Stand der Technik modernisiert werden.

Effiziente Vernetzung

So soll beispielsweise zur Standortoptimierung noch in diesem Jahr ein neuer Feuerwachturm in der Nähe von Roitzsch in der Dübener Heide errichtet und zur Systemoptimierung ein Kamerastandort von Puschwitz nach Beilrode umgesetzt werden. Danach werden die Kamerastandorte in Wöllnau (Gemeinde Doberschütz) und in Tiefensee (ein Ortsteil von Bad Düben) in der Dübener Heide sowie auf der Höhe 215 bei Schmannewitz in der Dahlener Heide mit modernisierter Soft- und Hardware ausgestattet. Damit ist das System im Landkreis Nordsachsen mit den Kamerastandorten der Nachbarbundesländer und der neu etablierten Rettungsleitstelle in Leipzig effizient vernetzt.

Für die ersten Maßnahmen hat die Europäische Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen Fördermittel bereitgestellt, so das Landratsamt weiter. Die Richtlinie Wald und Forst/2014 beinhalte den Fördertatbestand „Einrichtung und Verbesserung von Anlagen zur Überwachung des Auftretens von Waldbränden“. Für die folgende Modernisierung der drei Kameras soll es dann eine weitere Fördertranche geben. Zur Höhe der Fördermittel wurden aber keine Angaben gemacht.

Vom Fernglas zur Kamera

Die Überwachung der Wälder in brandgefährdeten Bereichen ist als Aufgabe der Forstverwaltung schon lange vor dem Ersten Weltkrieg bekannt. An ausgewählten Punkten wurden zuerst auf hölzernen, später auf metallenen Türmen Kanzeln angebracht, von denen aus in der brandgefährdeten Zeit vom 15. Februar bis zum 30. September eines jeden Jahres Waldarbeiter mit Fernglas die Waldflächen aller Eigentumsformen auf Brände hin überwachten. Dies war bis weit nach der Wiedervereinigung der Fall.

Im Jahr 2002 wurde zunächst in Ostsachsen die Überwachung mittels Kamera und angeschlossenem Computer erprobt. Das Experiment endete vielversprechend, so dass im Jahr 2004 beginnend die kameragestützte Waldbrandfrüherkennung flächendeckend im gesamten Freistaat eingeführt wurde. Das System arbeitet mittlerweile länderübergreifend unter anderem auch in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg–Vorpommern und Brandenburg.

Die Einteilung der Waldbrandgefahrenklassen erfolgt mit den Buchstaben A (Gebiete mit hoher Waldbrandgefahr), B (Gebiete mit mittlerer Waldbrandgefahr) und C (Gebiete mit geringer Waldbrandgefahr). Nordsachsen gehört im Freistaat Sachsen übrigens zu den Regionen mit einem besonders hohen Anteil an Gebieten der Gefahrenklasse A. Eine ähnlich hohe Gefährdung besteht im Norden der Landkreise Meißen, Bautzen sowie Görlitz.

Von lk

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