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Schloss Hohenprießnitz: Im Marstall wird frisch gerösteter Kaffee serviert

Eventcafé Schloss Hohenprießnitz: Im Marstall wird frisch gerösteter Kaffee serviert

Das Hohenprießnitzer Schloss lockt künftig auch mit Kaffeeduft. In dem im Frühjahr sanierten Marstall öffnet im August ein Eventcafé. Zu dem vor Ort gerösteten und gefilterten Kaffee gibt es an den nächsten beiden Sonntagen aber nicht nur Kuchen, sondern auch eine Schloss- beziehungsweise Schlossparkführung.

Holger Kirst serviert dem Schlossherren Konrad Obermüller seinen ersten Kaffee. In der Kutsche hat Schlossmanager Thorsten Mackowiak Platz genommen.

Quelle: Wolfgang Sens

Hohenprießnitz. Als Schlossherr bekam Konrad Obermüller jetzt schon mal zur Probe den ersten vor Ort gerösteten und gefilterten Kaffee. Am Sonntag, dem 6. August, wenn der Marstall des Hohenprießnitzer Schlosses erstmals als Café öffnet, wird dieser von 13 bis 18 Uhr dann allen Gästen serviert. Dazu wird eine Schlossführung samt einer nur an diesem Tag zu sehenden Ausstellung mit regionalen Künstlern kredenzt. Der Kuchen, den es natürlich auch geben wird, gerät dagegen eher zur Nebensache. Denn ansonsten dreht sich, wie auch am 13. August, wenn es eine Schlossparkführung gibt, alles um den Kaffee.

Kaffeeröster mit Eilenburger Wurzeln

Möglich macht dies der Machener Kaffeeröster Holger Kirst, der den Kaffee unter den Augen der Gäste zubereiten und viel Wissenswertes rund um den beliebten Trank erzählen wird. Dass der 51-Jährige einmal Kaffeeröster wird, stand allerdings nicht an seiner Wiege. Nach dem Abitur studierte der gebürtige Eilenburger zuerst einmal Automatisierungstechnik, war aber dann 26 Jahre als Banker deutschlandweit tätig. „Bei meiner letzten Station in der Kaffeestadt Hamburg“, so erzählt er, „habe ich dann das Kaffeerösten live erlebt, entsprechende Fortbildungen besucht und in einer kleinen Kaffeerösterei auch mal mitgearbeitet.“

Sich nach Jahrzehnten mit ständig wechselnden Arbeitsorten mit einer Kaffeerösterei zu Hause selbstständig zu machen, diese Idee faszinierte ihn. In Leipzig, so hat er analysiert, gebe es davon jedoch bereits eine Hand voll. Eine weitere, so ergab seine Marktforschung, wäre sicher machbar. Doch warum eigentlich nicht eine Kaffeerösterei in dem vor der Haustür liegenden Schloss Machern etablieren?

Seminare geplant

Dieser Plan ist nicht ad acta gelegt. Doch Hohenprießnitz mahlt den Kaffee nun zuerst. Denn im Gespräch mit Konrad Obermüller, der das Machener Schloss ab November pachtet und dem das Schloss in Hohenprießnitz gehört, wurde die Idee des Eventcafés in Hohenprießnitz geboren.

Damit werden nun zunächst in Hohenprießnitz die Kaffeebohnen, die aus Äthiopien, Kenia, aus verschiedenen Ländern Mittelamerikas und Indonesien stammen, in dem bereits installierten Kaffeetrommelröster in Hohenprießnitz frisch geröstet. Nach einigen Tagen der Ruhe werden die Bohnen dann gefiltert, was einen klaren und milden Geschmack ergibt, oder gepresst, wenn der Kaffe kräftiger ausfallen soll. „Es gibt natürlich noch weitere Methoden, zum Beispiel mit einem Syphon“, so Holger Kirst. „Die möchte ich dann auf jeden Fall auch bei Kaffeeröstseminaren mit Verkostung erklären.“ Diese Seminare mit sechs bis maximal zwölf Leuten sollen ab Herbst in Hohenprießnitz für Einzelpersonen und Gruppen angeboten werden.

Konrad Obermüller jedenfalls freut sich, dass in dem seit Frühjahr wunderbar sanierten Marstall, in dem eine Kutsche und Pferdegemälde an die frühere Funktion erinnern, künftig nicht nur Kabarett und Musik stattfindet. Er ist schließlich überzeugt: „In ein Schloss gehört ein Café.“ Selbst wenn es sich dabei erst einmal „nur“ um ein Eventcafé handelt.

Weitere Termine im Schloss:

Barocksaal, virtuose Kammermusik für Violine und Klavier mit Jana Poljanovskaja und Cornelia Junge.

Die Gruppe Anima gestaltet gemeinsam mit Franziska Beyer-Lallauret eine musikalische Lesung mit Liebes- und Heimatgedichten rund ums Muldetal im Marstall.

Von Ilka Fischer

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