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Schloss Hohenprießnitz zieht über 1000 Gäste in seinen Bann

Schloss Hohenprießnitz zieht über 1000 Gäste in seinen Bann

Hohenprießnitz. Sonntag, kurz vor zehn Uhr auf dem Schlosshof in Hohenprießnitz. Zum Tag des offenen Denkmals gestattet Schlossherr Konrad Obermüller wieder einen Blick in die barocken Räume.

Und so bildet sich pünktlich, kurz bevor der Eingang zum Haupthaus aufgeklinkt wird, eine Wartegemeinschaft.

"Ich war das letzte Mal als Kind hier", sagt Thomas Krieger. Er hat sich aus Laußig seitdem das erste Mal wieder zum Wahrzeichen des Ortes in der Gemeinde Zschepplin locken lassen. Nach dem Rundgang, im Auftrag des Schloss-eigners kompetent erklärt von Rolf Schulze, sagt der Gast: "Alles ist sehr gut geworden. Das Interesse der Leute für das, was hier geschaffen wurde, ist beeindruckend."

Rolf Schulze vom örtlichen Freundeskreis Denkmalpflege hatte zunächst keine allzu ausgiebigen Führungen im Sinn, sondern wollte sehen, "was passiert". Der Fortschritt der vergangenen beiden Jahre, seitdem der Unternehmer Konrad Obermüller aus dem bayrischen Bad Abbach selbst sowie seine Bauleute hier zugelegt haben, sollte auf die Betrachter auch ohne große Erklärungen wirken. Doch als sich das Foyer am Vormittag das erste Mal gefüllt hat und die Leute an Schulzes Lippen hängen, findet der Hohenprießnitzer zum Motto Farbe, das den Denkmaltag anno 2014 prägt, die richtige Überleitung: "Das Schloss erstrahlt wieder im frischen Glanz." Dazu glänzen auch die Augen des Ortshistorikers. Der sogleich die Grüße des Hausherrn überbringt. Dieser lässt sich entschuldigen. Mit dem Lions-Club habe der geschäftsführende Gesellschafter der Obermüller Verwaltungsgesellschaft in Regensburg anlässlich einer Feier zu Ehren des Deutschen Kaisers Heinrich II., der übrigens auch zu Bad Abbach eine enge Beziehung hatte, eine andere wichtige Verpflichtung.

Die Regensburger Lions waren übrigens am Wochenende zuvor Gäste im barocken Hohenprießnitzer Kleinod, war am Rande von Einheimischen zu erfahren. Nicht nur im Gartensaal zeugen davon noch die runden Stehtische. Mit den pinkfarbenen Tischdecken bilden sie einen interessanten Kontrast zum wieder frei gelegten, naturbelassenen Sandsteinfußboden, zum dazu farblich hell und mit dunkelroten Akzenten gestalteten Kamin sowie den Säulen. "Diese verstecken sich nun nicht mehr hinter dunklem Holz", erklärt Schulze, "sondern erinnern in Abstimmung mit dem Denkmalschutz an die Ausstattung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts."

Neben der im Wesentlichen unverändert gebliebenen Bibliothek bewundern die Besucher frische Tapeten und geschnitzte, rustikale Möbel in einem der Salons des Untergeschosses. "Es sind noch einige Details in Arbeit und manches entwickelt sich noch", ist zu hören.

Aber für den immerhin sechsten Versuch seit 1999, das Schloss zu privatisieren, habe sich seit Ende 2011, als Obermüller die Anlage mit dem Park erwarb, viel getan. Das kommentieren die Umstehenden mit Staunen und Bewunderung. In dem Raum, in dem sich einst die Küche des früheren Lehrerbildungsinstitutes befand, haben Schulze und Helfer eine kleine Ausstellung zur Entwicklung des Schlosses in Vergangenheit und Neuzeit gestaltet. "Jetzt ist Geld da", sagt der Ortshistoriker. "Das ist der Unterschied zu den früheren Besitzern." Man müsse deshalb auch akzeptieren, dass hier ein Privateigentümer handelt, der eng mit dem Denkmalschutz zusammenarbeitet und großes Interesse habe, in seinen Räumen auch Kunst und Kultur Geltung zu verschaffen.

Wie sensibel mit dem Hohenprießnitzer Wahrzeichen umgegangen wird, zeigt sich auch im Obergeschoss des Haupthauses, vor der Tür des Allerheiligsten, des Festsaales. Hier wurde, wie bereits berichtet, hinter dunkler Holzvertäfelung und etlichen Farbschichten eine hellgrüne wertvolle architektonische Bemalung freigelegt, die demnächst restauriert werden soll und das Treppenhaus zusätzlich aufhellt. Mit neuer, teils indirekter Beleuchtung werden nunmehr auch der Stuck, die großen und kleineren Deckenmalereien in dem in Gold- und Rottönen leuchteten Festsaal in Szene gesetzt. Nebenan bieten außerdem ein Gesellschaftsraum, ein grüner Salon und ein Künstler-Atelier mit naturbelassenen Fachwerk-Wänden Blickfänge. Über 1000 Gäste, freut sich Schulze gestern, hätten für all das viel positive Resonanz gezeigt. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
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