Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Schärfere Kameras: Schutz vor Waldbränden in Nordsachsen wird verbessert
Region Eilenburg Schärfere Kameras: Schutz vor Waldbränden in Nordsachsen wird verbessert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 02.10.2016
Der Schutz vor Waldbränden wird verbessert. Quelle: Steffen Brost
Nordsachsen

Die Technik des Waldbrand-Überwachungssystems im Landkreis Nordsachsen ist in die Jahre gekommen – und soll deshalb verbessert werden. Das teilte jetzt das Landratsamt mit. Im Landkreis werden derzeit mit insgesamt fünf installierten Kameras 26 600 Hektar Waldfläche der Waldbrandgefahrenklasse A, 10 400 Hektar der Waldbrandgefahrenklasse B und 5800 Hektar der Waldbrandgefahrenklasse C überwacht. Das System ist jedoch mittlerweile zehn Jahre alt und muss mit fortschreitendem Stand der Technik modernisiert werden.

Effiziente Vernetzung

So soll beispielsweise zur Standortoptimierung noch in diesem Jahr ein neuer Feuerwachturm in der Nähe von Roitzsch in der Dübener Heide errichtet und zur Systemoptimierung ein Kamerastandort von Puschwitz nach Beilrode umgesetzt werden. Danach werden die Kamerastandorte in Wöllnau (Gemeinde Doberschütz) und in Tiefensee (ein Ortsteil von Bad Düben) in der Dübener Heide sowie auf der Höhe 215 bei Schmannewitz in der Dahlener Heide mit modernisierter Soft- und Hardware ausgestattet. Damit ist das System im Landkreis Nordsachsen mit den Kamerastandorten der Nachbarbundesländer und der neu etablierten Rettungsleitstelle in Leipzig effizient vernetzt.

Für die ersten Maßnahmen hat die Europäische Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen Fördermittel bereitgestellt, so das Landratsamt weiter. Die Richtlinie Wald und Forst/2014 beinhalte den Fördertatbestand „Einrichtung und Verbesserung von Anlagen zur Überwachung des Auftretens von Waldbränden“. Für die folgende Modernisierung der drei Kameras soll es dann eine weitere Fördertranche geben. Zur Höhe der Fördermittel wurden aber keine Angaben gemacht.

Vom Fernglas zur Kamera

Die Überwachung der Wälder in brandgefährdeten Bereichen ist als Aufgabe der Forstverwaltung schon lange vor dem Ersten Weltkrieg bekannt. An ausgewählten Punkten wurden zuerst auf hölzernen, später auf metallenen Türmen Kanzeln angebracht, von denen aus in der brandgefährdeten Zeit vom 15. Februar bis zum 30. September eines jeden Jahres Waldarbeiter mit Fernglas die Waldflächen aller Eigentumsformen auf Brände hin überwachten. Dies war bis weit nach der Wiedervereinigung der Fall.

Im Jahr 2002 wurde zunächst in Ostsachsen die Überwachung mittels Kamera und angeschlossenem Computer erprobt. Das Experiment endete vielversprechend, so dass im Jahr 2004 beginnend die kameragestützte Waldbrandfrüherkennung flächendeckend im gesamten Freistaat eingeführt wurde. Das System arbeitet mittlerweile länderübergreifend unter anderem auch in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg–Vorpommern und Brandenburg.

Die Einteilung der Waldbrandgefahrenklassen erfolgt mit den Buchstaben A (Gebiete mit hoher Waldbrandgefahr), B (Gebiete mit mittlerer Waldbrandgefahr) und C (Gebiete mit geringer Waldbrandgefahr). Nordsachsen gehört im Freistaat Sachsen übrigens zu den Regionen mit einem besonders hohen Anteil an Gebieten der Gefahrenklasse A. Eine ähnlich hohe Gefährdung besteht im Norden der Landkreise Meißen, Bautzen sowie Görlitz.

Von lk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig geht in die heiße Phase. Jetzt sind die LVZ-Leser aufgefordert anzurufen und für die Projektidee zu stimmen, die sie favorisieren. Das Voting läuft bis zum 17. Oktober 2016 (13 Uhr). Wir stellen Ihnen die Vereine und Projekte vor, die zur Wahl stehen.

29.09.2016

Die Eigentümer von sieben Grundstücken in der Hohenprießnitzer Lindenallee bangen. Sie müssen jetzt damit rechnen, dass die Gemeinde mit gerichtlicher Hilfe ihre Vorgärten auf einer Breite von drei Metern zurückbauen lässt. Die Räumungsklage wurde jedenfalls mehrheitlich beschlossen.

28.09.2016

Für zwei Jahre hat die Lebenshilfe Eilenburg vorerst den Betrieb der heilpädagogischen Kindertagesstätte, die vorher beim Landkreis angesiedelt war, mit dem neuen Schuljahr übernommen. Wie es damit weitergeht, entscheiden die Entwicklungen im Rahmen der Gesetzesanpassungen zum Thema Integration/Inklusion.

28.09.2016