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Eilenburg Schlüsselszene zu brisantem Kinofilm „Die Kriegerin" in Eilenburg gedreht
Region Eilenburg Schlüsselszene zu brisantem Kinofilm „Die Kriegerin" in Eilenburg gedreht
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09:48 01.09.2010
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. Eine wichtige Schlüsselszene zu Beginn des Films wurde in Eilenburg gedreht. Auf den Gleisen des örtlichen Bahnhofs hatte die Mitteldeutsche Regiobahn für die Filmarbeiten einen Zug zur Verfügung gestellt.

Ein heißer Sommer und eine Kleinstadt irgendwo in Deutschland. Marisa ist Anfang 20, Neonazi und aggressiv wie ein offenes Rasiermesser. Wenn ihr jemand dumm kommt, schlägt sie zu. Sie hasst Ausländer, die Polizei, Politiker, den Kapitalismus und alle, denen sie die Schuld daran gibt, dass ihr Freund Sandro im Knast sitzt und alles um sie herum den Bach runter geht: ihr Leben, ihre Stadt, das Land und die ganze Welt. Verschärfend kommt hinzu, dass die 15-jährige Svenja, eine sogenannte Bürgerliche, in Marisas Clique drängt und der afghanische Flüchtling Rasul (14) sich ausgerechnet ihren Badesee zum Schwimmen aussucht. Die Ereignisse überschlagen sich und Marisas Welt wird auf den Kopf gestellt. Diese Geschichte über Verantwortung im Leben – für sich selbst, für andere und die Gesellschaft – soll im nächsten Jahr in die Kinos kommen. Der Streifen „Die Kriegerin", so ist geplant, könnte das Jahr darauf auch im TV laufen. Eine der Schlüsselszenen zu Drehbeginn wurde jetzt auf dem Eilenburger Bahnhof aufgenommen. Sie könnte sich hier und anderswo wie im richtigen Leben abspielen: Junge Leute geraten auf dem Bahnsteig und im Zug aneinander, weil einige aussehen wie Asiaten und weil einer im Hiphop-Look herumläuft. Das ist Grund genug, ihn anzumachen und einen Döner ins Gesicht zu drücken. Denn, wie eingangs erwähnt - Marisa steckt voller Hass und ist aggressiv wie ein offenes Rasiermesser…

Nachwuchs-Regisseur David Wnendt greift ein bisher wenig beachtetes Phänomen auf: Zunehmend werden junge Frauen und Mädchen in der rechten Szene aktiv und treten gewalttätig auf. Was geschieht, wenn die Protagonisten dies ausleben? Und wie verändert sich ihre Welt, wenn sie bemerken, dass Freundschaft mehr zählt als Hass? Was ist schließlich zu tun, um die rechte Szene zu verlassen? Gemeinsam mit Jonas Schmager (Kamera), Sophie Stäglich (Produktion) und Paul Rischer (Tonmeister) widmen sich die vier Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) Babelsberg in ihrer Diplomarbeit einem brisanten Thema. „Dass wir unter anderem den Eilenburger Bahnhof für die Dreharbeiten nutzen, hat eher damit zu tun, dass die Mitteldeutsche Regiobahn hier gute Bedingungen vorfand, uns mit einem Zug zu unterstützen", erklärt Stäglich. „Als wir von dem engagierten Projekt hörten, war uns schnell klar, dass wir die jungen Filmemacher unterstützen und einen Sonderzug für die Aufnahmen zur Verfügung stellen", so Bahnbetriebsleiter Stephan Schreier. Regiobahn-Sprecherin Anja Smetanin hatte dennoch gute Gründe, die Inhalte der Dreharbeiten in der Muldestadt vorab nicht publik zu machen. Die Besatzung eines Streifenwagens stand ebenfalls wohl nicht rein zufällig auf dem Bahnhofsvorplatz.

Regisseur und Buchautor Wnendt freut sich über die Hilfe und das Interesse an der Thematik, „denn ohne dem wäre ein solches Projekt nicht umsetzbar". Auch Vereine wie „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland", „Augen auf", das Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt und das Kulturbüro Sachsen haben eine Aktie am Gelingen des Projekts, das in Zusammenarbeit der HFF mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel in den vergangenen drei Jahren entwickelt wurde. Die Hauptrollen in dem Diplomfilm spielen Alina Levshin („Im Angesicht des Verbrechens"), Gerdy Zint („Die Weltstadt), Winnie Böwe („Drei"), Rosa Enskat („Das System") und Uwe Preuss („Die Flicks"). Produziert wird „Die Kriegerin" von der Mafilm GmbH Berlin. Außer in Eilenburg wurde bisher auch in Spröda bei Delitzsch gedreht. Weitere Drehorte befinden sich in Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Karin Rieck

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