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Schlagabtausch: Was wollen Eilenburgs OB-Kandidaten für die Wirtschaft tun?

Schlagabtausch: Was wollen Eilenburgs OB-Kandidaten für die Wirtschaft tun?

Es muss sich etwas ändern im Rathaus, fasste Kreishandwerksmeister Matthias Vogt am Donnerstagabend beim Forum im Haus der Kreishandwerkerschaft in Eilenburg zusammen.

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Quelle: lox

Eilenburg. Es wird sich auf alle Fälle etwas ändern: Denn am 1. August zieht ein neuer Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin ins Rathaus ein. Am 7. Juni wird gewählt. Doch welche Priorität wird unter der neuen Leitung Handwerk und Gewerbe eingeräumt? Das war die zentrale Frage, die Vogt für die vier Kandidaten, die zirka zehn Versammelten gegenübersaßen, vorbereitet hatte.

In den vergangenen Jahren hätte die Verwaltung den Gewerbetreibenden wenig Beachtung geschenkt, sei kaum auf sie zugegangen. Egal, ob Steffi Schober, Kandidatin der CDU, Jürgen Clauß, der von Der Linken aufgestellt wurde, Torsten Pötzsch (SPD) oder Ralf Scheler (parteilos) - es waren sich alle einig, dass Wirtschaft, Handel und Gewerbe Basis für Einnahmen und damit Handlungsfähigkeit der Stadt sind. Sei es über die Gewerbesteuern oder über die Lohnsteuer-Anteile. "Wirtschaft ist Chefsache", so Steffi Schober. Kontakte aufnehmen und vermitteln, auch mit Schulen, darin würde sie eine ihrer ersten Aufgaben sehen. Auch Jürgen Clauß wollte sich mit Besuchen "schlau machen, welche Probleme anstehen". "Dem Geschäftssterben in der Leipziger und in der Puschkinstraße muss Einhalt geboten werden", setzte Ralf Scheler hinzu, der sich auf vertrautem Terrain befand, war er doch vier Jahre Kreishandwerksmeister und zuletzt Präsident der Handwerkskammer Leipzig. "Wirtschaftsförderung ist mehr, als Handwerkern 'Guten Tag' zu sagen", stellte Torsten Pötzsch fest. Dazu gehörten auch Straßen, Kitas und Schulen, die die Ausstattung haben, um ausbildungsfähige Absolventen zu entlassen.

Diskutiert wurde auch über Tourismus. "Wir wurden von der Stadt stiefmütterlich behandelt", sagte Hans-Joachim Colditz, einer der Gesellschafter des Freizeit- und Erholungszentrums Eilenburg (FEZ) am Eilenburger Kiessee. Dabei kämen im Sommer 500 Gäste auf den Campingplatz. "Grundsätzlich will die Stadt nur Geld, wenn wir mal Werbung machen und ein Schild aufstellen wollen." Ein Rundweg um den See wäre doch sicher möglich: "Was gedenken sie da zu unternehmen?" Er würde sich das schon mal auf die Agenda schreiben, so Jürgen Clauß. So kam auch die Radweg-Anbindung in die Region zur Sprache, die weder in Richtung Doberschütz noch muldeaufwärts in Richtung Jesewitz funktioniert. Da sei viel versäumt worden. Scheler forderte, dass "ein Hype entsteht. Wir müssen stolz sein, dass wir Burgberg, FEZ, Tierpark haben. Sonst kommt keiner von außen." Schober erinnerte an das Heinzelmännchen-Leitbild, das gerade in der Stadt erarbeitet wird. Und als Geografie-Lehrerin sei sie dafür, Eilenburg auch in die Entwicklung des Geopark-Projekts "Porphyrland" einzubeziehen. Pötzsch räumte ein, dass der Tourismus in Eilenburg nicht überbewertet werden sollte, weil er sicher nicht Hauptwirtschaftsfaktor wird. Es sei trotzdem wichtig, die Eilenburger hinter das Leitbild zu bekommen. "Nur wenn ich etwas selbst gut finde, kann ich auch andere dafür begeistern."

Lässt sich die Kommunikation mit der Verwaltung mit einem regelmäßigem Handwerkerstammtisch verbessern, wie in der Versammlung vorgeschlagen wurde? Es gab jedenfalls viele Impulse, bedankte sich der Chef der Kreishandwerkerschaft. "Egal, wer's am Ende macht. Der Kontakt zur Verwaltung muss sein."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.05.2015
Heike Liesaus

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